Schönenwerd

«Wir sind dankbar, dass nicht mehr passiert ist»

Zwar brachte der Sturm nur drei Bäume im Park zu Fall. Einer davon stürzte aber auf die Pfahlbausiedlung und zerstörte eines der Häuser.

Dass im Bally-Park nicht mehr Bäume dem Wintersturm zum Opfer fielen, liegt auch an deren Pflege. Die umgestürzte Buche beim Pfahlhaus war über 100 Jahre alt.

Im Vergleich zu anderen Landstrichen ist der Bally-Park glimpflich davongekommen, als am vergangenen Mittwoch Sturm Burglind über die Schweiz fegte. Zwei grosse Buchen und eine kleine Ulme am Aareweg fielen dem Unwetter zu Opfer. Letztere war allerdings vom Biber schon etwas angeknabbert gewesen. Eine der umgestürzten Buchen liegt noch quer über dem Kanal und dem parallel dazu verlaufenden Weg.

Die andere Buche fiel vom Arboretum just auf ein Haus der Pfahlbauer-Siedlung. «Dieser Baum war schon krank», weiss Silvia Glanzmann von der Betriebskommission Bally-Park. Erkennbar sei das am Wurzelwerk, welches im Vergleich zu einem gesunden Baum recht verkümmert ist. «Die Wurzeln eines gesunden Baumes hätten ein viel grösseres Loch hinterlassen.»

Der Baum beschädigte nicht nur den Pfahlbau, sondern versperrt gegenwärtig auch den Fahrradweg durch den Park. Glücklicherweise lässt sich dieses Hindernis leicht umfahren. Mit den kleineren Aufräumarbeiten wurde schon kurz nach dem Sturm begonnen. Zahlreiche Äste wurden abgeknickt und lagen im Park herum oder hingen lose in den Bäumen. Für den Unterhalt im Park im Auftrag der Betriebskommission ist die Oltech zuständig. Das Zerlegen und Entfernen der grossen Buchen erfordert jedoch den Einsatz von schwerem Gerät und somit die Unterstützung eines Forstunternehmens. Dieses wird die umgestürzten Bäume am Freitag zerkleinern und entfernen.

Gesunde Bäume halten mehr aus

«Wir können dankbar sein, dass nicht mehr passiert ist», sagt Silvia Glanzmann. Dass nicht noch weitere Bäume im Park umgeknickt oder entwurzelt wurden, ist aber mehr als nur Glück. Denn die Bäume im Park werden gut gepflegt. «Dass hat sicher auch dazu beigetragen, dass nicht noch grössere Schäden entstanden sind», so Glanzmann. Denn gesunde Bäume halten dem Wind besser stand. Gerade im Bally-Park, wo mittlerweile viele Bäume ein hohes Alter erreicht haben, ist die Baumpflege enorm wichtig. Die umgestürzte Buche beim Arboretum dürfte wohl über 100 Jahre sein und noch aus den frühen Tagen des Parks stammen. Bäume aus dieser Zeit gibt es noch einige. Andere Baumkronen sind daher durch Drahtseile zusätzlich gesichert. Dadurch erhöht sich die Stabilität der Pflanzen.

Durch Spenden zu neuen Bäumen

Regelmässig werden im Park junge Bäume gepflanzt. Dies nicht zuletzt dank Spenden aus der Bevölkerung. Jeweils im Frühling oder Herbst werden die gespendeten Bäume gesetzt. «Man darf den Baum zwar nicht selber auswählen», erklärt Silvia Glanzmann. «Aber wer will, darf beim Pflanzen mithelfen». Die Spender sind beim Waldhaus auf einer Glastafel aufgelistet. Viele Leute pflegen einen engen Bezug zu «ihrem» Baum und suchen diesen auch regelmässig auf.

Spezialisten für Wiederaufbau

Während die Bäume im Park von selber herangewachsen sind, wurden die Pfahlbauten in mühevoller Handarbeit erstellt. Nach einem verheerenden Hochwasser im 2007 musste gar das ganze Dörflein neu gebaut werden (siehe Box). Das ist wohl auch bei jenem Haus unumgänglich, welches am Donnerstag unter einer Buche begraben wurde. «Aufgrund der Begehung vom letzten Freitag müssen wir davon ausgehen, dass eine Reparatur wohl nicht rentiert», sagt Glanzmann. Gewissheit gibt es aber erst nach einer weiteren Begutachtung am kommenden Freitag. Für die Rekonstruktion der Häuser mit ihren Schilfdächern sind nämlich Spezialisten gefragt. Vor allem die Kunst des Dachdeckens mit Roggenstroh ist ein seltenes Handwerk geworden.

Wie gross der finanzielle Schaden ist, den «Burglind» im Bally-Park angerichtet hat, lässt sich laut Silvia Glanzmann noch nicht genau beziffern. Doch die Schäden seien gedeckt. «Die Abklärungen mit der Versicherung laufen.»

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