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Wird Tripolis wieder zur Grossbaustelle? Hauenstein-Basistunnel wird saniert

Der Hauenstein-Basistunnel wird ab 2023 für vier Jahre saniert. Wie schon während der Bauzeit 1912 bis 1916 könnte im Gebiet Tripolis der Installationsplatz eingerichtet werden.

Der Hauenstein-Basistunnel wird ab 2023 für vier Jahre saniert. Wie schon während der Bauzeit 1912 bis 1916 könnte im Gebiet Tripolis der Installationsplatz eingerichtet werden.

Der Hauenstein-Basistunnel wird von 2023 bis 2027 saniert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Tunnelgewölbe und der Gleiserneuerung.

Vier Jahre für acht Kilometer: So lauten die ersten Eckdaten der Sanierung des Hauenstein-Basistunnels. Wie die «Basler Zeitung» am Samstag publik machte, werden die SBB das über 100-jährige Bauwerk zwischen Trimbach und Tecknau in den nächsten Jahren auffrischen. 140 Millionen Franken sind für das Projekt veranschlagt. Das Tunnelgewölbe wird repariert und der Oberbau ausgewechselt. Schienen, Schwellen und Schotter werden komplett ersetzt, dazu auch teilweise die Gleisentwässerung erneuert. Nicht angefasst wird die Fahrleitung, auch die Signale bleiben konventionell wie bisher, ohne Umrüstung auf ETCS-Führerstandssignalisation. Auch nicht verändert wird die Tunnelsohle, die bei der letzten Sanierung von 1980 bis 1987 wegen des drückenden Gipskeupers ausgebessert werden musste. Neu verlegt werden hingegen sämtliche Kabel.

Wie die Bauarbeiten genau erfolgen, dazu kann SBB-Sprecher Raffael Hirt im Moment noch keine Angaben machen, dies wegen der laufenden Planung. Vorgesehen ist, dass der Tunnel während der Bauarbeiten zweispurig befahrbar bleibt, ausser in jenem Abschnitt, in dem gearbeitet wird. Im Hauenstein-Basistunnel gibt es vier Spurwechsel, mit denen die Züge auf das andere Gleis gelangen können.

Je ein Spurwechsel befindet sich an den Portalen bei Tecknau und Tripolis (Trimbach). Bei Kilometer 2,761 ab Tecknau liegt der «Spurwechsel Nord», welcher den «Abschnitt Nord» abschliesst. Es beginnt der «Abschnitt Mitte» bis zum «Spurwechsel Süd» bei Kilometer 5,372. Anschliessend folgt der «Abschnitt Süd» bis zum Südportal bei Kilometer 8.135. Somit gibt es insgesamt sechs Abschnitte, die sich während der vier Jahre abwechslungsweise sperren lassen. Die Weichen wurden bereits 2015 erneuert. Eine besondere Funktion bekommt der Lüftungsschacht ausserhalb von Zeglingen BL: Er wird für zusätzliche Zu- und Abluft ausgerüstet. Bislang geschah die Tunnelbelüftung ohne maschinelles Zutun, rein durch das Steigen der warmen Tunnelluft durch den Schacht nach oben ins Freie. Nach Beendigung der Bauarbeiten wird dieser Zustand wieder hergestellt.

Die Gemeindepräsidenten von Trimbach und Tecknau BL waren überrascht, als sie von der «Basler Zeitung» auf das Grossvorhaben angesprochen wurden, von dem sie nichts wussten. SBB-Sprecher Hirt teilt mit, dass man die Gemeindepräsidenten nun auch in den Verteiler des «Info-Mails» aufgenommen habe, welches im Dezember an die Gemeindeverwaltungen geschickt worden war.

Auch wenn das Projektdossier erst nächstes Jahr öffentlich aufgelegt wird, werden kleinere Arbeiten bereits jetzt ausgeführt. Bis in den November dieses Jahres werden in den Nächten vom 15. auf den 16. März sowie vom 19. auf den 20. März zwischen 22.15 und 5.30  Uhr vereinzelte Personen- und Güterzüge über Läufelfingen umgeleitet. Diese Umstellung wiederholt sich noch einige Male im Mai, Juni, November und Dezember. Die S9, das «Läufelfingerli», wird an einigen Abenden durch Busse ersetzt. Davon ist auch die Station Trimbach betroffen.

Die Gesamtsanierung des Hauenstein-Basistunnels ist für einen Betrieb der nächsten fünfundzwanzig Jahre ausgelegt. Von einem Wisenbergtunnel ist in keinem der nächsten Bahn-Ausbau-Etappen die Rede. Und ein neuer Tunnel entlang der jetzigen Linienführung, wie er beim Bözberg realisiert wurde, scheint für die SBB keine Alternative gewesen zu sein.

Seit Anfang 1916 fahren Züge durch den Hauenstein-Basistunnel. Im Gebiet der Rankwoog entstand das Barackendörflein Tripolis, eine Arbeitersiedlung. Gut möglich, dass während der Sanierung auf dieser Stelle wieder ein Installationsplatz entsteht. Noch steht laut den SBB nicht fest, wo genau die Baulogistik platziert wird.

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