Nach einer rund zehnmonatigen Bauzeit öffnet die Betoncoupe Arena in Schönenwerd heute ihre Pforten. Mit den Worten «freudig erregt und ein bisschen nervös» beschreibt Beno Meier seine Gefühlslage kurz vor der Einweihung. Der 37-Jährige wurde diese Woche offiziell zum operativen Leiter und Geschäftsführer der Halle ernannt.

Von der Eigentümerin von Volley Schönenwerds neuer Heimspielstätte, der BaS Immobilien AG. In deren Auftrag ist Beno Meier seit Oktober 2016 für die Vermarktung sowie Vermietung der Betoncoupe Arena zuständig und arbeitete in der Baukommission mit.

«Mit Beno Meier haben wir einen regional verankerten, versierten und sportbegeisterten Geschäftsführer gefunden, der sich mit viel Herzblut für den Betrieb und bewegende Momente in der Betoncoupe Arena einsetzen wird.» Mit diesen Worten stellt Urs Fäs, Verwaltungsratspräsident der BaS Immobilien AG, den neuen Chef der Halle in einer Medienmitteilung vor.

«Ich bin in Schönenwerd aufgewachsen und habe bis auf einen kurzen Abstecher nach Zofingen immer im Niederamt gelebt», bestätigt Beno Meier. Sport treibe er seit klein auf. Der zweifache Vater spielte in Schönenwerd und Niedergösgen Fussball. Und wie stehts um seine Volleyball-Kenntnisse? «Meine beiden Geschwister spielten bei Volley Schönenwerd. So bin ich quasi in der Schöni-Familie aufgewachsen und habe als Teenager viele Volleyballspiele gesehen.»

Eine grosse Herausforderung

Die Idee von einer «Sport- und Eventhalle für alle», die vor rund fünf Jahren in den Köpfen von ein paar Visionären aus dem Umfeld des Volleyballvereins entstanden ist, habe ihn sofort begeistert. «Es ist ein grossartiges Projekt», sagt Meier. Vor mittlerweile knapp zwei Jahren habe er bei den Verantwortlichen einfach mal nachgefragt, ob sie noch in irgendeiner Form Unterstützung bräuchten. «Manpower ist natürlich immer gefragt, und so bin ich reingerutscht in das Projekt.» Er kümmerte sich um die administrativen Angelegenheiten wie Verträge aufsetzen und Konzepte erarbeiten und wurde dann in die Baukommission eingeteilt.

Beno Meier freut sich auf seine neue Tätigkeit als Geschäftsführer der Arena: «Es ist sicher eine grosse Herausforderung, aber auch eine sehr spannende Aufgabe.» Nach der Fertigstellung des Baus gehe es darum, die Halle zu vermarkten. Nicht nur im Bereich Sport, sondern auch für andere Events und den täglichen Gebrauch.

«Den Winter hindurch ist die Halle durch Volley Schönenwerd schon sehr gut ausgelastet», führt er aus. «Doch es hat auf jeden Fall noch genug Platz für Events und Veranstaltungen, auch zur Primetime.» Wie gross der Aufwand effektiv sei, könne er noch nicht beziffern. Daher arbeitet Meier momentan in einem Teilzeitpensum als Geschäftsführer.

Unikat im Schweizer Volleyball

«Schöni», wie der Verein von seinen Fans genannt wird, ist der erste Schweizer Volleyball-Klub mit einer eigenen Halle. Das 5-Millionen-Projekt hatte einige Hürden zu überwinden. Diese waren vor allem finanzieller Natur: Angefangen mit einem Crowdfunding der Initianten, das die Vorprojektstudie finanzierte, über die Zusage des Bundesamtes für Sport bis hin zur Zusicherung von 717'000 Franken aus dem kantonalen Sportfonds des Kantons Solothurn.

Und schliesslich der Spatenstich mit der Bekanntgabe des namengebenden Hauptsponsors: der Betoncoupe AG, eine in Schönenwerd ansässige Gesellschaft der Marco Dätwyler Gruppe. Damit die Vision einer eigenen Arena Realität wurde, gehörte gemäss Urs Fäs auch eine Portion Wettkampfglück dazu: «Vieles kann man selber steuern, aber am Ende des Tages gibt es einige Zufälligkeiten, die man nicht planen kann.» Die Projektgruppe habe die günstigen Winde genutzt und von fantastischen Partnern und einem funktionierenden Netzwerk profitiert.

Mit dem heutigen Eröffnungsevent kann Volley Schönenwerd endlich in sein eigenes Zuhause einziehen. Er hat damit eine Homebase und kann so das Vereinsleben aktiver gestalten. In den vergangenen Jahren war der Klub in verschiedenen Hallen über verschiedene Dörfer verteilt gewesen. «Dass wir uns nun alle unter einem Dach befinden, wird den Verein auf eine neue Ebene bringen und den Zusammenhalt stärken», ist sich Präsident Philipp Noever sicher.

Und auch die Spieler scheinen sich auf ihr neues Daheim zu freuen. Auf Facebook schwärmt Mittelblocker Simon Hofstede von den farbigen Garderoben. Und Captain Leandro Gerber versprach dank dem guten Licht der neuen Halle: «Ab jetzt gibt es nur noch Asse.»

Zu 95 Prozent fertig

Bei Beno Meier wird die Nervosität heute sicher noch ein bisschen ansteigen. Es dürfe jetzt nichts mehr schiefgehen, stellt er im Vorfeld klar: «Ich hoffe, dass alles funktioniert wie geplant. Vom Bau her sind wir etwa bei 95 Prozent.» Die Trennwände zum Beispiel, für die Unterteilung in drei Hallen, werden erst Anfang Februar montiert. Und die Umgebungsarbeiten beginnen, wenn es die Witterung zulässt. Bis zum Einweihungsfest Ende April werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Betoncoupe Arena sei aber definitiv für einen grossen Ansturm gewappnet, versichert Beno Meier. «Es ist schwierig, zu sagen, wie viele Zuschauer kommen», wägt er ab, «sicher die Volleyballbegeisterten, aber hoffentlich auch viele Leute, die noch nie einen Volleyballmatch gesehen haben.» Der Geschäftsführer schickt gleich noch ein Versprechen hinterher: «Wer heute zum ersten Mal an ein Spiel kommt, wird sicher nicht zum letzten Mal in der Halle gewesen sein.»