Dulliken

Von Klassik über Pop bis zur Volksmusik: Musik baut Brücken

Die Instrumentalisten, Sängerinnen und Sänger proben gemeinsam mit Dirigentin Ursula Bolliger Kamerbeek in der Römisch-Katholischen Kirche.

Die Instrumentalisten, Sängerinnen und Sänger proben gemeinsam mit Dirigentin Ursula Bolliger Kamerbeek in der Römisch-Katholischen Kirche.

Der «Chlyfäudchor» und der Kirchenchor bauen gemeinsam durch Musik Brücken. Die Rund 140 Sängerinnen werden in der Römisch-Katholischen Kirche in Dulliken auftreten.

«Singen bewegt» ist der Titel des Konzerts, welches am Samstag, 20. Mai, um 18.30 Uhr in der Römisch-Katholischen Kirche in Dulliken stattfindet. «Die Musik bewegt uns emotional, aber auch körperlich und kulturell», erklärt Ulrika Mészáros, Chorleiterin des Kirchenchors Dulliken, den Namen des Konzerts. Gemeinsam mit Ursula Bolliger Kamerbeek, Musikschullehrerin in Dulliken, hat sie die Idee in die Realität umgesetzt und das Konzert, in welchem rund 140 Personen mitsingen, organisiert.

Unterstützt werden die Sängerinnen und Sänger von den Instrumentalisten Daniel Hellbach, Brigitte Salvisberg, Samuel Freiburghaus, Roberto Vacca, Samuel Jungen, Vessela Kazakova, Iliyana Kazakova, Jonas Veress und Fabian Studer an E-Piano, Orgel, Klarinette, Akkordeon, Violine, Viola, Violoncello und Perkussion.

Die Idee entstand schon vor einigen Jahren, als in der Vorstandssitzung des Kirchenchors über neue Konzertideen diskutiert wurde. Schon damals war klar, dass ein Konzert mit einem Kinderchor oder mit Jugendlichen entstehen sollte. Ursula Bolliger Kamerbeek sang zu dieser Zeit schon wöchentlich eine Lektion mit den Dulliker Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klasse.

Letztes Jahr, am Abschlussessen der Musikschule, trafen die Idee des Kirchenchors und das bereits laufende Projekt Bolligers aufeinander. Der Kirchenchor der Römisch-Katholischen Kirche Dulliken und der «Chlyfäudchor» der 3. und 4. Klasse des Kleinfeldschulhauses haben sich darauf zusammengeschlossen.

Brücken sind bereits gebaut

Um den Chor noch zu vergrössern, wurde der Kirchenchor der Römisch-Katholischen Kirche geöffnet. Für dieses Konzert konnten Eltern der Schüler oder sonstige Interessierte dem Chor beitreten. Einige der Eltern haben dieses Angebot genutzt, es sind etliche Männer dazugestossen. «Singende Männer sind rar», lacht Ulrika Mészáros.

In kompletter Form konnte dann begonnen werden, für das Konzert vom nächsten Samstag zu üben. Erklärtes Ziel des Konzerts: «Brücken bauen. Zwischen Jung und Alt, zwischen verschiedenen Kulturen», sagt Bolliger. Und das läuft bereits jetzt gut. Während die jüngsten Sänger erst neun Jahre alt sind, leben zwei Frauen des Kirchenchors bereits seit über 90 Jahren.

Obwohl noch nicht alle Schüler unbedingt gerne oder gut singen, gehört die wöchentliche Stunde zum Unterricht und ist somit obligatorisch. «Die, die es nicht können, singen meist in der höchsten Lautstärke», lacht Bolliger. «Aber genau das ist das Schöne. Alle stecken einander mit ihrer guten Laune an, alle machen mit.»

Aber besonders konnten die kulturellen Brücken gebaut und gefestigt werden. «Rund 75 Prozent aller Kinder sind nicht Christen», so Mészáros. Trotzdem habe es zu keinen Problemen geführt, in einer Kirche zu proben. Alle Kinder verstehen sich gut miteinander. Im Konzert ist Musik vieler verschiedener Kulturen eingebaut: Von Schweizer Volksmusik über klassische Renaissance- bis hin zu Balkanmusik ist alles dabei.

Ein Junge, der meist still war und die Stunden verbrachte, ohne zu singen, sang beispielsweise plötzlich mit, als er zu hören bekam, dass ein bulgarisches Lied gesungen würde. «Genau so bauen wir die Brücken. Wir bringen den Kindern ihre Kulturen gegenseitig näher», erklärt Ulrika Mészáros. «Wir wollen das Schubladendenken auflösen und zeigen, dass wir einander gegenseitig unterstützen können», fügt Bolliger an.

Eine Heimat für alle

Dies spiegelt sich auch in einem Lied wider, das Ursula Bolliger Kamerbeek geschrieben hat. «Dullikerlied» ist der Name des Stücks, welches aufzeigen soll, dass das Dorf eine gemeinsame Heimat für alle ist – egal, welchen Hintergrund man hat. Die kulturellen Differenzen sollen dadurch geschätzt werden, nicht verurteilt.

Ein weiteres Lied, welches den beiden Frauen am Herzen liegt, ist «Carpe Diem», welches von Daniel Hellbach komponiert wurde. Den Text dazu hat Beno Meier von einem Horaz-Gedicht übersetzt. Damit soll eine weitere Botschaft rübergebracht werden: Dass wir alle den Tag nutzen, in dem wir uns gerade befinden, und mit dem glücklich sind, das wir haben.Oder, wie «Carpe Diem» dies ausdrückt: «Läb hött und ned erscht morn! Läbsch hött, de läbsch au morn!»

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