Schönenwerd
Wohin bloss mit der ausrangierten Handgranate?

Bei der Waffenabgabeaktion der Kantonspolizei wurden am Wochenende in Schönenwerd nicht nur Gewehre und Pistolen abgegeben. Auch Stich- und Schnittwaffen und 500 Schuss Munition nahmen die Beamten entgegen.

Christoph Zehnder
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Waffenabgabe
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 Alte Gewehre.
 Postenchef Daniel Wicki (r.) nimmt die Granate entgegen.

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Markus Müller

«Wir sind grundsätzlich froh um jede Waffe, die abgegeben wird», sagt Bruno Gribi, Mediensprecher der Solothurner Kantonspolizei. Wer seine Waffe ordentlich entsorgen will, kann dies jederzeit auf dem Polizeiposten tun. Einmal pro Jahr führt die Polizei jedoch eine koordinierte Abgabe-Aktion durch.

So auch in Schönenwerd, wo am vergangenen Samstag beim Feuerwehrmagazin ein bescheidenes Arsenal eingesammelt wurde: 30 Schusswaffen, 6 Stich- und Schnittwaffen, 2 Leuchtpistolen sowie rund 500 Schuss Munition landeten auf dem Tisch der Beamten.

Dass die Ausbeute im Vergleich zu früheren Sammeltagen an anderen Standorten eher gering war, spielt laut Gribi keine Rolle. Denn die Aktion diene schliesslich der Sensibilisierung der Bevölkerung. Die Leute sollen wissen, dass sie nicht mehr gebrauchte Waffen abgeben können.

Die ausrangierten Schiesseisen sind oft schon älteren Jahrgangs. «Häufig sind es Erbschaften, zum Beispiel ein Karabiner oder ein Jagdgewehr vom Grossvater, mit denen die Besitzer nichts anzufangen wissen», erklärt Gribi.

Keine Kasernen-Granate

Neben alten Karabinern und Jagdflinten finden dann und wann auch ungewöhnliche Waffen den Weg zur Polizei. Samurai-Schwerter waren auch schon dabei. Nicht alltäglich war auch die Handgranate, die in Schönenwerd abgeliefert wurde. Stellt sich die Frage, wie jemand in den Besitz eines solchen Objektes gelangt.

Handelt es sich am Ende gar um eine der vermissten Granaten aus dem Bestand der Kaserne im nahen Aarau? Gribi gibt Entwarnung: Es war nur eine Übungsgranate. «Sie war schon Jahrzehnte alt und ohne Treibladung.» Die Granate stammt ebenfalls aus einem Privatfundus.

Der Überbringer müsse keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten. Es komme durchaus vor, dass solche Granaten einfach gefunden werden, so Gribi. Der in Schönenwerd abgegebene Sprengkörper werde wohl wieder der Armee zugeführt.

Zu Altmetall verschrottet

Und was geschieht mit all den anderen Waffen? «Die werden verschrottet», erklärt Gribi. Genauer gesagt: Sie wandern zum Asservatendienst der Polizei, wo die Waffen aus dem Register ausgetragen und zu einem späteren Zeitpunkt im Kofferraum eines Autos durch die Metallpresse geschickt werden.

Der Erfolg der Abgabe-Aktion sei zwar nicht messbar, sagt Bruno Grib, aber immerhin könne ausgeschlossen werden, dass diese Waffen jemals für eine kriminelle Handlung oder einen Suizid verwendet würden. «Keine einzige dieser Waffen kommt je wieder zum Einsatz», betont der Mediensprecher.

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