Dulliken

Vor 47 Jahren: Turnverein legte Grundstein für Städtepartnerschaft

Gemeindepräsident Walter Rhiner vor dem Begrüssungsschild am Ortseingang von Dulliken, das auf die Partnerschaft mit Ammerndorf hinweist

Gemeindepräsident Walter Rhiner vor dem Begrüssungsschild am Ortseingang von Dulliken, das auf die Partnerschaft mit Ammerndorf hinweist

Dulliken pflegt seit 1973 einen Austausch mit der Gemeinde Ammerndorf in Mittelfranken. Seit 1996 sind beide Dörfer offizielle Partner.

«Herzliche willkommen in Dulliken – Partnergemeinde von Ammerndorf» steht auf einem blauen Schild hinter der Ortstafel. Der Turnverein Dulliken stand am Anfang dieser Verbindung, wie auf der Homepage der Gemeinde nachzulesen ist: «Anfangs des Jahres 1973 suchten Vertreter des Turn- und Sportvereins Ammerndorf (TSV) Kontakt mit einem Turnverein in der Schweiz.» Die ehemalige Dulliker Kirchensigristin Frau Althaus war in Ammersdorf aufgewachsen. Ihr Bruder, der noch dort wohnte, bat sie, mit dem Turnverein Dulliken Kontakt aufzunehmen.

Zum ersten Mal reisten Vertreter des TSV über Ostern 1973 nach Dulliken. Es wurde abgemacht, einen Wettkampf beider Vereine auszutragen. Am 17. August 1973 traf die rund 30-köpfige Delegation aus Ammerndorf ein. Ein legendäres Nachtessen im Naturfreundehaus auf dem Rumpel, für die Ammerndorfer die «Rumpelhütt’n», förderte die Freundschaft. 1974 folgte dann der Dulliker Gegenbesuch in Ammerndorf.

Gemeindepräsident Walter Rhiner hat in seinem Archiv die umfangreiche Chronologie zu Tage gefördert. Bis Anfang der 1990er-Jahre standen die sportlichen Anlässe im Zentrum: Gemeinsam besuchten die beiden Vereine unter anderem 1976 das 28. Solothurner Kantonal-Turnfest in Grenchen. «Die Ammerndorfer waren begeistert vom Schweizer Sektionsturnen, den Schwinger-Wettbewerben, dem Turnwettkampf, dem Volleyballturnier sowie ihrem Quartier auf dem Obergrenchenberg», so Rhiner. Besuche von Sportfesten dies- und jenseits der Grenze festigten die Beziehungen.

Seit 1996 offizielle Partnerschaft

Zum 1100-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Dulliken 1993 reisten die Ammerndorfer mit zwei Reisebussen an. Der Besuch markierte einen Wechsel, von der Freundschaft zweier Vereine hin zu einer offiziellen Verbindung, wie Rhiner weiss: «Anlässlich dieses Besuchs in Dulliken ist die Idee einer Partnerschaft beider Gemeinden entstanden!» Nach drei Jahren wurde diese Realität. Am 21. April 1996 wurde mit einem Festakt und einer Urkunde auf dem Ammerndorferplatz in Dulliken die Partnerschaft offiziell. Der damalige Dulliker Gemeindepräsident Walter Kummer und der Ammersdorfer Bürgermeister Franz Schmuck enthüllten die Partnerschaftstafel am Gemeindehaus Dulliken.

Als einen Monat später die 750-Jahrfeier des Marktes Ammerndorf stattfand, wurde ein Partnerschaftsstein enthüllt und der Dulliker Platz eingeweiht. «Die Musikgesellschaft und die Jugendmusik, der Trachtenverein, Vertretungen des Turnvereins sowie von Einwohner- und Bürgergemeinde nahmen an diesem tollen Anlass teil», berichtet Rhiner. Es folgen weitere Besuche zu Turn- und Feuerwehrfesten. Dieses Jahr hätten die Dulliker das Brauereifest in Ammersdorf besuchen wollen, wegen der Pandemie findet dieser Ausflug jedoch nicht statt.

Zukunft ist noch offen

In Dulliken inzwischen vor allem die Feuerwehr anstelle des Turnvereins getreten, was die Kontakte auf Vereins-Ebene anbelangt. Auf Seiten der Gemeinde gehört die Partnerschaft zur Öffentlichkeitsarbeit, direkter Ansprechpartner ist Rhiner.

Offen ist die Frage, wie die Partnerschaft in Zukunft gepflegt werden soll: «Viele der ursprünglichen Vereinsvertreter aus den Anfangszeiten sind nicht mehr aktiv oder teilweise bereits verstorben. Dadurch verringerten sich auch die persönlichen Kontakte zwischen Einzelpersonen und Familien in den Gemeinden. Und diese Kontakte wären enorm wichtig, um eine solche Partnerschaft nachhaltig pflegen zu können», gibt Rhiner zu bedenken. «Wir werden uns deshalb zusammensetzen und überlegen, wie die Zukunft dieser Gemeindebeziehung aussehen könnte.» Persönlich selbst war schon mehrere Male in Ammerndorf: «Es hat mir sehr gefallen.»

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