Martin Bühler, SP

Warum sind Sie der geeignetste Kandidat für das Gemeindepräsidium?
Ich nehme meine Mitmenschen ernst. Ich habe eine klare Meinung, aber will andere Meinungen hören. Natürlich könnte ich auch sagen, dass ich Führungserfahrung habe und diplomierter Manager bin. Ich habe also das Rüstzeug im Koffer. Aber das sagt über mich als Person nichts aus. Der heilige Benedikt sagte, dass man seinen Gegnern immer genau zuhören müsse. Denn niemand hat über mich länger nachgedacht als die Menschen, die nicht meiner Meinung sind. Dieser Maxime versuche ich nachzuleben.

Falls Sie Gemeindepräsident werden: Was sind die drei wichtigsten Punkte, die Sie in Trimbach anpacken würden?
Die Umsetzung des räumlichen Leitbilds steht im Zentrum. Das zweite wichtige Projekt ist die Reorganisation des Gemeinderates. Das dritte Ziel ist die langfristige Stabilisierung und Verbesserung der Finanzlage Trimbachs. Gelingt es, die ersten beiden Projekte umzusetzen, ist Trimbach ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort mit dem nötigen finanziellen Spielraum für Investitionen in die Zukunft.

Die Rechnung 2016 hat mit 850 000 Franken im Plus abgeschlossen: Ist es nun Zeit für eine Steuersenkung?
Nein, das wäre das falsche Signal. Das Plus entstand jeweils hälftig aufgrund ausserordentlicher, einmaliger Einnahmen Trimbachs aus der Fusion der AVAG und verbesserter Zahlungsmoral bei den Steuern. Auch hat Trimbach die Investitionen um eine halbe Million gesenkt. Zusammen ergab dies das Plus. Ziel muss es sein, eine ausgewogene Rechnung zu haben, um jederzeit notwendige Investitionen vornehmen zu können. Eine Steuersenkung würde dies zunichtemachen.

Sie erzielten im ersten Wahlgang das beste Resultat und gehören mit der SP derselben Partei an, wie der bisherige Gemeindepräsident. Können Sie sich zurücklehnen?
Nein. Das würde meinem Verständnis von Politik widersprechen. Als Gemeinderat mache ich Wahlkampf, um mit den Menschen, die in Trimbach leben, ins Gespräch zu kommen und zu hören, was sie erwarten. So entstehen dann auch Ideen, wie zum Beispiel, was die Gemeinde im Bereich altersgerechtes Wohnen unternehmen kann.

Henny Beyeler, parteilos

Warum sind Sie die geeignetste Kandidatin für das Gemeindepräsidium von Trimbach?
Seit ich in Trimbach wohne, setze ich mich für die Gemeinde ein. Meine 13 Jahre lang dauernde Mitarbeit am Quartierfest für den vorderen Dürriberg, das 5-jährige Präsidium des Trimbacher Mittagstischs und meine Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Trimbacher Sporttage seit 2011 sind Beispiele, die zeigen, dass ich ein Herz für die Gemeinde Trimbach habe. Dazu kommen meine beruflichen Kompetenzen als Projekt- und Teamleiterin. Dass ich auch Ideen habe und diese durchziehe, zeigt die Smartphone-App «Mein Trimbach», die bereits erweitert wird.

Falls Sie Gemeindepräsidentin werden: Was sind die drei wichtigsten Punkte, die Sie in Trimbach anpacken würden?
Damit das im Jahr 2005 eingeführte Ressortsystem im Gemeinderat funktioniert, braucht es endlich Aufgabenbeschreibungen und Verantwortlichkeiten. Ganz aktuell muss auch mit der Firma Hug das Gespräch gesucht werden, um aus dem Wernli-Gelände etwas möglichst Sinnvolles für die Gemeinde zu entwickeln. Und schliesslich wäre noch die Ortsplanrevision zu erwähnen, welche eine Chance ist, für die Gemeinde und vor allem für die Bewohnerinnen und Bewohner von Trimbach mehr Lebensqualität zu schaffen.

Die Gemeinderechnung 2016 hat mit 850 000 Franken im Plus abgeschlossen: Ist es nun Zeit für eine Steuersenkung?
Eine Steuersenkung wäre schön, ist aber verfrüht. Die Hälfte dieses Betrages kommt aus der Fusion mit der AVAG Aare Versorgung. Erst, wenn wir ein strukturelles Plus erzielen, sollten wir an Steuersenkungen denken. Schliesslich wollen wir nicht die gleichen Fehler wie Olten machen.

Zur Gemeinderatswahl im April sind Sie nicht angetreten, wollen nun aber Gemeindepräsidentin werden. Weshalb?
Ich kann meine berufliche Tätigkeit von aktuell 90 auf 40 Prozent reduzieren und mit dem 50-Prozent-Pensum des Gemeindepräsidiums kombinieren. Neben den 90 Prozent im Beruf gleichsam Gemeinderätin im Nebenamt zu sein, wäre hingegen nicht möglich gewesen.

