Niederamt

«Wo einst der Fluss regierte»: ein Wanderparadies der Aare entlang

Auf dem Wanderweg entlang der Aare gibt es 21 neue Tafeln mit Informationen über Hochwasserschutz und Biodiversität.

Der aktualisierte 4. Solothurner Waldwanderweg bietet viele Informationen zum Aareprojekt im Niederamt.

«Wo einst der Fluss regierte»: So heisst der Solothurner Waldwanderweg, der zwischen Olten und Aarau überwiegend entlang der Aare verläuft. Mittlerweile greift der Mensch zwar sehr viel stärker ein als einst. Einzig Hochwasser erinnern daran, dass sich die Aare nicht regieren lässt. Um diesen vorzubeugen, ist seit einigen Jahren das Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt zwischen Olten und Aarau im Gange.

Vom verbreiterten Flussbett und den zusätzlichen Seitengerinnen profitiert auch die Biodiversität. Im Rahmen dieses Projekts musste zeitweise der vierte Solothurner Wanderweg, der 2010 eröffnet wurde, den Bauarbeiten weichen. Nun sind die Arbeiten auf den betreffenden Strecken abgeschlossen und der aktualisierte Solothurner Wanderweg konnte eröffnet werden.

Es gibt 21 neue Posten

Letzten Freitag luden Kreisförster Walter Schwaller, Gesamtprojektleiter des Aareprojekts Gabriel Zenklusen sowie Forstingenieur Geri Kaufmann Vertreter von den anliegenden Einwohner- und Bürgergemeinden ein, den neuen Weg einzuweihen. Im Rahmen des Aareprojekts wurden 21 neue Tafeln mit Informationen über Hochwasserschutz und Biodiversität hinzugefügt, andere Posten mussten angepasst werden. Diese Arbeiten wurden von der regionalen Zivilschutzorganisation Olten erledigt. Da es genau an Freitagnachmittag regnete, fiel die Besichtigung der neuen Posten kürzer aus als zuerst geplant.

An den drei Posten im Obergösger Schachen, die Gesamtprojektleiter Zenklusen fachkundig erläuterte, liess sich gut zeigen, was für dieses Projekt typisch ist. Zum einen sind dies die zusätzlichen Seitengerinne und Inselchen der alten Aare, die an mehreren Stellen ausgehoben wurden. Dadurch wird der Aare mehr Platz zugestanden, was das Risiko vermindern soll, dass das Wasser bei hohem Stand in die anliegenden Siedlungen und Landwirtschaftsgebiete tritt. Zum anderen wurden an mehreren Stellen Massnahmen gegen die Ufererosion getroffen. Wo möglich werden grössere Verbauungen vermieden.

Stattdessen wird mit natürlichem Material wie Holz und Steinen gearbeitet, um die Fliessgeschwindigkeit des Wassers zu verringern und das Ufer zu sichern. Beide Massnahmen schaffen neue Lebensräume.

Lob vom ehemaligen Kreisförster

Natürlich bietet der Wanderweg entlang der Aare auch vieles, wenn jemand keine Tafeln lesen möchte. Der Weg ist schön gestaltet und an vielen Orten breit. Noch fehlt vielerorts der Schatten, da die grossen Bäume im Rahmen der Bauarbeiten gefällt wurden. Dadurch ist zumindest die Sicht auf die Aare frei geworden. Neu steht an der fest montierten Grillstelle in Winznau ein Fernrohr, welches gratis genutzt werden kann. Damit lässt sich bis ans andere Ufer blicken, wo laut Forstingenieur Geri Kaufmann künftig der eine oder andere Vogel mehr zu sichten sein wird.

Gesamtprojektleiter Gabriel Zenklusen erläutert die Arbeiten am Waldwanderweg.

Gesamtprojektleiter Gabriel Zenklusen erläutert die Arbeiten am Waldwanderweg.

Der Weg und die Massnahmen des Aareprojekts schienen bei den Besuchern des Nachmittags gut angekommen zu sein. «Es ist definitiv eine Aufwertung», meint Manfred Guldimann, der die Bürgergemeinde Winznau vertrat. Er staunte darüber, dass das frisch aufgeschüttete Ufer bereits im ersten Sommer wieder grün überwachsen war, ohne dass jemand nachhelfen musste. Auch der pensionierte Kreisförster Jürg Schlegel, der am Wanderweg vor der Eröffnung 2010 mitgewirkt hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Weg.

Einzig um die alten Weiden reute es ihn, die für die Arbeiten gerodet werden mussten. Doch mittlerweile wachsen bereits neue. Und so trifft zu, was der heutige Kreisförster Werner Schwaller in der Einführung gesagt hatte: Das Landschaftsbild ist im ständigen Wandel. Schnell ist vergessen, wie es früher mal aussah. Genau das bringt der 4. Solothurner Waldwanderweg mit den Bildern der Landschaft im Zeitverlauf ins Bewusstsein.

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