Dulliker Mordfall

Verteidiger: «Wusste, dass es schwierig würde, Willkür nachzuweisen»

Urs Tschaggelar (Archiv)

Urs Tschaggelar (Archiv)

Urs Tschaggelar, der Verteidiger des 52-jährigen Serben, der als Mittäter im Mordfall von Dulliken verurteilt wurde, ist nicht überrascht über das Urteil des Bundesgerichts.

Demir H. erhält definitiv eine Freiheitsstrafe von 8 Jahren. Das Bundesgericht hat das Urteil des Solothurner Obergerichts bestätigt.  

«Ich bin nicht überrascht über das Urteil», erklärte der amtliche Verteidiger Urs Tschaggelar (Grenchen) zum Entscheid aus Lausanne, «ich wusste, dass es schwierig würde, Willkür nachzuweisen.»

Aber es habe sich um einen so komplexen und grossen Fall gehandelt, dass er diese Möglichkeit ausschöpfen musste. «Mein Klient hat das gewünscht, und ich hätte mir vielleicht später Vorwürfe gemacht, es nicht versucht zu haben.»

Aus der Sicht Tschaggelars ist das Bundesgerichtsurteil tatsächlich die letzte Etappe. Ein Gang vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg ist für den Verteidiger kein Thema: «Ich werde das nicht machen.»

Auch sieht Tschaggelar keinen Ansatzpunkt, um später aus dem serbischen Urteil gegen den andern Mittäter neue Erkenntnisse für eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu gewinnen: «Das serbische Gericht hat ebenfalls auf Mord erkannt, von dort ist keine Entlastung für meinen Mandanten zu erwarten.»

Lob für serbische Behörden

Die Solothurner Staatsanwaltschaft zeigte sich erfreut über das Urteil des Bundesgerichts. Damit komme ein «umfangreiches und sehr aufwändiges Verfahren» zum Abschluss, teilte Sprecherin Cony Zubler mit. Die Staatsanwaltschaft lobt die «hervorragende Zusammenarbeit mit den serbischen Behörden und der Bundeskriminalpolizei»: Auch dank dieser Kooperation sei es ist es den Strafverfolgungsbehörden des Kantons Solothurn gelungen, das über 20 Jahre zurückliegende Verbrechen zu klären. (cva)

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