Auch am Donnerstag kam es wieder zu heftigen Gewittern und Hagelschauern. Bei Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn sind ab zirka 18 Uhr rund 80 Meldungen eingegangen. Von Westen her zogen die Gewitter über die Gemeinden im Bucheggberg und über Solothurn weiter in Richtung Osten.

Aus den Gemeinden im unteren Kantonsteil sind laut Polizeiangaben besonders viele Meldungen eingegangen. Besonders betroffen vom Unwetter war das Gebiet um Lostorf. «Wir haben ungefähr 20 Schadenmeldungen erhalten», sagt Christoph Soland, Kommandant der Feuerwehr Lostorf-Stüsslingen-Rohr, auf Anfrage.

Gegen 20 Uhr sei es losgegangen. Bei der Mehrheit der Meldungen handelte es sich um Wassereinbrüche. Schnell hatte sich der heftige Regen, der den Hagel begleitete, einen Weg in die Keller gebahnt.

Regenfälle im Niederamt

Regenfälle in Lostorf

Aufgrund des Hagels mussten kurzzeitig auch zwei Strassen gesperrt werden, erklärt Soland. Die Feuerwehr Lostorf-Stüsslingen-Rohr stand mit rund 30 Leuten im Einsatz. Dieser dauerte ungefähr bis 2 Uhr in der Nacht.

Eis noch in den Feldern

Der Hagel hinterliess auch auf den Feldern in der Region seine Spuren. So auch bei Roman Grob, dessen Erdbeer-Pflanzungen in Lostorf in Mitleidenschaft gezogen wurden. «Der Schaden ist momentan noch schwierig abzuschätzen. Wir werden sehen, ob sich die beschädigten Pflanzen erholen werden», so der Obst- und Gemüseproduzent.

Als er am Freitagmorgen den Schaden begutachtete, hingen immer noch Eisklumpen in den Schutznetzen. Und der Feldrand war auch Stunden nach dem Unwetter stellenweise noch von Hagelkörnern bedeckt. Grob kann sich nicht erinnern, jemals einen Hagelschauer wie den vom Donnerstagabend gesehen zu haben. Doch der Landwirt bleibt gelassen. «Bei dem was da alles runterkam, habe ich ehrlich gesagt noch Schlimmeres erwartet.»

Auch in privaten Gärten wütete das Gewitter zum Bedauern der Hobbygärtner. In den sozialen Medien wurden am Freitag Fotos von geknickten Blumen und löchrigen Stauden gepostet. «Alles zerfetzt. Mein schöner Garten...», schreibt eine Userin. Andere beklagen den Verlust ihrer Balkonblumen. Aufnahmen vom Freitagmorgen zeigen kleine Eisberge am Strassenrand.

Feuerwehr nach erneutem Hagelsturm im Dauereinsatz

Tele M1 berichtet: Feuerwehr nach erneutem Hagelsturm im Dauereinsatz

Andere blieben verschont

Ausserhalb des Dorfes blieb es beim Starkregen. Auf dem Buechehof zwischen Lostorf und Mahren wurden keine Schäden verzeichnet, wie Sibylle Müller berichtet. «Unser Gärtner wohnt im Dorf. Er hatte einen halben Schock und rief am Abend sofort an, um nachzufragen. Dabei war bei uns weit und breit kein Hagel zu sehen.»

Aus Dankbarkeit darüber, verschont worden zu sein, zeigt sich der Buechehof jetzt solidarisch mit den betroffenen und verkauft seine Pflanzen im Hofladen deshalb zum halben Preis.