Mitte Juli 2016: Die Sonne zeigt sich langsam wieder von der freundlicheren Seite, die Temperaturen steigen, der Regen zieht sich zurück. Und im «Niederämter» erscheint ein Baugesuch des Skiliftvereins Gsahl aus Hauenstein-Ifenthal. Es handelt sich dabei aber nicht um ein Gesuch für einen neuen Skilift, sondern für ein neues Kaffistübli. Jetzt im Sommer ist es ideal zum Bauen. Denn: «Das neue Kaffistübli soll bis zu Beginn der neuen Skisaison 2016/2017 stehen», erklärt Martin Rubitschung, Präsident des Skiliftvereins Gsahl.

Baufällige Baracke

Doch alles mal auf Anfang: Das Kaffistübli neben dem Skilift Gsahl, eigentlich eine umfunktionierte Baracke, gibt es seit Bestehen des Liftes, also seit 1969. Es wurde nie umgebaut oder renoviert. Dementsprechend ist es in einem baufälligen Zustand und muss erneuert werden. Ausserdem feiert der Skiliftverein Gsahl im Jahr 2017 sein 30-jähriges Bestehen. Deshalb möchte der Verein ein Projekt umsetzen, welches den Betrieb der beiden Skilifte für die nächsten paar Jahre sicherstellen wird.

Irgendein Bauvorhaben kann allerdings nicht realisiert werden, wie Rubitschung bestätigt: «Das Gebiet gehört zur Juraschutzzone. Dies bedeutet, dass keine neuen Gebäude gebaut, sondern nur bestehende erneuert werden dürfen.» Genau dies ist der Plan des Skiliftvereins. Das Projekt wurde an der Generalversammlung des Vereins im letzten Herbst vorgestellt und einstimmig bewilligt. Im Frühling fanden die ersten Planungsarbeiten statt und die notwendigen Bewilligungen wurden eingeholt. Mitte Juni wurde ein entsprechendes Baugesuch auf der Gemeindeverwaltung Hauenstein-Ifenthal eingereicht, die Einsprachefrist läuft noch bis 29. Juli. Mit Einsprachen rechnet Rubitschung jedoch nicht: «Die Baracke steht ja auch jetzt schon.»

Tradition bewahren

Dadurch dass das Gebäude aufgrund der Juraschutzzonen-Vorgabe nicht verändert werden darf, wird es nur minim länger und breiter. An der Kapazität ändert sich darum auch nichts: «Der Betrieb soll im gleichen Rahmen weitergeführt werden wie bisher», versichert Rubitschung. Das bedeutet, dass das Stübli nur geöffnet ist, wenn auch der Skilift in Betrieb ist. Dies war im Winter 2016 gerade mal ein Nachmittag der Fall.

Sobald das Baugesuch genehmigt wurde, soll mit dem Bauen des neuen Häuschens angefangen werden. Es entsteht ein Elementhaus mit verschiedenen Holzelementen. «Aber kein Fertighaus», wie Rubitschung betont. Die Holzelemente werden in Zusammenarbeit mit den Lernenden der Holzbau Jäggi AG aus Dulliken angefertigt. Zur gleichen Zeit soll die alte Baracke in Fronarbeit von Vereins- mitgliedern abgerissen werden. Schliesslich will der Skiliftverein, der aktuell 200 Mitglieder hat, auch ein Stück Tradition bewahren: «Das Kaffistübli ist zentraler Bestandteil des Skigebiets im Gsahl», erklärt Martin Rubitschung.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 40 000 Franken. Davon werden deren 25 000 Franken durch eigene Mittel finanziert. Der Rest wird von Sponsoren und Gönnern übernommen. Laut Martin Rubitschung sind bislang noch nicht alle Sponsorengelder beisammen, er gibt sich aber optimistisch: «Ich bin zuversichtlich, dass wir den restlichen Beitrag auch zusammenbringen werden.»