Kienberg

Windpark Burg vor heisser Phase

So soll der Windpark Burg (hier: 2 der 5 Windräder) dereinst vom Zentrum Kienbergs aus zu sehen sein.

So soll der Windpark Burg (hier: 2 der 5 Windräder) dereinst vom Zentrum Kienbergs aus zu sehen sein.

Bis 13. Januar 2017 läuft die öffentliche Mitwirkung zu den Planungsunterlagen für das Projekt.

Schon seit acht Jahren ist von einem möglichen Windpark auf der Burg zwischen Kienberg, Oberhof und Wölflinswil die Rede. Das Gebiet an der Kantonsgrenze von Solothurn und Aargau ist einer von fünf Windpark-Standorten erster Priorität im Kantonalen Richtplan Solothurns.

Am Freitag wurde in Kienberg die öffentliche Mitwirkung eröffnet: Ab heute Montag bis Freitag, 13. Januar 2017, liegen Pläne und Unterlagen in den Gemeindeverwaltungen von Kienberg und Oberhof auf. Jedermann kann dazu Vorschläge machen.

Berge von Unterlagen wurden für das Projekt erarbeitet. Die Messungen auf 99 Metern Höhe in den Jahren 2012 bis 2015 ergaben eine mittlere Windgeschwindigkeit von 5,9 Metern pro Sekunde.

Die Posterausstellung enthält Angaben zu den Auswirkungen auf Fledermäuse, Vögel und Gewässer, zum Schattenwurf, zum Schall oder zur Sichtbarkeit der Anlagen. Der Abstand zum nächsten Gebäude (Steindler-Hof, Kienberg) beträgt 350 Meter.

Für den Transport müssen Waldwege auf 4 Meter Breite (in den Kurven breiter) ausgebaut und verstärkt werden, darüber ist eine Lichtraumbreite von 5,5 Metern auszuholzen. Die grössten anzuliefernden Teile sind die drei je 46 Meter langen Rotorblätter pro Anlage.

«Wir können nicht alle Beeinträchtigungen vermeiden», sagte Louis Lutz, Leiter Erneuerbare Energie bei der AEW Energie AG, gegenüber dieser Zeitung. Die gesetzlichen Richt- und Planungswerte für die Schall- und Schattenauswirkung seien mit dem heutigen Planungsstand eingehalten. Für Vögel und Fledermäuse seien Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen vorgesehen.

Auflage im Frühjahr 2017 geplant

Ob das reicht, wird sich zeigen, wenn die Pläne voraussichtlich im Frühjahr 2017 öffentlich aufgelegt werden. Dann können Einsprachen gemacht werden. Die Beschlussfassung liegt im Kanton Solothurn beim Gemeinderat, im Aargau bei der Gemeindeversammlung.

Gegen deren Beschlüsse kann Beschwerde erhoben werden. Louis Lutz rechnet im günstigsten Fall mit der Genehmigung der Zonenpläne Ende 2017. Da jedoch die Gegner den Gang bis ans Bundesgericht ankündigen, ist mit Verzögerungen zu rechnen.

Kienbergs Gemeindeführung hat das Windparkprojekt von Anfang an unterstützt. Sie kann sich auf ein Grundsatzvotum der Stimmberechtigten stützen: Am 25. November 2010 sprach sich eine ausserordentliche Gemeindeversammlung mit 73:1 Stimmen für einen Planungsvertrag mit der Firma Vento Ludens GmbH aus, der 2012 auf die Planungs- und Betriebsgesellschaft Windpark Burg AG übertragen wurde.

Gemäss dem Planungsvertrag soll Kienberg als Standortgemeinde von vier Anlagen an den Erträgen dieser Anlagen partizipieren: Bei Vertragsabschluss wurden 3,5 Prozent des Jahresenergieerlöses definiert, was laut Lutz etwa 25 000 Franken pro Anlage entspricht.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1