Lostorf

Wirbel um Absage des Dorfmarkts: Nun werden Vorwürfe gegen die Gemeinde erhoben

Der Dorfmarkt Lostorf findet heuer nicht statt.

Der Dorfmarkt Lostorf findet heuer nicht statt.

Der Lostorfer Dorfmarkt findet dieses Jahr nicht statt. Ein langjähriger Helfer ist darüber empört und erhebt Vorwürfe an die Gemeinde.

n diesen Zeiten sind Absagen von traditionellen Anlässen schon fast an der Tagesordnung. Auch die Absage des Dorfmarktes von Lostorf wäre weiter nicht erstaunlich, wenn sich nicht ein Protagonist zu Wort gemeldet hätte. Markus Probst ist enttäuscht. Seit über 35 Jahren betätigt sich der Lostorfer in der Gemeindepolitik. Als die Kulturkommission Mitte März den jährlich stattfindenden Dorfmarkt absagte, weilte der 66-Jährige gerade in den Ferien. Auf die Abstimmung habe er keinen Einfluss gehabt. Danach gab er seinen Austritt aus der Kulturkommission. «Ich habe den Bettel hingeschmissen, weil ich so nicht weiterarbeiten will.» Probst findet die Absage des Dorfmarktes fadenscheinig: «Wenn die Kulturkommission noch eine Woche länger gewartet hätte, so wäre Corona wenigstens ein guter Grund gewesen. Die bevorstehende Baustelle als Begründung anzugeben, ist aber wenig glaubhaft.»

In einem Leserbrief, der am 23. Juni in dieser Zeitung erschien, bezweifelt Probst, dass die Strassen- und Bachsanierung der wahre Grund für die Absage des Dorfmarktes sei. «Diese Baustelle kommt frühestens ab 2022, es liegt ja bis jetzt immer noch beim Kanton. Bis das Projekt baureif ist, dauert es noch lange. Ich kenne Leute, die gehen vielleicht vor Bundesgericht.» Gemeindepräsident Thomas A. Müller widerspricht dieser Darstellung: «Wir gehen heute davon aus, dass mit der Bach- und Strassensanierung noch dieses Jahr, eventuell im Frühjahr 2021 begonnen werden kann.»

Probst sieht den Hauptgrund beim Termin. «Der Dorfmarkt hätte dieses Jahr eine Woche früher als normal stattgefunden.» Er habe sich beim Standvermieter erkundigt und erfahren, dass die Marktstände für dieses neue Datum nicht reserviert waren. «Die Marktstände wurden also für den falschen Zeitraum bestellt. Nun will man diesen Fehler vertuschen und sagt daher gleich den Markt ab», glaubt Probst. «Ansonsten hätte man die Stände auch auf dem Gemeindehausplatz oder bei der Kirchmattstrasse aufstellen können. Aber das wollte man gar nicht erst in Betracht ziehen.» Auch dies treffe nicht zu, sagt Gemeindepräsident Müller: «Diese Ansicht teile ich nicht. Jede Verschiebung ist mit umfangreichen Abklärungen und Vorbereitungsarbeiten verbunden. Die Einwohnergemeinde Lostorf führt in diesem Jahr keine öffentlichen Anlässe durch. Auch wegen der Coronapandemie hätte der Dorfmäret somit abgesagt werden müssen.» Müller verneint auch, dass wegen der Terminänderung die Marktstände falsch reserviert wurden: «Es hat einmal ein Terminänderung gegeben, die aber nicht Grund der Absage war.»

Nun entgehen den Vereinen, die am Markt Beizli und Stände führen, wichtige Einnahmen, was Probst missfällt. Auch für ihn selbst bedeutet die Absage eine Einbusse für seine «Märetzeitung». Für diese Publikation erhielt er von der Gemeinde Lostorf einen Zustupf. «Einige Leute hat dies gestört. Sie wollten meine Zeitung in das dorfeigene 3-Rosen-Blatt integrieren.» Dass er sich nun im Dorf exponiert, nimmt Probst gelassen hin. «Der Ammann meint, ich hätte das Vertrauen gebrochen, weil Informationen aus der Kommission vertraulich seien. Nun bin ich aber nicht mehr in der Kommission und kann daher sagen, was ich will.» Gemeindepräsident Müller sieht dies nicht so. «Im Übrigen wurde die Angelegenheit im Rahmen der Kultur- und Sportkommission besprochen. Was in einer Kommissionssitzung, im Gegensatz zur Gemeinderatssitzung, besprochen wird, ist vertraulich. An das sollte sich auch Markus Probst halten.»

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