Unter dem Motto «Musik mit Leidenschaft» stand das Galakonzert des Veteranenspiels Kanton Solothurn. Schon die Interpretation des Solothurner Marsches vermochte das Publikum im vollbesetzten Trimbacher Mühlemattsaal zu begeistern.

Die Sopranistin Noëmi Nadelmann gab mit «Vissi d’arte» aus Puccinis «Tosca» eine erste Kostprobe ab. Auch im nachfolgenden «Ave Maria» von Giulio Caccini wurde sie vom Blasorchester rücksichtsvoll begleitet.

«O mio babbino caro» von Puccini berührte die Herzen ebenso wie Lehars «Vilja-Lied», bei dem die Musiker auch als Chor überraschten. Die Paraderolle Nadelmanns ist jedoch Bizets «Carmen». Mit ihren langen schwarzen Haaren und dem Schmollmund spielt sie die verführerische Zigeunerin in der «Habanera» perfekt.

Zu Lehars «Meine Lippen die küssen so heiss» verteilte sie Rosen und tanzte danach als «My Fair Lady» mit dem Dirigenten in «I could have danced all night». Die begeisterten Zuschauer applaudierten stehend und wurden mit einem besonderen Stück beschenkt, dem «Ave Maria» von Franz Schubert, fein solistisch begleitet von Iris Burkhardt an der Harfe.

Wie es zum Trimbach-Trip kam

Theres-Ursula Beiner, die mit sichtlicher Freude durch das Programm führte, fragte Noëmi Nadelmann, warum sie bei diesem Projekt mitmache. Es sei durchaus üblich, dass Opernsänger dazwischen etwas anderes machen, zum Beispiel Liederabende mit Klavier.

Ausserdem habe sie hier in der Kirche Ifenthal schon mit guten Hobbysängerinnen und Sängern konzertiert. Dabei habe sie auch Edgar Straumann kennengelernt. Als Flötist des Veteranenspiels habe er sie dann angefragt.

Auch der Dirigent Robert Grob war sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Da die Sopranistin seit einiger Zeit in Australien lebt, war der Kontakt nicht ganz einfach, umso glücklicher war er, dass es geklappt hat.

Der pensionierte Militärmusiker griff darauf selbst zur Posaune und spielte gekonnt das Solo in «I’ve Made My Plans for the Summer» von John Philip Sousa.

Ein Glücksfall für das Veteranenspiel sind die Tambouren unter der Leitung von Hans Luterbacher. Mit seiner Eigenkomposition «Moose» (Elch) und «By Land and Sea» von Markus Boldt demonstrierten sie unterschiedliche Stilrichtungen.

Auch die traditionelle «Retraite» von Dr. Fritz Berger und Alex Haefelis Klassiker «Calypsambo» liessen punkto Präzision und Dynamik keine Wünsche offen.

Die Eckpfeiler des Konzertes bildeten die Blasmusikmärsche. So wurde der «Deutschmeister Regimentsmarsch» mit so viel österreichischem «Schmäh» dargeboten, dass das Publikum flott mitklatschte. Ebenso flott erklang auch der berühmte Sousa-Marsch «The Washington Post».

Mit Jean Daetwylers Marsch «Marignan» fand das denkwürdige Galakonzert einen würdigen Abschluss. Robert Grob hat es verstanden, der Blasmusik ungewohnte Klänge zu entlocken und damit sowohl seine Musiker als auch das Publikum zu begeistern.