Starrkirch-Wil ist derzeit eine Gemeinde unter vielen, wenn die Stichworte «räumliches Leitbild» oder «Ortsplanungsrevision» fallen. Der Unterschied: Oltens Nachbargemeinde hat das räumliche Leitbild bereits vor zwei Jahren verabschiedet, die Ortsplanungsrevision steht, das kantonale Amt für Raumplanung hat sie geprüft. Im Moment läuft die Mitwirkungsphase, bei der die Bevölkerung dazu aufgefordert wird, sich die Unterlagen zur Revision anzuschauen und Fragen zu stellen sowie Inputs dazu zu geben.

Am kommenden Montag findet eine Informationsveranstaltung zu dieser Mitwirkungsphase statt. Mitglieder des Gemeinderats und des zuständigen Planungsbüros werden vor Ort im Dorfchäller sein, um über die Revision und den aktuellen Stand zu orientieren. Auch eine Fragerunde ist Teil des Programms. «Ich hoffe, dass die Grundeigentümer und alle Interessierten aus dem Dorf, die bereits an der Zukunftskonferenz mitgewirkt haben, am Montag wieder dabei sind und sich einbringen», blickt Christian Bachofner, der Gemeindepräsident von Starrkirch-Wil voraus und ergänzt: «Die Bevölkerung soll sich beteiligen können. Dadurch wird sichergestellt, dass die Ortsplanungsrevision ein breit abgestütztes Dokument ist, das nicht nur von Spezialisten und Behördenmitgliedern ausgearbeitet wurde.»

Rat widerspricht Prognose

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision werden vier Nutzungspläne beziehungsweise Reglemente überarbeitet: Bauzonen- und Gesamtplan, Erschliessungspläne und Zonenreglement.

Die wichtigsten beiden Punkte der neuen Ortsplanung sind laut Christian Bachofner die Anpassung an die neuen raumplanerischen Gesetzgebungen des Kantons und die innere Verdichtung. Damit spricht er die Zielsetzungen der Revision an: Sie soll etwa die Entwicklungsabsichten der Gemeinde, die im räumlichen Leitbild erarbeitet wurden, umsetzen: Die Entwicklung soll «in erster Linie innerhalb der heutigen Bauzonen stattfinden können und nicht zu einer Ausdehnung des Siedlungsgebiets führen», heisst es im Raumplanungsbericht.

Bis im Jahr 2035 sollen in Starrkirch-Wil 2000 Personen wohnhaft sein. Dies entspricht einem moderaten Bevölkerungswachstum von maximal einem Prozent pro Jahr. In Personen ausgedrückt heisst dies eine Zunahme von zehn bis zwanzig pro Jahr. Mit einer Quartieranalyse wurden aus diesem Grund Nachverdichtungsmöglichkeiten und Entwicklungspotenziale geprüft. Quartierspezifische Merkmale stünden laut dem Bericht im Vordergrund.

Mit dieser Zunahme von knapp 300 Personen in den nächsten 15 Jahren widerspricht die Gemeinde der kantonalen Prognose. Diese rechnet mit einem höheren Wachstum vor und sagt der Gemeinde eine Einwohnerzahl von 2224 Personen im Jahr 2035 voraus. Trotzdem hat sich der Gemeinderat «für ein moderates Wachstum ausgesprochen», heisst es dazu im Raumplanungsbericht.

Verstärkte Aufmerksamkeit will die neue Ortsplanung weiter dem Grünraum und der Landschaft schenken: So soll dem Grünkorridor, «das charakteristische Landschaftsbild», das sich durch das ganze Dorf erstreckt, von Bauten und Anlagen freigehalten werden. Letztenendes will das Dorf auch seine «hohe Lebensqualität» erhalten. Auch werden die moderne Infrastruktur und die gute Schule hervorgehoben.

«Sind im Zeitplan»

Die Mitwirkungsphase läuft bereits seit dem 22. Oktober. Laut dem Gemeindepräsidenten sind auch schon erste Inputs eingegangen: «Meist sind es Verständnisfragen», so Bachofner, der davon ausgeht, dass der Rücklauf nach der Infoveranstaltung anzieht. Nach der Mitwirkung werden die Inputs beantwortet und bei Bedarf ins Dossier aufgenommen. Das weitere Vorgehen besteht darin, dass im Frühling 2019 das fixfertige Dokument öffentlich aufliegt. Dann können noch immer Einsprachen gemacht werden. Derzeit geht der Gemeindepräsident davon aus, dass im Herbst des kommenden Jahres die Genehmigung durch den Solothurner Regierungsrat erfolgt. Er sei sich aber bewusst, dass es je nach dem auch länger gehen könnte. Aber: «Wir sind derzeit im Zeitplan, den wir vor zwei Jahren aufgestellt haben.»

Informationsanlass «Öffentliche Mitwirkung Ortsplanungsrevision»: Montag, 12. November, 19.30 Uhr, Dorfchäller (altes Schulhaus), Starrkirch-Wil. Anmeldungen sind nicht erforderlich.