Niederamt
Verbrannt, geschreddert und verfüttert: Das passiert mit den Weihnachtsbäumen nach den Feiertagen

Was passiert eigentlich mit Weihnachtsbäumen nachdem sie nicht mehr gebraucht werden? Drei Beispiele aus der Region.

Kelly Spielmann
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Markus Müller

Dekoriert, besungen, beliebt: Der Tannenbaum gehört, da sind sich die meisten einig, zum Weihnachtsfest dazu. Rund 1,2 Millionen Christbäume werden hierzulande jedes Jahr verkauft, um während der Festtage Freude und Weihnachtsstimmung in die Stuben von Herrn und Frau Schweizer zu bringen.

Auch in den Niederämter Gemeinden stehen Blau-. Weiss- und Nordmanntanne hoch im Kurs, wie die vielen Verkaufsaktionen in der Region zeigten. Doch spätestens am 6. Januar ist in den meisten Haushalten Schluss. Die Dekoration kommt zurück in die Schachtel und der Baum wird entsorgt – ein kurzer Einsatz für die Tannen, die jahrelang heranwachsen mussten. Aber was geschieht eigentlich mit all den Christbäumen, nachdem sie ihren Dienst geleistet haben?

Ein wärmendes Feuer

In Kienberg werden sie beispielsweise verbrannt. Dies auf Einladung und unter fachkundiger Aufsicht des Kienberger Feuerwehrvereins. Bei Glühwein und Wurst konnten sich am Samstag die Besitzer von ihrem Weihnachtsbaum verabschieden. Wer seinen Baum aus dem heimischen Forst erworben hatte, erhielt dafür beim Kauf einen Gutschein, den er nun am Grill einlösen durfte. Der Verkaufserlös fliesst in die Kasse des Feuerwehrvereins.

Der Anlass in Kienberg ist ein geselliges Zusammentreffen, bei dem auch der Gedankenaustausch gepflegt wird. Ganze Familien bringen ihren Baum vorbei und übergeben ihn den Flammen. Zum vierten Mal wurde das Weihnachtsbaumverbrennen in diesem Jahr durchgeführt.

  Rund 50 Bäume landeten am Samstag in Kienberg im Feuer.  

 Rund 50 Bäume landeten am Samstag in Kienberg im Feuer.  

Markus Müller

Geschreddert und kompostiert

Anders sieht es in Dulliken aus. Seit 1989 sorgt die Firma Wyss Transporte, welche in der Gemeinde auch für die Grünabfuhr zuständig ist, für die Entsorgung der ausgedienten Tannenbäume. Den Dienst bietet das Unternehmen kostenlos an. «Das fällt nicht ins Gewicht, deshalb verlangen wir dafür nichts», erzählt Marie-Therese Wyss. Nach dem Einsammeln werden die Bäume geschreddert und landen schliesslich auf dem Kompost.

«Das Angebot wird von fast allen genutzt, die einen Weihnachtsbaum zu Hause haben», sagt sie. Dies sei auch der Gemeinde zu verdanken. Denn diese mache jeweils mit Flugblättern und Inseraten auf die Entsorgungsaktion aufmerksam, welche dieses Jahr am 13. Januar durchgeführt wird. «Das klappt wunderbar», sagt Wyss.

Festtagsschmaus im Tierpark

Aber nicht alle Weihnachtsbäume haben es überhaupt bis zum glänzenden Auftritt mit Lametta und Kugeln geschafft. Etliche Bäume, die vor Weihnachten nicht mehr verkauft werden konnten, landen daher als Futter im Wildpark Mühletäli zwischen Olten und Starrkirch-Wil. Tierpflegerin Kyra Bosshardt hatte beim Grossverteiler Aldi angefragt und durfte die «Ladenhüter» umsonst mitnehmen, um sie den Ziegen und Hirschen im Park zu verfüttern.

«Die lieben diese Bäume. Sie kauen die Nadeln und Rinde ab – alles kommt weg», sagte Bosshardt gegenüber dem Regionalsender Tele M1, der die Tierpflegerin beim Servieren dieses aussergewöhnlichen Festtagsschmauses begleitete. Auch als Spielzeug finden die jungen Tannen grossen Anklang bei den Parkbewohnern. Selbst diese Bäume wurden also nicht umsonst gefällt: «Es freut mich, dass man diese Bäume doch noch gebrauchen kann», sagt die Tierpflegerin.

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