Niedergösgen

Warten auf die endgültigen Zahlen: So steht es um den Ausbau des BPZ

Das brachliegende Grundstück an der Neufeldstrasse 6 und 10 (unten links) liegt in der falschen Zone.

Das Pflegezentrum «Schlossgarten» in Niedergösgen soll erweitert werden. Dafür muss das Projekt aber noch einige Hürden überwinden – und einen Businessplan vorlegen.

«Schon seit 2014 machen wir uns Überlegungen, wie wir den ‹Schlossgarten› modernisieren können», sagt David Wälchli, Leiter des Betreuungs- und Pflegezentrums (BPZ) in Niedergösgen. Es gehe bei dieser Modernisierung darum, zeitgemässe Wohnmöglichkeiten für betagte Menschen anzubieten.

«Das Gebäude wurde vor 30 Jahren gebaut und damals waren die Bedürfnisse noch ganz anders», sagt er weiter. Heute wollten zum Beispiel nur noch wenige in Zweibettzimmern wohnen. Diese Bedürfnisänderung verlange nach baulichen Massnahmen.

Grundstücke sind bereit

Durch den Kauf der zwei Liegenschaften an der Neufeldstrasse 6 und 10 hat sich eine kostengünstige Variante ergeben. Anstatt das bestehende Gebäude umzubauen, plant das BPZ ein neues Gebäude. Das Gebäude mit der Hausnummer 10 wurde schon abgerissen, da man Vorkommen von Schlacke und Asbest gefunden hat. Das hat eine Zwischennutzung verunmöglicht. Die zweite Liegenschaft ist bis zum Baubeginn das «Haus der Ruhe», wo sich die Angestellten in den Pausen zurückziehen können.

Bis man jedoch mit dem Neubau beginnen kann, müssen noch einige administrative Hürden überwunden werden. Denn das neu erworbene Grundstück liegt in der Wohnzone W2. Bevor das BPZ bauen darf, muss die Parzelle noch in eine Zone für öffentliche Bauten umgezont werden.

Änderung der Zone im Dezember 2018 bestätigt

Die erste Hürde hat der Zweckverband, der aus den Einwohnergemeinden Lostorf, Niedergösgen, Rohr und Stüsslingen sowie der Bürgergergemeinde Niedergösgen besteht, vergangenes Jahr erfolgreich genommen. «Wir haben beim Niedergösger Gemeinderat die Teilzonenplanänderung beantragt und dieser wurde am 18. Dezember 2018 einstimmig stattgegeben», sagt Urs Spielmann, Präsident des Zweckverbands. Im Anschluss sei diese Änderung dem Kanton unterbreitet worden, der sie gutgeheissen habe.

Doch anstatt, dass die Gemeinde dem Zweckverband grünes Licht gegeben hätte, wurde an der Gemeinderatssitzung von vergangener Woche ein Rückkommensantrag gestellt. «Dieser Antrag bedeutet, dass der Gemeinderat den Entscheid vom Dezember 2018 aufgehoben hat», erklärt Spielmann.

Businessplan soll im Herbst vorliegen

«Für uns kam das nicht überraschend», wirft Wälchli ein. Die Gemeinde habe bereits im Vorfeld nach Zahlen gefragt. Damit meint der Zentrumsleiter einen Businessplan. «Wir haben den Businessplan im März in Auftrag gegeben und er wird im Herbst vorliegen.» Man habe nicht einen teuren Businessplan in Auftrag geben wollen, bevor man nicht sicher war, dass die Behörden die Zonenplanänderung bewilligen.

Dass die Gemeinde die Umzonung nun aufschiebt, irritiere aber. Es habe sich ja nichts an der Ausgangslage geändert, meinen Spielmann und Wälchli. Spielmann führt aus, dass der Businessplan erst den Gemeinderäten der am Zweckverband beteiligten Gemeinden vorgelegt werde, nachdem er an der Delegiertenversammlung des Zweckverbands im November besprochen wurde. «Grundlage für dieses Vorgehen sind die Statuten des Zweckverbands», so Spielmann.

Das Pferd von hinten aufzäumen

Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt der Niedergösger Gemeindepräsident, Roberto Aletti, diesen Ablauf. «Im Dezember 2018 war ich noch relativ frisch im Amt», erklärt er. Er trat im Oktober 2018 sein Amt an. Damals habe man der Umzonung zugestimmt, ohne dass ein konkreter Businessplan vorgelegen habe.

«Uns geht es lediglich darum, die Reihenfolge umzukehren.» Bei einem solchen Geschäft sollte der Businessplan eigentlich am Anfang stehen und nicht später nachgereicht werden, sagt er. Sobald die Delegiertenversammlung dem Businessplan zustimmt, werde man umzonen. Aletti: «Damit können wir das Geschäft dann in der richtigen Reihenfolge abwickeln.»

Spielmann und Wälchli sind überzeugt, dass trotz dieser Verzögerung die Umzonung von der Gemeinde Niedergösgen schliesslich erfolgreich vorgenommen wird. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass die Gemeinde dieses Projekt stoppen wird, aber es bedeute schon eine gewisse Unsicherheit. Durch dieses Intermezzo werde der Bau nicht verzögert, so Wälchli.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1