Winznau
Projekt Wilmatthof auf Stand 2019: Erneut ist ein Baugesuch hängig

Der Verkauf des Wilmatthofes in Winznau schien 2019 ein vermeintliches Ende zu finden. Doch unerwartet musste ein neuer Käufer einspringen. Heute ist das Projekt wieder auf dem gleichen Stand wie vor 2 Jahren.

Felix Ott
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Alles auf Anfang: Der Wilmatthof in Winznau befindet sich mit neuem Käufer wieder in der selben Situation wie 2019.

Alles auf Anfang: Der Wilmatthof in Winznau befindet sich mit neuem Käufer wieder in der selben Situation wie 2019.

Bruno Kissling (Archiv)

Der Wilmatthof liegt auf einer Lichtung zwischen Trimbach, Winznau und Mahren. Das knapp 90'000 Quadratmeter grosse Grundstück gehört seit 1963 der Bürgergemeinde Winznau. Nach dem Tod des damaligen Pächters wollte sie das Anwesen verkaufen. Doch ein Verkauf ist erst möglich, wenn eine Baubewilligung erteilt wurde. Das Prozedere ist jedoch sehr aufwendig, da der Hof mehreren kantonalen Auflagen unterworfen ist.

Die Liegenschaft liegt Mitten in der vom Kanton Solothurn 1942 geschaffenen Juraschutzzone. Diese Zone diene der Erhaltung von Gebieten mit «besonderer Schönheit und Eigenart», schreibt der Kanton im Richtplan. Darin werde geregelt, dass Bauten besonders sorgfältig in die Landschaft eingegliedert werden. Ausserdem befindet sich der Hof in einer Landwirtschaftszone und steht unter kantonalem Denkmalschutz. Zusammen erschweren diese Auflagen den Bewilligungs- und Bauprozess erheblich.

Ein erneutes Baugesuch für den Willmatthof in Winznau ist beim Kanton Solothurn hängig.

Ein erneutes Baugesuch für den Willmatthof in Winznau ist beim Kanton Solothurn hängig.

Patrick Lüthy (Archiv)

Ein vermeintliches Ende

Im Februar 2019 berichtete diese Zeitung über ein vermeintliches Ende der Geschichte. Ein Ehepaar plante, den Hof zu kaufen und zu renovieren. Zusammen mit ihren Pferden wollten sie sich auf dem 350 Jahre alten Grundstück ein Zuhause aufbauen. Dazu sollte das Wohnhaus saniert, ein Pferdestall gebaut und der Schweinestall abgerissen werden.

Zusammen mit einem Architekten entwickelte das Ehepaar eine Lösung. Das Äussere des Bauernhauses sollte beibehalten werden und im innern sollten zwei Wohnungen entstehen. Anfang 2019 wurde dazu ein Baugesuch beim Kanton eingereicht. Doch bereits Mitte 2019 musste das Ehepaar das Bauvorhaben unerwartet aus privaten Gründen abbrechen. Somit stand das Projekt wieder am Anfang.

Ein Neuanfang

Nach einer erneuten Ausschreibung Anfang 2020 war das Interesse gross und ein neuer Käufer wurde gefunden. Dieser entwickelte neue Pläne für das Grundstück und reichte ein Baugesuch ein. Das Wohnhaus soll saniert und der Umschwung wie bis anhin an Landwirte aus Winznau verpachtet werden.

Für den Verkauf wurde ein Baurechtsvertrag abgeschlossen. Dieser regelt, das Grundstück fällt nach dessen Ablauf wieder auf die Bürgergemeinde zurück. 2020 erhoffte sich der Präsident der Bürgergemeinde Winznau, Manfred Guldimann, einen Baubeginn Anfang 2021. Doch aktuell berichtet er auf Anfrage, das Baugesuch sei immer noch beim Kanton hängig und es werde wohl noch einige Monate dauern. Somit befindet sich das Projekt erneut in derselben Situation wie Anfangs 2019. Wann der Hof auf der beschaulichen Lichtung wieder belebt wird, ist nach wie vor ungewiss.

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