Seit letztem September wird auf der Wisnerhöchi der Wind und die Bewegung von Fledermäusen gemessen. 99 Meter hoch ist dabei der Messmast, der nun seit über einem halben Jahr Messungen vornimmt. Im April 2015 kündigte das Projektkonsortium der Trianel Suisse AG (Solothurn) an, dass sie sich nach einer ungefähr halbjährigen Frist entscheiden werde, ob die Messungen überhaupt weitergeführt werden.

Nun ist klar, dass der Standort aus Sicht der Trianel genügend Wind exponiert ist, um die Messungen weiterzuführen. Ergänzt werden die Hauptmessresultate von Windmessungen an anderen möglichen Standorten im Perimetergebiet.

Noch nichts kann Karin Rötheli, Projektleiterin von Trianel zu den Bewegungen der Fledermäuse über die Wisnerhöchi sagen. Denn diese würden erst jetzt in den Sommermonaten wieder aktiver werden. Gibt es zu viele Fledermausflüge zu bestimmten Zeiten, hätte das auch Auswirkungen auf die Betriebszeiten der geplanten Windkraftwerke.

Gegendarstellung als Motiv

Die Projektfirma ist also weiterhin guten Mutes, dass das Areal ein geeigneter Standort sei, um Strom aus Wind herzustellen. Anders sehen das die Gegner der Anlage. Drei Einwohner von Wisen haben eine eigene Visualisierung beim Bezirksgeometer, der Lerch Weber AG in Auftrag gegeben. Dies unabhängig vom Verein Wisnerhöchi ohne Windpark (WoW).

«Wir wollten eine Gegendarstellung zur Illustration von Trianel», so einer der Initianten, welcher nicht namentlich genannt werden möchte. Auf der Gegendarstellung ist ersichtlich, wo die vier geplanten Windkraftwerke zu stehen kommen sollen. Der Vorwurf der drei Einwohner an Trianel: Die Höhe der Windräder sei falsch, das ganze zeige ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Pläne. «Wir unterstellen der Firma Trianel aber nicht, dass sie dies bewusst gemacht haben», sagt einer der Wisner.

Doch den Vorwurf, das Bild liefere bewusst falsche Informationen, kennt Karin Rötheli. Von einer bewussten Fälschung will sie aber nichts wissen: «Die Illustration, welche wir 2012 erstellt haben, ist keineswegs professionell gemacht.» Das Bild zeige zudem nur die möglichen Standorte, es könne aber durchaus sein, dass die Windräder am Schluss an anderen Orten zu stehen kommen. Erst wenn die Messungen abgeschlossen seien, würde das Parklayout erstellt. Und in diesem Zusammenhang auch eine professionelle Visualisierung. Die alte Illustration ist am 27. November 2012 in dieser Zeitung erschienen.

176 Meter hoch

«Wenn diese riesigen Bauten kommen, dann verlieren wir hier massiv an Lebens- und Wohnqualität», sagt einer der Einwohner. WoW spricht in einem Flyer vom März dieses Jahres von gegen 30 Prozent Werteinbussen. Diesem Umstand wollen die drei Einwohner entgegentreten. Darum auch die Gegendarstellung in Form einer neuen Visualisierung.

Die zeigt nun die gleiche Landschaftssituation, wie die Illustration der Trianel aus dem Jahr 2012. Die Winderäder in der neuen Visualisierung sehen tatsächlich wuchtiger aus, insbesondere die Schwerter sind grösser. Die Angaben über die Grösse der Masten seien den offiziellen Unterlagen entnommen. 176 Meter hoch sollen die Windräder werden. Die Nabenhöhe soll dabei bei zirka 120 Meter liegen.