Lostorf

Was in 150 Jahren hineinkam, musste wieder hinaus

Das leere Dachgebälk des Gebäudes an der Mahrenstrasse 102 – das äussere Erscheinungsbild bleibt beim Umbau erhalten.

Das leere Dachgebälk des Gebäudes an der Mahrenstrasse 102 – das äussere Erscheinungsbild bleibt beim Umbau erhalten.

Für das Alterswohngruppenprojekt «102 im 102» in Lostorf hat eine Gruppe von Betreuten das Innere des ehemaligen Sigristenhauses rückgebaut.

Vom Gebäude an der Mahrenstrasse 102 in Lostorf, neben dem Buechehof, stehen aktuell fast nur noch die alten Bruchsteinmauern und der gut abgestützte Dachstuhl. Doch Ende Jahr soll schon die neue Alterswohngruppe des Buechehofs dort einziehen.

Vergangenes Frühjahr hatte der Vorstand des Trägervereins der sozialtherapeutischen Einrichtung Buechehof in Lostorf entschieden, eine Angebotserweiterung in Form einer Alterswohngruppe anzupacken. Das dafür vorgesehene Gebäude, das ehemalige Sigristenhaus, gehört schon seit den Neunzigerjahren dem Buechehof. Nun sind die Umbauarbeiten im und am Gebäude gestartet.

Rückbau durch die Betreuten

In einem ersten Schritt und als eigentlicher Startschuss für das Projekt zog im September 2016 die Weberei, ein Arbeitsbereich des Buechehofs, ins vorgesehene Ausweichquartier an der Sälistrasse 42 in Lostorf. Und dann gings los mit den Rückbauarbeiten an dem altehrwürdigen Sigristenhaus. Diese erledigte bis Mitte Dezember der Buechehof zum allergrössten Teil in Eigenleistung.

Das heisst, eine Gruppe von Betreuten, an- und begleitet von einem versierten Fachmann, trug alles, was im Laufe der letzten gut 150 Jahre ins Gebäude getragen wurde, wieder hinaus. Alles wurde fein säuberlich sortiert, denn vieles ist wieder einsetzbar oder kann einer neuen Verwendung zugeführt werden. Schöne Bruchsteine von rückgebauten Mauern können zum Beispiel wieder in Bruchsteinmauern in der neuen Umgebungsgestaltung gebraucht werden und müssen deshalb abseits zwischengelagert werden. Auch alte Balken werden nicht einfach in die Mulde geworfen, sondern schön gestapelt, denn aus ihnen können vielleicht in den kommenden Jahren Kunstgegenstände entstehen, die dann am Adventsverkauf des Buechehofs wieder unter die Leute kommen. Eine intensive und zeitraubende Arbeit, die aber bei sehr vielen Betreuten sehr beliebt war und zu einem echten «Renner» wurde, denn wann darf man sonst etwas legal zerlegen!

Viel ist es zurzeit nicht mehr, das vom Gebäude steht. Das leere Dachgebälk und die dicken Aussenmauern bilden noch die Hülle, innen ist viel Raum, der in den kommenden Monaten seinem neuen Zweck zugeführt wird. Seit einigen Wochen haben denn auch die «echten» Handwerker das Zepter übernommen. Nun gilt es wieder Etage für Etage und Mauer für Mauern einzubauen, damit das Haus zukünftig barrierefrei seinem neuen Zweck dienen kann.

Mehr Platz für die Weberei

Im Erdgeschoss des dreigeschossigen Gebäudes wird dann wieder die Weberei einziehen. Das sehr beliebte Arbeitsangebot wird dann deutlich mehr Platz für seine Aktivitäten und vor allem auch genügend Tageslicht für die zum Teil sehr filigranen Arbeiten haben.

Ein Stockwerk höher bekommt die Alterswohngruppe ihr Zuhause. Fünf grosszügige Zimmer, mit der angepassten Infrastruktur, wird die zukünftige Wohngruppe Buche anbieten können. Im Dachgeschoss schlussendlich entstehen zusätzlich Räume für die Wohngruppe, Therapieräume für das interne Therapieangebot des Betriebs sowie eine kleine Wohnung als Zimmerangebot für am Buechehof arbeitende auswärtige Auszubildende, Praktikanten und Zivildienstleistende.

Intern werden die drei Ebenen entsprechend den Bedürfnissen der neuen Bewohner mit einem Lift verbunden werden. Die externe Anbindung an die anderen Gebäude des Buechehofs erfolgt über zwei neue, ebene und damit auch rollstuhlgängige Verbindungen.

Fertig bis zum 30. Geburtstag

Pünktlich bis zum 30. Geburtstag des Buechehofs am 14. November 2017 werden die Umbauarbeiten abgeschlossen sein, sodass die Geburtstagsfeier in den neuen-alten Gemäuern stattfinden kann. Im Dezember 2017 werden dann die Alterswohngruppe und die Weberei einziehen und wieder Leben und Wärme in das Gebäude tragen.

Parallel zu den Bauarbeiten sind die weiteren Arbeiten im Zusammenhang mit der Schaffung des neuen Angebots des Buechehofs angelaufen. So gilt es einerseits, die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner intensiv auf ihrem Weg in ihren neuen Lebensabschnitt zu begleiten, und auch alle anderen Betreuten sind natürlich sehr interessiert an dem, was da an der Mahrenstrasse 102 entsteht. Andererseits muss das neue Betreuerteam zusammengestellt werden, damit dieses rechtzeitig einsatzbereit ist.

Vorstand und Geschäftsleitung des Buechehofs freuen sich über das planmässige Voranschreiten der Arbeiten und sind froh um breite Unterstützung.

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