100 Jahre DTV Erlinsbach

Wie sich das Turnen verändert hat – Mitglieder erzählen aus der Vereinsgeschichte

Der Damenturnverein Erlinsbach blickt auf eine 100-jährige Vereinsgeschichte zurück. Ehemalige und aktive Mitglieder erzählen.

Der Damenturnverein Erlinsbach SO kann sich über eine langjährige Geschichte freuen. Der Verein wurde 1919 gegründet und feiert dieses Jahr Jubiläum. In diesen 100 Jahren hat sich so einiges verändert, auch im Turnverein. Über die Sportbekleidung, hin zu den Wettkämpfen und Turnfesten, ja sogar das Turnen selbst ist nicht mehr dasselbe. Wir haben uns mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des DTV Erlinsbach getroffen, die uns aus der Geschichte des Vereins erzählten.

Pia Hauri (63) war ein langjähriges Mitglied des Damenturnvereins. Das heutige Ehrenmitglied erinnert sich gerne an die Zeit im Verein zurück. Das Turnen sowie die gesellschaftlichen Aktivitäten haben ihr immer Spass gemacht. So ist sie auch heute noch aktiv, wenn auch mittlerweile beim Frauenturnverein. Beim Austausch mit Kathrin Zimmermann (36) und Laura Arnold (16), die zum Aktivverein des DTV gehören, stellt sie doch gewisse Unterschiede von heute zu früher fest. Angefangen beim Turnen selbst. Heute konzentriert sich der Turnverein auf das Barren- und Bodenturnen sowie Tanz. Früher hätte man, wie Hauri erzählt, ein breiteres Angebot abgedeckt. Ruth Kunz (72), ebenfalls Ehrenmitglied, pflichtet Hauri bei: «Wir hatten eher allgemeines Turnen, fast wie in der Schule.» Heutzutage finde das aber immer weniger Anklang, weiss Zimmermann. Die Turnerinnen möchten sich viel eher auf eine Disziplin konzentrieren und sich für das nächste Turnfest vorbereiten.

Auch das ist eher neu. Schon früh reiste der DTV an die Eidgenössischen Turnfeste, aber erst später kamen nach und nach auch kantonale und weitere Turnfeste hinzu. Im Jahr 1972 war man erstmals beim kantonalen Turnfest in Aarau mit dabei. Von da an war der DTV Erlinsbach des Öfteren an Turnfesten und auch Wettkämpfen, wie beispielsweise der Volleyballmeisterschaft anzutreffen.

Von Schweinen und von Kühen

Für die Auftritte an Turnfesten oder Turnvorstellungen erscheinen die Turnerinnen wie üblich im passenden Dress. Während man sich heute eher schlicht hält, war man früher regelrecht farbenfroh unterwegs. Hauri erinnert sich an ihr damaliges Sportdress, das von oben bis unten in quietschrosa gehalten war. «Wir nannten uns damals Säuli», erzählt sie lachend.

Das war jedoch nicht das einzige Mal, dass die Damen mit Tieren verglichen wurden. Am ersten Fasnachtsumzug in Erlinsbach im Jahr 1979 ist der Verein am Umzug als Kühe mitgelaufen. Für diese selbstgemachte Verkleidung erhielten sie sogar den ersten Preis für das beste Kostüm. Erst dieses Jahr, zu Ehren des Jubiläums, lief der DTV wieder am Fasnachtsumzug mit.

Das Soziale darf nicht zu kurz kommen

Neben den sportlichen Aktivitäten organisiert der Turnverein auch gesellschaftliche Anlässe, wie das Sommerferienprogramm oder die Vereinsreise. Auch früher wurde auf den sozialen Aspekt viel Wert gelegt. So gehörte der Gang ins Restaurant Trotte früher nach jedem Training dazu. «Das musste einfach sein», erklärt Kunz. «Das war uns schon sehr wichtig. Das war damals schliesslich unser Ausgang», meint auch Hauri. Diese Tradition konnte sich allerdings nicht bis heute halten.

Dafür organisiert der DTV heute nicht nur zahlreiche Anlässe durch das ganze Jahr hindurch, sondern nimmt auch an verschiedenen Veranstaltungen im und ausserhalb des Dorfes teil. So bekam man dieses Jahr sowohl am Beizlifest in Dulliken, wie auch am Turnerabend des Turnvereins Erlinsbach AG, einen Auftritt des Damenturnvereins zu sehen.

Zum aargauischen Nachbarverein pflegt man ein gutes Verhältnis. Es werden sogar gewisse Anlässe, wie beispielsweise der Jahresausklang, gemeinsam durchgeführt und gegenseitig die jeweiligen Turnerabende besucht. Das war aber nicht immer so, erinnern sich die ehemaligen Mitglieder. Früher war der Graben zwischen den Dörfern noch grösser. Zwar herrschte nicht wirklich Streit. «Aber ein gewisser Konkurrenzkampf war immer da», so Kunz. Heute merke man davon allerdings nur noch wenig, sagen Zimmermann und Arnold.

So hat sich also nebst dem Turnen, der Mode und den gesellschaftlichen Aktivitäten auch der Geist im Laufe der Jahrzehnte geändert.

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