Im ersten Wahlgang holte keiner der Kandidaten genügend Stimmen für das Gemeindepräsidium.

Im ersten Wahlgang holte keiner der Kandidaten genügend Stimmen für das Gemeindepräsidium.

Reto Vogt, parteilos

Warum sind Sie der geeignetste Kandidat für das Gemeindepräsidium von Trimbach?
Trimbach ist meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Weiter verbindet mich mit Trimbach, dass meine Vorfahren mütterlicherseits seit mehr als 200 Jahren Bürger von Trimbach sind. Seit mehr als 15 Jahren führe ich nun Menschen, sei es als Team-, Abteilungs- oder Betriebsleiter, in der Privatwirtschaft. Nun finde ich es an der Zeit, mein erworbenes Wissen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Falls Sie Gemeindepräsident werden: Was sind die drei wichtigsten Punkte, die Sie in Trimbach anpacken würden?
Die wichtigsten Punkte sind für mich, dass die Finanzen weiterhin im Lot bleiben, wenn man bedenkt, dass uns Wernli und Velux verlassen werden und somit wichtige Steuerzahler wegfallen. Deswegen ist es unabdingbar, aktiv nach Alternativen zu suchen. Auch ein grosser Missstand ist, wie viel Geld der Gemeinde flöten geht, weil einige Mitbürger einfach keine Steuern zahlen wollen, beziehungsweise nicht einmal die Steuererklärung abgeben.

Die Rechnung 2016 hat mit 850 000 Franken im Plus abgeschlossen: Ist es nun Zeit für eine Steuersenkung?
Falls die Rechnung 2017 auch mit schwarzen Zahlen abschliesst, und auch kein Defizit für das nächste Jahr prognostiziert beziehungsweise budgetiert ist, würde ich mit einem klaren Ja antworten. Das wäre sicherlich auch sehr hilfreich, um neues Gewerbe nach Trimbach zu locken.

Die Wahl in den Gemeinderat haben Sie nicht geschafft – betrachten Sie dieses Votum der Stimmbürger nicht als Grund, nicht zur Gemeindepräsidentenwahl anzutreten?
Nein, wenn man das Resultat genauer betrachtet, sieht man, dass ich eigentlich am drittmeisten Stimmen erhalten habe, nur die Listenstimmen haben den Unterschied ausgemacht. Das Votum der Stimmbürger heisst für mich, das ich einen passablen Rückhalt in der Bevölkerung geniesse. Deswegen auch die Kandidatur zum Gemeindepräsidenten.

Dieter Altherr, SVP

Warum sind Sie der geeignetste Kandidat für das Gemeindepräsidium von Trimbach?
Mein ganzheitliches Mitdenken und Zuhören, dass ich für alle da bin und mein lösungsorientiertes Handeln.

Falls Sie Gemeindepräsident werden: Was sind die drei wichtigsten Punkte, die Sie in Trimbach anpacken würden?
Ein attraktives Trimbach zu erhalten und auszu bauen. Dazu gehört der Verbleib der Poststelle, das Stärken des Wohn- und Firmenstandorts Trimbach, das Stützen von Vereinen und Freiwilligenarbeit und die Schulraum- und Kindergartenplanung, inklusive Sportplätze.

Die Rechnung 2016 hat mit 850 000 Franken im Plus abgeschlossen: Ist es nun Zeit für eine Steuersenkung?
Ein Sonnenstrahl macht noch keinen Sommer. Wir müssen weiterhin sorgfältig mit den Steuereinnahmen umgehen. Die Gemeinde hat auf Jahre hinaus einen hohen Investitionsbedarf, zum Beispiel für Schulräume, Verwaltung, den Werkhof sowie Sportstätten.

Im ersten Wahlgang erzielten sie das schlechteste Resultat von allen fünf Kandidaten. Woran liegt das Ihrer Meinung nach und weshalb treten Sie trotzdem erneut an?
Viele Kandidaten für das Amt waren und sind im sozialdemokratischen Umfeld beheimatet. Die Bürgerlichen traten nur mit zwei Kandidaten an.

Zweiter Wahlgang: Kein absolutes Mehr erforderlich

Am 2. Juli fand der erste Wahlgang für das Gemeindepräsidium statt – damals noch mit fünf Kandidaten. Walter Hürst (FDP) ist danach zurückgetreten. Das absolute Mehr von 527 Stimmen hat niemand erreicht.

Nun geht der Kampf am 24. September in die zweite Runde. Ein absolutes Mehr muss dieses Mal nicht mehr erreicht werden. Gemeindepräsident wird, wer die meisten Stimmen erzielt.