Lostorf

Von der Weide auf den Teller: Das Restaurant Maro’s ist auch ein kleiner Bauernhof

Zum neu eröffneten Restaurant «maro’s» in Lostorf gehören auch Hühner, Ziegen, Schweine, Nandus und Kaninchen. Das Fleisch auf der Speisekarte kommt vom eigenen Hof.

Ein Hahn kräht, Zwergziegen suchen Schatten unter einem Holzversteck, und drei Nandus, südamerikanische straussenähnliche Vögel, mustern interessiert den Besuch. Auf der Wiese hinter dem Erlebnisrestaurant «maro’s» an der Hauptstrasse 8 in Lostorf fühlt man sich wie auf einem Bauernhof. Das ist Teil des Konzepts des Restaurants, das Manuela Wolter und Roman Guldimann Anfang März eröffneten.

Die Gäste dürfen die Wiese unterhalb der Sommerterrasse betreten und die Hühner, Ziegen, Schweine, Nandus und Kaninchen streicheln. Wenn es den Tieren zu viel wird, ziehen sie sich in die Bereiche zurück, zu denen die Gäste keinen Zutritt haben. «Das freut nicht nur die Kinder, sondern auch ältere Menschen, die auf einem Bauernhof aufgewachsen sind», erzählt Wolter.

Die Tiere sind aber auch Nutztiere. Auch dafür wollen Guldimann und Wolter Verständnis schaffen. «Die Kinder lernen, woher etwa Eier und Fleisch kommen», erzählt Guldimann. So können die Kinder zum Beispiel für den Sonntagsbrunch ein Ei aus dem Stall holen, welches dann von der Köchin nach Wunsch zubereitet wird.

Saisonale und regionale Küche

Das Restaurant setzt auf regionale und saisonale Küche und Fleisch vom eigenen Hof oder von Landwirten aus der Region. Eine fixe Speisekarte gibt es nicht. Grund dafür ist, dass man von einem geschlachteten Tier möglichst alle Stücke verwerten möchte, bevor ein weiteres geschlachtet wird. Ganz nach der Philosophie «from nose to tail». «Deshalb kann es sein, dass wir von Samstag auf Sonntag die Menüs anpassen», führt Wolter aus.

Manchmal bleibt die Speisekarte auch für zwei Wochen aktuell. «Der respektvolle Umgang mit den Tieren ist uns sehr wichtig», sagt Wolter. Wenn das Wirtepaar selbst in einem Restaurant ist, verzichtet es auf Fleisch, wenn es von weit herkommt. Die eigenen Tiere begleiten sie von Geburt bis zum Tod und achten dabei auch auf einen stressfreien Transport. Wer auf Tierprodukte verzichten möchte, findet auf der Speisekarte vegetarische Gerichte, die leicht auch vegan zubereitet werden können.

Mit der Eröffnung des Restaurants haben sich Wolter und Guldimann lang gehegte Wünsche erfüllt. «Ein eigenes Restaurant war mein Kindheitstraum», erzählt Hobbyköchin Wolter, die bereits als Zahnarztassistentin, als Tierpflegerin und in Restaurants mit ähnlichem Konzept arbeitete. Guldimann, gelernter Metzger, wollte nach jahrelanger Arbeit als Geschäftsführer der Schlosserei Guldimann etwas Neues beginnen. Gemeinsam packten sie das eigene Restaurant in der früheren Lagerhalle in Lostorf an. Freunde und Familie halfen beim Umbau mit. Eine Woche vor der Eröffnung feierte Guldimann seinen 50. Geburtstag im neu fertiggestellten Restaurant. Während sich Wolter und die fest angestellte Köchin um den Gastbetrieb kümmern, ist Guldimann für die Tierpflege zuständig. Er zeigt den Kindern die Tiere, während deren Eltern in Ruhe auf der Terrasse einen Kaffee trinken können.

Eröffnungsfeier mit 500 Gästen

Eine Woche nach der Eröffnungsfeier mit rund 500 Gästen musste das Restaurant aufgrund der bundesrätlichen Notverordnung wieder schliessen. Wolter und Guldimann stellten auf Take-away-Betrieb um. Seit über einer Woche können sie nun wieder Gäste bewirten, allerdings nur mit 36 statt 60 Sitzplätzen. «Wir hatten zuerst Bedenken, weil wir ja noch nicht etabliert sind», erzählt Wolter. Am letzten Wochenende wurden sie positiv überrascht. «Wir hatten sehr viele Reservationen», berichtet Guldimann erfreut.

Das «maro’s» ist jeweils am Donnerstag und am Freitag am Abend sowie am Samstag und Sonntag tagsüber geöffnet. Hinzu kommen Kindergeburtstage und sonntägliche Brunches. Einige weitere Projektideen ruhen wegen der aktuellen Situation, etwa ein Nachmittag, an dem Senioren und Kindern gemeinsam Erdbeeren pflücken und Erdbeermarmelade herstellen können. «Wir sind zuversichtlich für die Zukunft», sagt das Paar.

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