Trimbach

Veteranenspiel im Glanz des Startrompeters

In seine Trompetensoli baute Walter Scholz Zitate aus dem Berner Marsch oder «Jetz weimer eis jödele» ein.

In seine Trompetensoli baute Walter Scholz Zitate aus dem Berner Marsch oder «Jetz weimer eis jödele» ein.

Für sein Galakonzert in Trimbach angelte sich das Solothurner Veteranenspiel Startrompeter Walter Scholz als Gastsolisten.

Das Solothurner Veteranenspiel startet eine neue nachmittägliche Konzertreihe unter dem Motto «Konzert um Drei». Doch bereits am Mittwochabend spielten die Blasmusikanten in einer Vorpremiere im Trimbacher Mühlemattsaal auf. Für das ohnehin reichhaltige Programm verstärkten sie sich mit dem Startrompeter Walter Scholz.

Die gut aufgestellte Formation eröffnete das Konzert mit dem Solothurner Marsch. Doch bereits hier sorgten die rund achtzig Mitglieder des Veteranenspiels für eine witzige Überraschung, indem sie zwischendurch die Instrumente absetzten und gemeinsam das Solothurner Lied sangen. Das Veteranenspiel des Kantons Solothurn besteht aus Mitgliedern des Blasmusikverbandes, die seit mindestens 25 Jahre in Vereinen aktiv Musik machen. Es wurde Anfang 2008 gegründet. Seit zwei Jahren wird es geleitet von Robert Grob. «Die Chemie stimmte von Anfang an», bekannte der erfahrene Dirigent im Kurzinterview mit Therese-Ursula Beiner, die den Abend moderierte.

Nach dem rassigen Auftakt fügte das Orchester zwei weitere Märsche an, den beliebten «Celtic Crest» und den «Marsch de Medici», den der holländische Komponist Johan Wichers den Medizinern widmete. Der folgende «Second Waltz» aus der «Suite für Varieté Orchester» von Schostakowitsch wurde durch den Stanley-Kubrick-Film Eyes wide shut bekannt. In diesem Walzer erhielten Ernst Peyer (Saxophon) und Toni Hagmann (Posaune) Gelegenheit, in Soli ihr Können zu zeigen. Nach einem Intermezzo der Solothurner Tambourengruppe kam der fast vollbesetzte Saal in den Genuss des Gastsolisten Walter Scholz.

Einmal Showman – immer Showman

Seinen Auftritt eröffnete der Startrompeter mit seinem grössten Erfolg, der «Sehnsuchtsmelodie», die er zusammen mit dem Veteranenspiel und unterstützt von dessen Trompetensektion intonierte. Anschliessend unterhielt Walter Scholz das Publikum mit einem Trompetenhits-Medley. Nach seinem dritten Stück, dem Alten Dessauer Marsch, verlangten die Zuhörerinnen und Zuhörer bereits eine Zugabe. Diese wurde ihnen gewährt. Scholz baute in seinen Trompetensoli Zitate ein aus dem Berner Marsch oder «Jetz weimer eis jödele» und hatte damit das Publikum in der Tasche: Einmal Showman – immer Showman.

Daraufhin wieder allein, gab das Veteranenspiel eine Orchesterbearbeitung des vom Glarner Handörgeler Ernst Jakober komponierten Lieds «Alls was bruchsch uf der Wält isch Liebi, frohi Stunde und ä guete Fründ» zum Besten. Nun kam endgültig Stimmung auf im Saal. Das Publikum klatschte den Takt, und beim Refrain sang es kräftig mit.

Im zweiten Teil des Programms wechselten die «Ü25» zu modernerer Literatur. Der «Colonel Bogey March» wurde bekannt durch «Die Brücke am Kwai»; der Hit «Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung» von James Last ist ebenso eine berühmte Filmmelodie wie das «Theme from New York, New York». Von New York ist es nicht weit bis New Orleans. Walter Scholz blies nun die Jazztrompete und spielte Welthits von Louis Armstrong. Nach What a Wonderful World oder Mackie Messer durfte Scholz nicht ohne Zugabe von der Bühne. Mit anhaltendem Applaus erzwangen die Fans einen weiteren Satchmo-Hit, den Sugar Blues.

Das Veteranenspiel gab noch einen drauf und heizte dem Saal mit Chris Barbers «Ice Cream» ein. Bei diesem Stück formierte sich aus den Reihen des Orchesters eine Dixielandcombo mit Konrad Maritz (Trompete), Kurt Tormen (Klarinette), Toni Ruefer (Banjo) und Felix Sommerhalder am Waschbrett. Das insgesamt zweieinhalbstündige Konzert rundete das Solothurner Veteranenspiel mit Märschen ab, dem Gruss aus Thierstein und dem Gruss an das Worblental als Zugabe.

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