Winznau

«Wir sind die perfekte Braut für die Regionalfeuerwehr»

Noch ist die Feuerwehr Winznau eigenständig.

Noch ist die Feuerwehr Winznau eigenständig.

Der Gemeinderat von Winznau befürwortet einen Anschluss an den Feuerwehrverbund Unterer Hauenstein.

Der Zusammenschluss der Feuerwehren von Winznau (FWW) mit der Regionalfeuerwehr Unterer Hauenstein (RFUH) wird politische und strategische Auswirkungen haben. An der öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwochabend im Feuerwehrmagazin legte Gemeinderat Christoph Bläsi dar, welche politischen und rechtlichen Konsequenzen die Fusion haben würde. «Wir sind die perfekte Braut für die RFUH», fasste er die Ausgangslage zusammen.

Mit dem Ziel, die Dienstleistungen zu erhalten oder gar zu verbessern und allenfalls finanziell etwas zu er- reichen, habe man verschiedene Optionen geprüft, so einen Zweckverband oder ein Zusammengehen mit Nachbarn im Niederamt. Mit diesen bestehe ein gutes Verhältnis, doch schliesslich habe sich der Gemeinderat einstimmig für die RFUH entschieden. In der RFUH bilden bereits die Gemeinden Trimbach und Hauenstein-Ifenthal eine Gemeinschaft. Nun liegt ein Konzept und der Vertrag über den Zusammenschluss der beiden Feuerwehren Unterer Hauenstein und Winznau vor, über welchen die Gemeindeversammlungen der drei beteiligten Gemeinden im Dezember entscheiden werden.

Es ist vorgesehen, zwei Gremien neu zu organisieren, führte Bläsi, der Leiter des Ressorts Öffentliche Sicherheit und Soziales, weiter aus. In eine Bevölkerungsschutzkommission werden die Gemeinden je einen Gemeinderat entsenden. Dieses Dreiergremium wird den Feuerwehrkommandanten ernennen und zusammen mit dem Feuerwehrkommandanten anfallende Geschäfte und Budgetanträge zuhanden der politischen Behörden koordinieren.

Magazine bleiben bestehen

Eine zweite, aus den Offizieren der Partnergemeinden gebildete Feuerwehrkommission wird für den operativen Bereich zuständig sein. Die Gemeindeversammlung wird über die entsprechenden Reglementsänderungen entschieden.

Die Magazine an den bisherigen Standorten bleiben bestehen; damit ist die Nähe zum Einsatzort gewährleistet. Grössere Anschaffungen werden nach dem Schlüssel 75 Prozent (Trimbach), 20 Prozent (Winznau) und 5 Prozent (Hauenstein-Ifenthal) aufgeteilt. Ein Mannschaftstransportfahrzeug, das schon längst hätte ersetzt werden müssen, wird noch durch Winznau neu beschafft, was auf die kommenden drei Jahre verteilt Kosten von je 26'000 Franken ausmachen wird. Trotzdem rechnet die Gemeinde mit Einsparungen; diese machen nach Ablauf der drei Übergangsjahre gut 100'000 Franken aus.

Mehr Erfahrung

Hauptmann Christian Düringer nannte die Vorteile einer Fusion aus der Sicht des Winznauer Feuerwehrkommandanten. Seine Gemeinde wird vom grösseren Mannschaftsbestand der RFUH profitieren. Die Trimbacher Angehörigen der Feuerwehr (AdF) haben in ihrem grösseren Sprengel mehr Einsätze zu leisten und deshalb mehr Erfahrung. In der gemeinsamen Feuerwehr wird auch den Mannschaftsbestand kleiner sein können als aktuell.

Der Kommandant der Regionalfeuerwehr Unterer Hauenstein, Hauptmann Raphael Renggli, war ebenfalls anwesend. Durch den Zusammenschluss wird die RFUH bei der Suche nach Nachwuchs für Führungsfunktionen und mittleres Kader entlastet, nannte er die Vorteile von seiner Seite. Zudem wird die Basis für die Mobilisierung von AdF bei einem Tagesalarm breiter und etwelche Wege zum Einsatzort kürzer. «Wir werden schlagfertiger reagieren können», lautete schliesslich das Fazit beider Feuerwehrkommandanten.

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