Lostorf
Wird der Kindergarten zügeln?

Die Gemeinde Lostorf beschäftigt sich mit der künftigen Nutzung des Postgebäudes, das zum Verkauf steht.

Lorenz Degen
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Die Gemeinde Lostorf plant, das ehemalige Postgebäude (links) zu erwerben. Die künftige Nutzung ist noch offen.

Die Gemeinde Lostorf plant, das ehemalige Postgebäude (links) zu erwerben. Die künftige Nutzung ist noch offen.

Bruno Kissling

In vielen Gemeinden im Niederamt hat die Post ihre Türen mittlerweile geschlossen. Teilweise wurden die nicht mehr benötigten Räumlichkeiten verkauft, teilweise stehen sie leer, wie in Lostorf. Im Investitionsplan 2021 bis 2013 ist der Kauf des Postgebäudes vorgesehen, denn die Post möchte das ehemalige Filialgebäude abstossen. Da das Grundstück in einer Zone für öffentliche Bauten liegt, ist der Verwendungszweck jedoch eingeschränkt.

Allenfalls wäre eine Verlegung des benachbarten Kindergartens möglich, der stark sanierungsbedürftig ist. «Wir prüfen, ob man den Kindergarten ins Postgebäude zügeln könnte», sagt Gemeindepräsident Thomas A. Müller auf Anfrage. Im Postgebäude könnten auch Räume für die Gemeindeverwaltung und eventuell Vereine entstehen. Angesichts des Finanzvolumens wäre dazu eine Volksabstimmung nötig. «Vorerst klären wir mit Studien ab, was machbar wäre», so der Gemeindepräsident.

Schon länger geplant ist die Sanierung der Hauptstrasse Nord, die 7,16 Millionen Franken kostet. Mit dem Projekt soll es bald vorwärtsgehen. «Wir hoffen, spätestens im zweiten Quartal des nächsten Jahres mit den Bauarbeiten zu starten. Dieses Jahr wird es leider nicht mehr reichen», sagt Müller. «Wir sind noch in Verhandlungen mit Einsprechern, sind aber guten Mutes, eine gute Lösung zu finden.»

Die Lostorfer Finanzlage bereitet dem Gemeindepräsidenten kurzfristig keine Sorgen: «Mit dem Budget sind wir zufrieden.» Mittelfristig könnte eine Steuererhöhung notwendig fällig werden. «Gemäss Gemeindegesetz sind wir verpflichtet, die Finanzen im Lot zu halten.» Zu einem sprunghaften Anstieg des Steuersatzes komme es aber nicht: «Ich werde den Steuersatz sicher nicht auf einmal um 10 Prozent erhöhen. Das wäre kein gangbarer Weg», erklärt Müller. Gefragt sei eine Ausgabendisziplin, denn viel Sparpotenzial habe eine Gemeinde ohnehin nicht: «Über zehn bis zwölf Prozent der Ausgaben können wir noch frei bestimmen. Wie der Kanton einfach ein grosses Sparpaket schnüren, das geht für eine Gemeinde gar nicht.»

Wie sich die Coronakrise auswirken werde, sei schwer abzuschätzen. «Wir wissen noch nicht, wie sich die Steuereinnahmen in Zukunft entwickeln werden. Die Prognosen sind glücklicherweise mittlerweile auch schon besser als zuvor.»

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