Niedergösgen

Viele sind vom Rücktritt des Gemeindepräsidenten Kurt Henzmann überrumpelt

Kurt Henzmann tritt per Ende September zurück.

Kurt Henzmann tritt per Ende September zurück.

Am vergangenen Freitag gab Gemeindepräsident Kurt Henzmann seinen Rücktritt per Ende September bekannt. Für viele kommt der Entscheid überraschend; die Parteien geben sich bedeckt.

Einige hatten ihn gefordert, andere bedauern ihn – am Ende kam der Rücktrittsentscheid von Gemeindepräsident Kurt Henzmann doch irgendwie überraschend. Nicht einmal seine eigene Partei war informiert. Der neu zusammengesetzte CVP-Vorstand wird sich umgehend mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolgekandidaten befassen müssen. Die Ersatzwahl soll voraussichtlich am 23. September stattfinden. Den genauen Termin will der Gemeinderat in zwei Wochen festlegen.

Henzmanns Rücktritt könnte auch die Eintrittskarte für andere Parteien zurück in den Gemeinderat bedeuten. Denn derzeit besteht dieser ausschliesslich aus CVP-Mitgliedern und Unabhängigen, die vor einem Jahr auf der CVP-Liste angetreten waren. Die SP hatte nach der umstrittenen Wahl im vergangenen Sommer einen Rücktritt Henzmanns innerhalb eines Jahres gefordert.

Doch selbst Ortsparteipräsident Matthias Moser ist von Henzmanns Rücktrittsankündigung «einigermassen überrascht», wie er auf Anfrage sagt. Er rechne es dem Gemeindepräsidenten hoch an, dass dieser sich an sein Versprechen hält und innerhalb der laufenden Legislatur zurücktritt. Wie es jetzt weitergehe, hänge vom Gemeinderat ab.

Zu früh für eine Stellungnahme ist es für die FDP. Die SVP gibt sich zurückhaltend. Wie schon im Umfeld der Gemeindepräsidentenwahl vor einem Jahr verzichte man auf eine öffentliche Stellungnahme, sagt die Partei-Aktuarin und ehemalige Gemeinderätin Judith Piller. Man habe kein Interesse, in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche zu waschen.

Aus Sicht der Gemeinde findet Piller den Rücktrittsentscheid allerdings begrüssenswert: «Für Niedergösgen ist das sicher gut so, schliesslich wurde der Gemeindepräsident vom Volk abgewählt», sagt sie. Piller erhofft sich, dass mit der Neubesetzung des Gemeindepräsidiums eine neue Gesprächskultur Einzug hält. Ob ihre Partei für die Ersatzwahl einen Kandidaten aufstellen wird, lässt sie noch offen: «Wir müssen nun selber zuerst einmal über die Bücher.». Ein Zusammenspannen mit anderen Parteien schliesst sie nicht aus. Die Kommunikation unter den Ortsparteien funktioniere gut und auch zu einigen Mitgliedern des neugewählten CVP-Vorstandes habe man einen guten Draht.

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