Niedergösgen
Wie viel Gift ist im Strassenbelag?

Im November nimmt der Kanton Belagsproben in der Hauptstrasse. Andrew Walker, Projektleiter Strassenbau im Solothurner Amt für Verkehr und Tiefbau: «Der PAK-Gehalt ist entscheidend dafür, wie das Material entsorgt werden muss, und das hat Auswirkungen auf die Kosten.»

Christian von Arx
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Oltnerstrasse/Hauptstrasse in Niedergösgen: Dieser Bereich bei der «Schmiedstube» gehört zum Abschnitt, wo Sondieröffnungen gemacht werden.

Oltnerstrasse/Hauptstrasse in Niedergösgen: Dieser Bereich bei der «Schmiedstube» gehört zum Abschnitt, wo Sondieröffnungen gemacht werden.

Bruno Kissling

In Niedergösgen künden erste Vorzeichen eine geplante Strassensanierung der Hauptstrasse durch das Ortszentrum an. Ab kommendem Montag bis am 2. Dezember muss gemäss der Publikation des Solothurner Bau- und Justizdepartements an der Oltner- beziehungsweise Hauptstrasse, im Abschnitt vom Knoblezweg bis zur Einmündung der Erlinsbacherstrasse, mit Fahrbahnverengungen gerechnet werden. Diese machen zeitweise eine Verkehrsregelung mit Lichtsignalanlage oder einen Verkehrsdienst nötig.

«Fenster» im Belag öffnen

«Wir erheben dort als erstes den Zustand des Belags und der Strassenkofferung», erläutert Andrew Walker, Projektleiter der Abteilung Strassenbau im kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau, auf Anfrage. Dazu werden auf dem rund 1,2 Kilometer langen Abschnitt in mehreren Etappen Sondieröffnungen von etwa 1 Meter auf 1 Meter aus dem Belag herausgeschnitten.

Diese «Fenster» im Belag bleiben jeweils ein bis drei Tage offen und müssen in dieser Zeit vom Verkehr umfahren werden. Danach werden die Öffnungen wieder provisorisch verschlossen. Eine Etappe umfasst einen Abschnitt von etwa 300 Metern Länge.

«Eigentlich ist dieser Eingriff klein», beruhigt Walker die Verkehrsteilnehmer. Die Behinderungen seien nur lokal und zudem zeitlich begrenzt. Dass der Hauptstrassenabschnitt Knoblezweg bis Erlinsbacherstrasse im ganzen Monat November nur einspurig befahren werden könne und entsprechende Staus verursacht würden, sei nicht zu erwarten.

Alter Belag enthält Giftstoffe

«Unser Ziel ist es, ein Vorprojekt zu einer Strassenerneuerung zu erarbeiten», erklärt der Projektleiter den Zweck der Sondierungen. Auf diesem Abschnitt der Oltner- und Hauptstrasse sei der Belag sehr alt. Unter anderem will das kantonale Amt herausfinden, wie hoch der PAK-Gehalt des Belags ist: «Dabei handelt es sich um giftige chemische Verbindungen, welche in alten Belägen noch in grösseren Konzentrationen vorkommen können», erklärt Walker. «Der PAK-Gehalt ist entscheidend dafür, wie das Material entsorgt werden muss, und das hat Auswirkungen auf die Kosten.»

Weiter sollen die Sondierungen Auskunft über die Belagsstärke und die verschiedenen Schichten der Strassenkofferung geben. Bekannt ist, dass sich in der Strasse noch bereichsweise eine alte Steinpflästerung befindet, über der später ein Belag eingebaut wurde. Was sich unter dieser Pflästerung befindet, wissen die kantonalen Strassenbauer dagegen nicht.

Die Erkenntnisse aus der Sondierung haben Einfluss darauf, welche Instandsetzungsarbeiten im Vorprojekt vorgesehen werden. Bis zum Vorliegen eines Ausführungsprojekts sind aber noch eine ganze Reihe Verfahrensschritte notwendig: Ingenieurausschreibung, Ausarbeitung des Bauprojekts, Behördenvernehmlassung, Auflegen und Bereinigung der Erschliessungspläne, Submission der Bauarbeiten, Erarbeitung des Ausführungsprojekts mit dem ausgewählten Unternehmer. Über die Kosten kann der Projektleiter noch gar nichts sagen: «Das hängt stark von den Ergebnissen der Sondierung und der weiteren Projektbearbeitung ab.»

Ausführung 2018 bis 2020

Aus heutiger Sicht rechnet Andrew Walker mit der Ausführung der Strassenerneuerung auf dem erwähnten Abschnitt ab dem Jahr 2018, dies in drei Etappen über drei Jahre hinweg. Falls keine Projekt- beziehungsweise Verfahrensverzögerungen entstehen, wird in in den Jahren 2018 bis 2020 bei der Ortsdurchfahrt auf der Hauptstrasse in Niedergösgen durchaus mit Behinderungen zu rechnen sein. Im Vergleich dazu dürften die Eingriffe im November für die Autofahrer noch leicht zu verschmerzen sein.