Jahrelang wurde gekämpft, doch nun ist es endgültig aus: Der Samariterverein Däniken-Gretzenbach wird im November dieses Jahres aufgelöst. «Es hat sich schon seit langem angebahnt», sagt Vereinspräsidentin Marianne Müller traurig. Trotz aller Bemühungen habe es nicht mehr ausgereicht, den Verein am Leben zu halten. «Letztes Jahr hatten wir das 100-jährige Jubiläum, das macht es umso trauriger», so Marianne Müller.

Der Grund ist hauptsächlich ein Mitgliedermangel, wie die Präsidentin erklärt. Der Postendienst des Samaritervereins habe in den letzten Jahren kaum mehr abgedeckt werden können, Müller und einige andere Vereinsmitglieder mussten diesen fast alleine übernehmen. Auch Lehrpersonen für den Samariterdienst hatte der Verein schon länger nicht mehr.

Eine Lehrerin aus Safenwil habe dies für den Samariterverein Däniken-Gretzenbach übernommen, aber nun hört auch diese auf. Der Mitgliederbestand nahm also stets ab, bis der Verein an der Generalversammlung vom letzten Januar feststellen musste, dass die wichtigsten Vorstandsmandate nicht mehr besetzt werden konnten.

Arbeitsgruppe konnte nicht helfen

Auch die in der Folge gegründete Arbeitsgruppe «wie geht’s weiter» konnte am Schicksal des Samaritervereins nichts mehr ändern. Die Arbeitsgruppe sei nach gründlichem Prüfen aller Fakten zum Schluss gekommen, dass unter Berücksichtigung der allgemeinen Vereinsstrukturen der Fortbestand des Samaritervereins Däniken-Gretzenbach nicht mehr gewährleistet werden könne. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom April dieses Jahres wurde die Auflösung des Vereins daher einstimmig angenommen.

Zu wenig Jugendliche

«Das ist halt der Lauf der Zeit», sagt Marianne Müller traurig. Sie war mit Herzblut Samariterin, deshalb habe sie letztes Jahr auch das Präsidium übernommen – in der Hoffnung, den Verein noch retten zu können. Doch die Übernahme des Präsidiums hat das Unvermeidbare nur herausgezögert, wie auch die anderen Anstrengungen. «Wir haben wirklich alles gegeben», sagt die Präsidentin. Und zählt auf: Blutspenden, regelmässige Ausschreibungen in amtlichen Publikationen, Gespräche mit Interessierten, sogar auf der Strasse seien die Vereinsmitglieder auf Leute zugegangen und haben versucht, andere zum Mitmachen zu motivieren.

Gesucht hat der Verein insbesondere junge Mitglieder, denn diese haben gefehlt. «Die Überalterung war eines der Hauptprobleme», erklärt Müller. «Wenn 80 Prozent aller Mitglieder Senioren sind, funktioniert es halt einfach nicht», fügt sie an. Doch der Nachwuchs lässt sich für einen Verein wie diesen nicht leicht motivieren. «Samariter sein ist halt nicht cool, es ist nicht in», erklärt sich Müller die Überalterung des Vereins. Bei dem Angebot, welches Jugendliche heute haben, um ihre Freizeit zu gestalten, stehe der Samariterverein nicht mehr oben auf der Liste. Müller denkt, dass sich die Jungen daher eher für Hobbys entscheiden, die weniger Verantwortung erfordern.

Bis im November wird der Samariterverein noch alles abdecken, was nötig ist, wie beispielsweise das Schulfest. Doch wer wird diese Aufgaben danach übernehmen? «Bei künftigen Anlässen müssen sich die Verantwortlichen an die umliegenden Vereine wenden», so Müller. An diejenigen, die noch bestehen.