Das Budget 2019 der Einwohnergemeinde Lostorf sieht bei Ausgaben von 17'057'500 Franken und Einnahmen von 16'832'700 Franken ein Defizit von 224'800 Franken vor — es fällt geringer aus als jenes der Rechnung 2018. Die 45 anwesenden Stimmberechtigten folgten diesen und allen weiteren Anträgen des Gemeinderats auf Genehmigung einstimmig.

«Wir wollen mit unserem Steuerfuss in der Region attraktiv bleiben. Möglich bleibt dank Zuwanderungsgewinn auch ein leichtes Plus an Steuereinnahmen. Steigen die Kosten aber weiter wie bisher, kommen wir nicht um eine Steuererhöhung herum», sagte Gemeinderat und Leiter des Ressorts Finanzen, Yannic Lüthi, am Dienstagabend.

Geringer Spielraum bei Ausgaben

Es wird klar: Der Gemeindesteuersatz wird ab 2020 wahrscheinlich erhöht. Da auch für Lostorf rund 90 Prozent der Ausgaben unter anderem durch Zweckverbände und den Kanton vorgegeben sind, bleibt der Spielraum bei den Ausgaben letztlich gering.

Dazu sagte Gemeindepräsident Thomas Müller: «Ich bin seit sechs Jahren im Amt und wir bereiten uns seit einigen Jahren auf eine Steuererhöhung vor. In Gesprächen mit den Einwohnern und den Fraktionen im Gemeinderat stösst das auf Verständnis — auch bei der SVP. Wir werden es aber nicht übertreiben und nicht auf Vorrat erhöhen. Ab und zu gibt es Sondereinnahmen, wie etwa Grundstückgewinnsteuern, doch die sind sehr volatil und nicht planbar.»

Ob der Gemeindesteuerfuss ab 2020 von 109 auf die anvisierten 116 Prozent angehoben wird, darüber befindet letztlich die Budget-Gemeindeversammlung in einem Jahr.

Kreisschule Mittelgösgen erhält neue Brandmeldeanlage

Unter dem Budget 2019 wurden auch folgende sechs Teilvorlagen gutgeheissen und wie 2018 belassen: Der Gemeindesteuer-Skontosatz bleibt bei null Prozent, der Gemeindesteuersatz für natürliche und juristische Personen beträgt 109 Prozent, die Grund- und Verbrauchsgebühren für das Abwasser bleiben gleich, der Wasserpreis liegt bei 2.15 Franken pro Kubikmeter, die Entsorgungsgrundgebühr ist weiterhin 30 Franken und die Feuerwehrsteuer beträgt 8 Prozent.

Als weiteres Traktandum wurde die Genehmigung eines Bruttokredits für eine Brandmeldeanlage in der Kreisschule Mittelgösgen diskutiert. Der Brandschutz in den Schulgebäuden entspricht nicht den heutigen Anforderungen. Der Zweckverband will deshalb 2019 handeln.

Die kostengünstigere und baulich einfachere Variante von brutto 300'000 Franken beinhaltet eine Brandmeldeanlage und drei neue Fluchtausgänge. Dazu ist ein Bruttokredit-Anteil für Lostorf von 128'743 Franken nötig. Dieser Betrag ist bereits im Budget 2019 enthalten.

Kredit für Abwasserleitungen bewilligt

Zuletzt stand ein Kreditbegehren über 125'000 Franken zur Debatte: Dieses Jahr kam es zu mehreren Wassereinbrüchen an der Stüsslingerstrasse bei der Kreuzung zur Trottenackerstrasse. Deshalb soll die die Abwasserleitung von 600 Millimeter auf 700 Millimeter Durchmesser vergrössert werden und so zirka 26 Prozent mehr Wasser abführen. Noch mehr ist laut dem planenden Ingenieurbüro weder nötig noch sinnvoll. Die Umsetzung soll so bald wie möglich erfolgen. Deshalb ist der Kredit bereits im Budget 2019 eingerechnet.

Nach Ende der Versammlung, kurz nach 21 Uhr, lud die Clientis-Bank Aareland, die einen Standort in Lostorf hat, die Anwesenden zum Apéro ein.