Es war ein kalter und stürmischer Tag. Richtiges «Sauwätter», wie man so schön auf Schweizerdeutsch sagen würde. Nichtsdestotrotz, stand neben der St.-Katharina-Kirche im Ifenthal am Samstagmorgen eine kleine Weihnachtsidylle: 15 Stände und ihre Besitzer warteten auf Freunde, Familie, Bekannte und Nachbarn aus den umliegenden Dörfern. Die drei Organisatoren Urs Bitterli, Marcel Studer und Melanie Bühler haben sich auch im zweiten Jahr ordentlich ins Zeug gelegt: Die Atmosphäre war einzigartig, selbst oder besonders während stürmische Böen die Planen und Zelte zu stürzen drohten.

«Wir wollen klein und herzig sein, familiär und übersichtlich bleiben, ganz einfach», erklärte Melanie Bühler das Konzept. Die quadratisch angeordneten Stände und der leckere Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein in der Luft bildeten gemeinsam eine heimelige Atmosphäre und lockten mit leckeren Häppchen und wunderschönen hausgemachten Basteleien sowie Strickereien ganz nach dem Motto «Vom Dorf fürs Dorf».

Ein Märet mit sehr viel Herz

Gleich beim Eingang gab es auf der rechten Seite selbst gestrickte Wollsocken jeglicher Farben sowie von Hand hergestellten Schmuck aus Espresso-Kapseln. Der süssliche Duft von gebackenem Teig lud weiter in den Märet zur Crêperie von Monika und Edoardo Nyffeler ein. «Es ist einfach so klein und heimelig, mehr braucht es eigentlich gar nicht.» Die Besitzerin ist begeistert von der Idee des kleinen Märets und war dieses Jahr bereits zum zweiten Mal mit dabei. Um Gewinn aber machte sich kaum jemand Gedanken. Martina Schmid aus Wittnau zum Beispiel geniesst den Kontakt zu den Besuchern, der bei grösseren Weihnachtsmärkten schlicht und einfach fehle. An ihrem Stand befanden sich Dekorationen, die sie aus Muranoglas zum Teil gleich vor Ort selber hergestellt hatte.

Die Familie Hof aus Hauenstein schätzt ebenfalls das Gesellschaftliche am Märet. «Wenn man aus der Umgebung ist, kennt man viele Leute und trifft welche, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.» Melanie Bühler vom Organisationsteam ergänzte: «Ich kenne die Weihnachtsmärkte in Innsbruck und Heidelberg – also die ganz, ganz grossen – und darum wollte ich hier etwas ganz, ganz Kleines machen, dafür mit sehr viel Herz.»

Es gibt auch eine dritte Auflage

Dieses Jahr wurde gemeinsam mit der Organistin Vreni Hof ein zusätzliches Rahmenprogramm entwickelt. «Wir hatten beim letzten Märet das Gefühl, es fehle etwas», erklärte sie. Stündlich wurden die Besucher mit Glockenläuten in die Kirche eingeladen, wo Vreni Hof jedes Mal eine andere Vorstellung bot: Einmal war es Hirtenmusik, danach eine kurze Geschichte, als Drittes Orgelmusik und zu guter Letzt ein gemeinsames Singen mit den Besuchern. Wenn sie nicht in der Kirche war, dann unterhielt die Organistin die Besucher und Verkäufer auf dem Markt mit den besänftigenden Tönen eines Alphorns.

Wem der kalte Wind und der Regen dann aber doch zu viel wurde, der konnte Zuflucht in der warmen Kafistube suchen, wo man Gelegenheit fand, geschützt vom beissenden Wind mit Familie und Freunden zusammenzusitzen und sich Kaffee und Kuchen zu gönnen. Alles sei von Müttern, Töchtern, Verwandten und Nachbarinnen aus dem Dorf gebacken worden. Der Erlös würde an die Kinderspitex Nordwestschweiz, die Stiftung Tiergnadenhof Kaisten und an die Schweizerische Vereinigung zugunsten von Personen mit Spina bifida und Hydrocephalus gespendet, erläuterte Melanie Bühler.

Das Konzept «Klein und fein» scheint grossen Anklang zu finden. Und bereits jetzt macht sich das Organisationsteam Gedanken über den nächsten Märet: «Letztes Jahr ging es darum, den Märet einfach einmal auf die Beine zu stellen. Dieses Jahr fokussierten wir uns auf das Marketing und nächstes Jahr werden wir uns auf die Dekoration konzentrieren», sagte Bühler.