Unteres Niederamt
Wenn die Jugendarbeit mit dem Bauwagen anfährt: «Die Arbeit muss sichtbar sein»

Die Offene Jugendarbeit im unteren Niederamt plant auf den Sommer die Fertigstellung ihres Bauwagens. Damit werden sie in den beteiligten vier Gemeinden an Sportplätzen und am Aareufer präsent sein.

Gabriela Strähl
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Die Jugendarbeiter schauen den Jungs beim Billard zu (v.l.): Philipe Burrell, Benjamin Plüss, Krystian de Blasi und Lucia Moser. Bruno Kissling

Die Jugendarbeiter schauen den Jungs beim Billard zu (v.l.): Philipe Burrell, Benjamin Plüss, Krystian de Blasi und Lucia Moser. Bruno Kissling

BRUNO KISSLING

Der Duft von frischen Muffins schwebt am Donnerstagabend auf dem Nabholz-Areal in Schönenwerd in der Luft. «Ich organisiere hier morgen zusammen mit meiner Kollegin Samia Riahi eine Party», so Eluana Eretti, im letzten Schuljahr der Oberstufe. Dafür backe sie im Treff Schokolade- und Zitronenmuffins. Gestern Freitag bereiteten die beiden noch Getränke für die Party vor, zum Beispiel alkoholfreien Caipirinha.

Über dieses Engagement freuen sich Lucia Moser und Philipe Burrell, die seit eineinhalb Jahren die Offene Jugendarbeit im unteren Niederamt (OJuN) leiten. Die Jugendarbeit wird von den Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach, Däniken und Eppenberg-Wöschnau getragen und öffnet jeweils von Mittwoch bis Freitag die Türen.

Bauwagen als Jugendtreff

Die Angebote reichen von Midnight-Sport über Filmabende zu Treffs nur für Mädchen oder nur für Jungs. Laut Burrell werden sie gut genutzt. So konnten sie im Monat März 400 Besuche verzeichnen. Als Vergleich: Zu Beginn ihrer Arbeit waren es pro Monat nur gerade 100 Besuche.

Die Offene Jugendarbeit unteres Niederamt wurde 2009 ins Leben gerufen. Mit dabei sind die Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach, Däniken und Eppenberg-Wöschnau. Der regelmässige Treff für 12- bis 18-Jährige findet jeweils am Mittwoch und Donnerstag von 4 bis 8 Uhr und am Freitag von 5 bis 9 Uhr in Schönenwerd statt, wo sich auch das Büro befindet. Seit 2014 leiten Lucia Moser und Philipe Burrell den Treff. Ende 2017 wird die Gemeinde Däniken aus dem Projekt aussteigen, was eine Umplanung nötig macht.

OJuN

Die Offene Jugendarbeit unteres Niederamt wurde 2009 ins Leben gerufen. Mit dabei sind die Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach, Däniken und Eppenberg-Wöschnau. Der regelmässige Treff für 12- bis 18-Jährige findet jeweils am Mittwoch und Donnerstag von 4 bis 8 Uhr und am Freitag von 5 bis 9 Uhr in Schönenwerd statt, wo sich auch das Büro befindet. Seit 2014 leiten Lucia Moser und Philipe Burrell den Treff. Ende 2017 wird die Gemeinde Däniken aus dem Projekt aussteigen, was eine Umplanung nötig macht.

Noch ist der Bauwagen allerdings nicht fertig: Zwar schon leuchtend rot gestrichen, fehlen noch die Fensterläden sowie die Inneneinrichtung. Geplant ist ein kleiner Kiosk, eine kleine Küche, Sachen wie Bälle und Diabolos zum Ausleihen und eine Sitzecke.

Arbeit muss sichtbar sein

«Was, wir haben hier eine Jugendarbeit?», lautete einmal die Reaktion eines Velofahrers, der den Bauwagen letzten Sommer sah. Solche Aussagen seien keine Seltenheit, so die Jugendarbeiter. Genau deshalb sei der Bauwagen umso wertvoller. «Momentan wollen viele Gemeinden Kosten einsparen. Deshalb ist es wichtig, dass die Bevölkerung und die Politik wissen, was die Jugendarbeit leistet, um unseren Bestand zu sichern», so Moser.

Regelmässig besuchen die beiden Jugendarbeiter die Gemeinderäte und Schulen und machen mit Flyern und auf Facebook Werbung für die Veranstaltungen. Bis Ende des nächsten Jahres ist die Zukunft jedenfalls gesichert. Da Däniken aber auf Ende 2017 den Austritt angekündigt hat, werden die Projektpläne und die Arbeitspensen neu ausgehandelt. «Aufgrund der Reaktionen in den Gemeinderäten sind wir aber zuversichtlich, dass es auch nach 2017 noch weitergehen wird», so die beiden.

Netzwerk und Vertrauen zählt

Dafür sprechen jedenfalls die vielen Stammgäste im Jugendtreff. So auch Michele Archidiacono aus Gretzenbach und Benjamin Plüss aus Däniken, beide im achten Schuljahr. Die beiden besuchen regelmässig den Treff, um Musik zu hören, zu reden und zwischendurch eine Partie Billard zu spielen. «Die Jugendlichen kommen oftmals mit eigenen Ideen und Vorschlägen auf uns zu, suchen aber auch Rat bei persönlichen Problemen», so Moser.

Dies gelingt nur durch eine gute Beziehung zu den Jugendlichen. Etwas, was sich die beiden erst erarbeiten mussten. «Der Anfang war nicht einfach. Es war, als würde ein neues Geschäft in ein kleines Dorf ziehen», vergleicht Moser die Situation. Doch mittlerweile sind die beiden gut aufgenommen und zufrieden.

Auch die Vernetzung ist zentral, nicht nur mit Jugendlichen, sondern auch mit den Schulen, der Bevölkerung und anderen Jugendarbeitsstellen. Das Frühlingsangebot, bestehend aus Europapark, Ausflug nach Luzern oder Sporttag, findet zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der JARA statt, einem Netzwerk verschiedener Jugendarbeiten in der Region Aarau. «Die OJuN allein könnte ein solches Programm nicht anbieten», so Burrell.

In den zweiwöchigen Schulferien steht aber auch noch die Fertigstellung des Bauwagens an, was noch viele Stunden in Anspruch nehmen wird. Ab Juni wird die mobile Jugendarbeit dann unterwegs sein.