Zu Beginn der Gemeindeversammlung vom Dienstag musste Niedergösgens Gemeindepräsident Kurt Henzmann eines der Traktanden streichen. Dabei handelte es sich um die Genehmigung des neuen Reglements über die Abwasserbeseitigung.

Das Musterreglement des Kantons wird momentan noch überarbeitet und soll im Sommer zur Abstimmung kommen. Nach dieser Korrektur konnte die Versammlung mit dem Genehmigen etlicher Kredite beginnen.

Als erster Punkt wurde die Kanalsanierung an der Quellenstrasse, welche 295 000 Franken kosten soll, mit drei Enthaltungen sowie 66 Ja-Stimmen genehmigt.

Sackgasse sorgt für Ärger

Das nächste Traktandum, die Sanierung der Bözachstrasse, sorgte für mehr Widerstand. Die Vollsanierung soll einen Vollausbau der Strasse, eine Sanierung der Kanalisation sowie einen Ersatz der Wasserleitungen beinhalten.

Ein Anwohner der Sackgasse erkundigte sich, ob die Durchfahrt bis zu den hintersten Häusern während des ganzen Arbeitsprozesses, welcher voraussichtlich von Februar 2017 bis Ende 2017 dauern soll, gewährleistet sei.

Klaus Loos, Präsident der Werkkommission, und Benno Spielmann, Präsident der Wasserkommission, konnten dies jedoch nicht garantieren: «Wir haben versucht, mit dem Eigentümer des angrenzenden Landes eine Vereinbarung für eine provisorische Zufahrt zu treffen, dieser war aber nicht einverstanden», erklärte Loos.

Somit mussten die beiden eingestehen, dass während dem Ausführen gewisser Arbeiten die Zufahrt nicht zu jedem einzelnen Haus möglich sein würde. «Wir werden aber auf jeden Fall versuchen, die Umstände auf ein Minimum zu reduzieren», fügte er an.

Doch auch dies wollte dem Anwohner nicht gefallen, denn er wolle auch während einer Baustelle jederzeit zu seinem Haus fahren können. «Das ist wie der Bär, der sagt: ‹Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!› Das geht einfach nicht», erklärte Vizegemeindepräsident Andreas Meier.

So seien gewisse Einschränkungen nicht zu vermeiden, wenn man eine gut sanierte Strasse möchte. Trotz reger Diskussion konnte der Kredit über 883 000 Franken genehmigt werden.

113-jährige Leitung wird ersetzt

Ebenso klappte dies mit dem Kredit über 220 000 Franken für den Ersatz der Wasserleitung Oltnerstrasse. «Das genaue Datum ist nicht bekannt, aber diese Leitung stammt ungefähr aus dem Jahr 1903», erklärte Spielmann.

Obwohl diese ihren Job noch gut mache, sei es eher unwahrscheinlich, dass sie die geplante Strassensanierung von 2018 überleben würde. Daher, so der Präsident der Wasserkommission, müsse man diese rechtzeitig ersetzen. Auch die anwesenden Stimmberechtigten sahen dies so und nahmen den Antrag einstimmig an.

Auch die Kredite für die Erneuerung der Trefferanzeige und der Scheibenanlage beim Schiessplatz Sieg über 120 000 Franken sowie für den Kauf der Liegenschaft Neufeldstrasse 10 durch den Zweckverband Betreuungs- und Pflegezentrum Schlossgarten über 700 000 Franken wurden genehmigt. Gleich erging es dem achten Traktandum, welches die Anpassung einiger Reglemente forderte.

Als nächstes Traktandum wurde die Genehmigung eines Verpflichtungskredits über 1,5 Mio. Franken für allfällige Landerwerbe durch den Gemeinderat zur Abstimmung gebracht. Dieser Kredit habe dem Gemeinderat schon länger zur Verfügung gestanden, verfalle aber jeweils nach fünf Jahren, weshalb die Gemeindeversammlung diesem nun erneut zustimmen musste, was einstimmig geschah.

Henzmann betonte, dass dieses Geld für dringende, sinnvolle Geschäfte verwendet werde und dass momentan kein Angebot vorhanden sei, für welches man das Geld gebrauchen wolle.

Zum Schluss der Versammlung wurde über das Budget 2017 abgestimmt, welches laut Finanzverwalter Beat Fuchs ähnlich ausgefallen sei wie dasjenige des letzten Jahres. Der budgetierte Aufwandüberschuss von 37 234 Franken wurde ohne Diskussionen einstimmig angenommen.