Trimbach

Viel Aufregung um eine kleine Welle im Gemeindelogo

Das neue Logo der Gemeinde Trimbach (oben) sowie das alte Logo mit dem Gemeindewappen, welches momentan noch auf der Homepage zu finden ist, die diesen Monat überarbeitet wird.

Das neue Logo der Gemeinde Trimbach (oben) sowie das alte Logo mit dem Gemeindewappen, welches momentan noch auf der Homepage zu finden ist, die diesen Monat überarbeitet wird.

Die Gemeinde Trimbach hat ein neues Logo – auf Facebook gibt es dafür heftige Kritik.

In grossen, fetten Lettern schwarzer Farbe ist der Name der Gemeinde geschrieben, darunter eine blaue, schwungvolle Welle. Die rote Rose auf weissem Grund ist nirgends zu finden. So sieht das neue Logo der Gemeinde Trimbach aus, welches im Rahmen einer kompletten Image-Entstaubung kreiert wurde. «Das neue Logo soll einfach und überall einsetzbar, modern und trotzdem als Trimbach erkennbar sein», schreibt Verwaltungsleiterin Chantal Müller.

Das neue Logo wird seit dem 1. April auf jeglichen Dokumenten der Gemeinde abgedruckt und wurde bereits am Gemeindehaus angebracht. Neben dem neuen Logo erhielt das Gemeindehaus eine sanfte Renovation und auch die Trimbacher Homepage wird diesen Monat noch überarbeitet. Auch dort wird das neue Logo zu finden sein. «Der Gesamtauftritt ist frischer und moderner», so Müller.

Geht Trimbach den Bach runter...?

Doch nicht alle betrachten das Ziel, das Image der Gemeinde zu entstauben, als erfüllt. Insbesondere auf Facebook erntete die Gemeinde für das Logo viel Kritik und sorgte für Diskussionen. «Wie findet Ihr das neue Logo von Trimbach?», fragte Chantal Müller und postete ein Bild des neuen Logos in der Facebook-Gruppe «Olten». Inklusive Antworten erschienen innert weniger Tage rund 60 Kommentare. Darunter lassen sich jedoch nur wenige positive Rückmeldungen finden. «Elegant, fliessend», «Gefällt mir gut, sehr frisch und sympathisch» oder «Cool!» sind einige davon.

Die negativen Reaktion auf den Post der Verwaltungsleiterin fallen dabei durchaus ausführlicher aus: «Ich verstehe zwar nicht, weshalb Gemeinden Geld für neue Corporate Designs verschleudern müssen. Aber wenn es den Steuerzahlenden gefällt», «Mit dem geit Timbach de.. Bach ab» und «Die Schrift zu wuchtig und dominant, die Schriftfarbe schwarz unpassend, die Welle passt für ein Wellnessbad» sind nur wenige der negativen Antworten, welche die Facebook-User gegeben haben. Besonders die Kritikpunkte, dass das Logo eher an ein Wellnessbad erinnere, nichts mit Trimbach zu tun habe und austauschbar sei, sowie das ausgegebene Geld fanden dabei viel Anklang.

...oder setzt die Gemeinde Trends?

Nicolas Wolf vom Kommunikationsbüro Schmid & Wolf in Olten findet zwar auch positive Punkte, bestätigt jedoch die Austauschbarkeit des Logos: «Am Logo finden wir gut, dass es sehr reduziert und in der Formensprache sehr klar ist.» Bei einem Logo sei dies essenziell, damit es funktionieren könne und längerfristig in den Köpfen bleibe. «Die Thematik des Logos und die Bildmarke sind jedoch zu wenig eigenständig.» Daher werde es nicht, oder nur in einigen Köpfen, hängen bleiben, so Wolf. Trotzdem ist er der Meinung, dass die Gemeinde mit dem neuen Logo den richtigen Schritt gemacht hat. «Grundsätzlich finden wir es sehr positiv und heutzutage leider nicht selbstverständlich, dass sich eine Gemeinde an ein Rebranding traut. Da ist die Gemeinde Trimbach so manchen Gemeinden einige Schritte voraus», so Wolf.

Davon, dass das neue Image der richtige Weg für die Gemeinde ist, ist auch Verwaltungsleiterin Chantal Müller überzeugt. Denn von den Besuchern des Gemeindehauses habe sie nur positive Rückmeldungen erhalten. Auf die Kritikpunkte der Facebook-User hat sie klare Antworten bereit. «Die Gemeinde Trimbach ist eher in die Länge gezogen aber sehr präsent, was mit dem Schriftbild gut dargestellt wird. Das blaue, fliessende Element stellt in einer eleganten und leichten Form die Aare und den Dorfbach dar und verleiht dem Gesamtbild viel Schwung», erklärt sie das Aussehen des Logos.

Auch zur Kritik, dass das Rebranding eine Geldverschwendung sei, äussert sie sich. Die Gemeinde habe verschiedene Offerten eingeholt und sich für die günstigste Variante entschieden. «Das Logo kreieren zu lassen, war wirklich preiswert», beteuert sie. Über den genauen Preis schweigt sich Müller aber aus. «Ausserdem: Wenn man sich an etwas Neues traut, gibt es immer Kritiker. Man kann es nie allen recht machen», fügt die Verwaltungsleiterin überzeugt an.

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