Niedergösgen
Vandalen sorgen in der Gemeinde für Unruhe

Verteilte und verbrannte Papierstapel im Schachenbad, ein aus der Halterung gerissener Kletterturm bei der Mehrzweckhalle: Die Gemeinde Niedergösgen sucht nach Lösungen, wie sie gegen Vandalen vorgehen kann.

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Beim Schachenbad wurde Altpapier angezündet, bei der MZH wurde der Spielturm aus der Halterung gerissen.

Beim Schachenbad wurde Altpapier angezündet, bei der MZH wurde der Spielturm aus der Halterung gerissen.

zvg

Unschönes Bild am vergangen Samstagmorgen im Niedergösger Schachenbad-Areal. Überall verstreut lagen verbrannte Altpapierbündel, die für die am Samstag stattfindende Papiersammlung bereitgestellt worden waren. Für den Niedergösger Gemeindepräsidenten Kurt Henzmann ist der Fall klar: «Da waren Vandalen am Werk.»

Er selbst wurde am Samstagmorgen von aufgebrachten Anwohnern über den Vorfall informiert und traf kurze Zeit später dort ein. «Einige Bündel wurden unter den Grill beim Rastplatz gelegt und angezündet», berichtet Henzmann. Aufgeräumt wurde das Ganze zu einem grossen Teil von Anwohnern.

Der Werkhof musste nur noch gefüllte Abfallsäcke abholen. Einer der helfenden Anwohner war Theo Meier, der ganz in der Nähe wohnt. «Ich habe mich am Samstagmorgen schon recht aufgeregt», räumt er ein, sagt aber auch: «Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es sich dabei um einen einmaligen Jugendstreich handelt.» Mehr zu Bedenken gebe vielen anderen Anwohnern der Lärm, der oftmals an den Wochenenden herrsche.

Rastplatz-Schliessung als Lösung?

In der Niederämter Gemeinde gewütet haben Vandalen nicht zum ersten Mal. Bereits am vorletzten Wochenende mussten Schäden zur Kenntnis genommen werden: Beim Spielplatz bei der Mehrzweckhalle wurde der Kletterturm aus der betonierten Halterung gerissen. Zudem wurden zerschlagene Glasflaschen im Rasen verteilt.

Der Turm wurde vom Werkhof bereits demontiert und wird baldmöglichst geflickt und wieder aufgestellt. Der Sachschaden beläuft sich dabei auf gegen 5000 Franken.

Ob zwischen den beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht, ist unklar. