Stüsslingen
Was wird wo gebaut? Jetzt sind die Absichten der Grundeigentümer gefragt

In der zweiten Phase auf dem Weg zur revidierten Ortsplanung in Stüsslingen sind die Grundstückeigentümer gefragt. Eine Umfrage soll zeigen, welche Bauabsichten diese in Zukunft hegen.

Christoph Zehnder
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Bruno Kissling

Laut Planungs- und Baugesetz des Kantons Solothurn müssen Gemeinden ihre Ortsplanung in der Regel alle zehn Jahre überprüfen und bei Bedarf anpassen. Die aktuell rechtsgültige Ortsplanung in Stüsslingen stammt noch aus dem Jahr 2001. Höchste Zeit also für eine Revision. Diese befindet sich genau genommen auch schon seit geraumer Zeit in Vorbereitung.

Unter Einbezug der Bevölkerung wurde bereits 2015 ein räumliches Leitbild erarbeitet. Dieses dient als Grundlage für die revidierte Ortsplanung und wurde Ende 2016 von der Gemeindeversammlung verabschiedet. Im vergangenen Juni stimmte ebenfalls die Gemeindeversammlung einem Kredit über 300'000 Franken für die Ortsplanungsrevision zu.

Das Projekt nimmt langsam Gestalt an. Ende 2017 fand ein Dorfrundgang statt, mit dem Ziel, alle Beteiligten miteinander zu vernetzen. Dazu gehören ausser den Raumplanern und dem Gemeinderat auch Architekten, Biologen sowie die Mitglieder der Planungskommission. Fachlich wird der gesamte Prozess bis zur Revision vom Planungsbüro BSB+Partner aus Oensingen betreut.

Fokus auf unüberbaute Zonen

Gegenwärtig läuft die zweite Phase im Projekt an (siehe Zeitplan). Diese steht im Fokus der zu erarbeitenden Entwürfe der Nutzungspläne, Reglemente und Berichte, wie Kilian Gerber, Präsident der Planungskommission, erklärt.

Unter fachlicher Führung des Planungsbüros werden auf Basis der im räumlichen Leitbild formulierten Ziele und Massnahmen sowie der Arbeiten aus der ersten Phase die relevanten Fachbereiche bearbeitet und die Planungsziele definiert. Die Entwürfe für Nutzungspläne und Reglemente werden gemeinsam erarbeitet. «Der Fokus liegt zudem auf dem Umgang mit unüberbauten Bauzonen respektive deren Mobilisierung und Erschliessung», so Gerber.

Ortsplanungsrevision

Zeitplan

Phase 1 (Sept. 17 bis Febr. 18): Grundlagen und Analysen.
Phase 2 (Jan. 18 bis Dez. 18): Entwürfe Nutzungspläne, Reglemente und Berichte.
Phase 3 (Jan. 19 bis Sept. 19): Vorprüfung und Mitwirkung.
Phase 4 (Okt. 19 bis Mai 20): Auflage und Genehmigung.

In der zweiten Phase werden zudem Begehren aus der Bevölkerung geprüft und bei Bedarf Gespräche mit den Grundeigentümern geführt. Eine Umfrage unter den Landeigentümern in Stüsslingen soll zeigen, welche Bauabsichten diese in Zukunft hegen, und mögliche Zonen definieren. «Die Umfrage hat zum Ziel herauszufinden, welche Grundstückeigentümer von unbebautem Bauland innerhalb der nächsten zehn Jahre die entsprechenden Parzellen überbauen wollen», erklärt der Planungskommissionspräsident.

Ebenfalls möchte man von den Landwirten im Ort in Erfahrung bringen, welche Zukunftspläne diese in den nächsten 15 Jahren für ihre Betriebe haben. «Die Eigentümer von Landwirtschaftsland wurden gebeten mitzuteilen, ob sie auch bereit wären das Land zu verkaufen, falls es umgenutzt werden könnte.» Die Ergebnisse aus diesen Umfragen sollen laut Gerber spätestens im zweiten Quartal 2018 vorliegen.

Planungszone im Zentrum

Ein zentrales Thema bei der gegenwärtigen Revision der Ortsplanung ist die Ausgestaltung des Dorfkerns. Der Gemeinderat hat darum in diesem Gebiet die Planungszone «Dorfzentrum» festgesetzt. Diese liegt seit Anfang Woche öffentlich auf und soll drei Jahre Gültigkeit haben.

Durch die Planungszone soll laut Gerber Zeit gewonnen werden, um offene Fragen rund um ein Gebiet mit noch unbebautem Bauland im Dorfzentrum beantworten zu können. Das Instrument der Planungszone ermöglicht es, bauliche Veränderungen auf einem genau festgelegten Gebiet zu verhindern, sofern sie der laufenden Planung widersprechen würden.

Wie die meisten Gemeinden ist auch Stüsslingen dazu angehalten, in Zukunft dichter im Zentrum zu bauen und so dem allgemeinen Trend der Zersiedelung in den letzten Jahrzehnten entgegenzuwirken. «Primär hat natürlich der kantonale Richtplan mit der Prämisse ‹Verdichtung nach innen› einen grossen Einfluss auf die Ortsplanung», bestätigt Gerber.

Mehrstufige Mitwirkung

Bei der künftigen Entwicklung ihres Dorfes sollen schliesslich auch die Einwohnerinnen und Einwohner von Stüsslingen mitreden dürfen. Bereits bei der Erarbeitung des räumlichen Leitbildes flossen wichtige Inputs aus der Bevölkerung ein. Diese Gelegenheit wird es in Zukunft weiterhin geben.

Es handelt sich laut Kilian Gerber um ein breites, mehrstufiges Mitwirkungsverfahren mit Informationsveranstaltungen, Sprechstunden und Internet-Nutzung, «jeweils mit der Möglichkeit zur mündlichen und schriftlichen Stellungnahme angedacht». Dies werde jedoch hauptsächlich in der dritten Phase der Ortsplanungsrevision der Fall sein. «Über weitere Informationsmöglichkeiten in Form von Fragerunden des Gemeinderates, kleinen Ausstellungen oder Ähnlichem wird in nächster Zeit noch bestimmt.»

Die Einwohner von Stüsslingen können jedoch bereits seit Beginn der Revision zu jeder Zeit ihre Begehren bei der Planungskommission deponieren, betont der Kommissionspräsident. Zudem werde laufend über den aktuellen Stand des Projekts informiert. Dies geschieht mehrspurig, beispielsweise in der Stüssliger Dorfzeitung «Sternen News», über ausgewählte Zeitungsartikel oder aber auf der Gemeindehomepage, wo auch sämtliche Projektdetails sowie wertvolle Hintergrundinformationen rund um das Thema Raumplanung zu finden sind.

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