Lostorf

«Wie möchten mit der Chabishoblete etwas zurück geben» – zum fünften Mal findet sie statt

Der Obst- und Gartenbauverein Lostorf organisiert am kommenden Samstag die «Lostorfer Chabishoblete».

Witwe Bolte im Kinderbuch Max und Moritz besitzt ein ganzes Fass davon: Sauerkraut. Die schmackhafte Beilage kann selber hergestellt werden. Gemüsebauer Roman Grob, Vizepräsident des Obst- und Gartenbauvereins, ist mit Vorarbeiten beschäftigt: «Den Kabis für die Chabishoblete ernten wir erst heute.» Etwa eine Tonne wird er und seine Kollegen vom Vorstand bereitstellen. Grob erwartet zwischen 100 und 150 Leute, die ihr Sauerkraut hobeln wollen. Die Teilnehmer kommen mehrheitlich aus Lostorf, darunter viele Familien mit Kindern. Der Kabis und die Einmachgläser können mitgebracht oder vor Ort gekauft werden.

Bis das Sauerkraut fertig im Einmachglas verschlossen wird, sind mehrere Arbeitsschritte nötig. Zunächst werden die Blätter entfernt und der Kabis grob vorgehobelt. Dann gibt jeder sein Wunschgewicht an, das er verarbeiten möchte, entsprechend bekommt er Salz und eine Gewürzmischung, danach beginnt das eigentliche Hobeln. «Es dauert etwa fünf bis zehn Minuten, bis man das Volumen für ein Einmachglas gefüllt hat.» Die Einmachgläser sind für 720 Gramm ausgelegt, was für zwei Personen gut reiche, für eine vierköpfige Familie eher knapp bemessen ist, wie Grob festhält. Anschliessend werden die Kabisspäne in einer Wanne geknetet und mit dem Salz und den Gewürzen vermischt. Dann wird das Einmachglas befüllt. «Man soll die Späne ruhig fest hineinpressen», sagt Grob. Zum Abschluss wird noch etwas Kabissaft dazugegeben, ein Kabisblatt als Deckung schliesst das eigene Sauerkraut ab.

Lagerung im Keller bis zu einem Jahr möglich

Das fest verschlossene Einmachglas sollte etwa zehn bis vierzehn Tage in einem dunklen Raum gelagert werden. Durch die Gärung könnte Flüssigkeit austreten, weshalb Grob empfiehlt, das Glas in ein Becken zu stellen. Etwa ein Jahr bleibt das Sauerkraut haltbar, während es im Keller vor sich hin fermentiert.

Neben der Chabishoblete bietet die Interessengemeinschaft Eltern und Erzieher Lostorf (Igeel) ein Kürbisschnitzen an. Halloween steht bald vor der Tür. Vorlagen für Fratzen und Verzierungen sind vorhanden.

Der Obst- und Gartenbauverein Lostorf hat rund 400 Mitglieder und führt unter anderem Baumschnittkurse durch. Auf die Idee, eine Chabishoblete durchzuführen, kam Grob beim Nachdenken, was für ein Anlass ein breites Publikum ansprechen würde. Nun wird die Chabishoblete bereits zum fünften Mal ausgetragen. Der Verein sei der Einwohnerschaft und der Gemeindebehörden gegenüber dankbar für die Unterstützung: «Wir möchten mit der Chabishoblete dem Dorf etwas zurückgeben.»

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