Kurz vor 20 Uhr abends setzte eine Joggerin einen Notruf ab: Im Wald bei Niedergösgen war ein Feuer ausgebrochen. Der Brand befand sich laut der Kantonspolizei Solothurn am Waldrand im Bereich Möslistrasse, direkt am Wegrand. Die Feuerwehr Niedergösgen rückte umgehend mit einer 15-köpfigen Mannschaft aus.

Martin Kern, Kommandant der Feuerwehr Niedergösgen, sagt auf Anfrage: «Es dauerte zwei Stunden, bis das Feuer gelöscht war.» Gebrannt habe ein Haufen, auf dem der Förster Sturmschaden-Holz aufgetürmt hatte. Laut der Polizei ist die beschädigte Fläche zehn mal zehn Meter gross. Kern sagt: «Es hätte viel schlimmer kommen können. Wenn wir nur eine halbe Stunde später gekommen wären, hätten die ersten Bäume schon gebrannt», sagt Kern. Es sei ein glücklicher Zufall gewesen, dass die Joggerin das Feuer bemerkt hatte.

Augenzeugen gesucht

Wie die Polizei mitteilt, wurden zur Klärung der Brandursache Spezialisten der Kantonspolizei Solothurn hinzugezogen. Diese würden nun die Ermittlungen aufnehmen. Dennoch sei die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Augenzeugen sollen sich bei der Polizei in Olten unter 062 311 80 80 melden.

Schweizweit herrscht derzeit in mehreren Kantonen erhebliche Waldbrandgefahr. Dies teilt das Bundesamt für Umwelt online mit. Die Lagebeurteilung des Solothurner Amts für Militär und Bevölkerungsschutz kommt zum gleichen Schluss: In allen Regionen des Kantons Solothurn würde «erhebliche» Wald- und Flurbrandgefahr bestehen. Damit spricht der Kanton die dritte von fünf Gefahrenstufen aus. Die Streuschicht in den Wäldern könne sich aufgrund der Trockenheit sehr leicht entzünden. Zudem würden die unteren Bodenschichten weiter austrocknen.

Angekündigte Hitze verschärft die Brandgefahr

Am kommenden Mittwoch trifft sich das Amt zur nächsten Lagebeurteilung, wie Amts-Chef Diego Ochsner auf Anfrage erklärt. «Es ist durchaus möglich, dass wir die Stufe erhöhen werden», sagt er. Das würde heissen: «grosse» Wald- und Flurbrandgefahr.

Mit welchen Folgen für die Bevölkerung? «Müssen wir die Warnstufe erhöhen, kann es sein, dass wir auch ein Feuer- und Feuerwerksverbot aussprechen müssen», so Ochsner. Diese Massnahme sei im Moment «sehr wahrscheinlich». Die angekündigte Hitze in den nächsten Tagen würde die Gefahr noch zusätzlich verschärfen. Da könne auch ein Gewitter keine Abhilfe schaffen. «Gerade im Hinblick auf die Feierlichkeiten am 1. August ist es uns wichtig, frühzeitig zu kommunizieren», sagt Ochsner weiter.

Das empfiehlt der Kanton

Sowohl der Chef des Amts für Militär und Bevölkerungsschutz als auch die Feuerwehr Niedergösgen appellieren an den gesunden Menschenverstand, was den Umgang mit Feuer angeht. Ausserdem empfiehlt der Kanton:

  • Brennende Zigaretten und Streichhölzer nie wegwerfen.
  • Offizielle Feuerstellen fürs Grillieren verwenden.
  • Bei starkem Wind auf Feuer im Freien verzichten.
  • Feuerwerk nur an Orten mit ausdrücklicher Bewilligung der Standortgemeinde abfeuern.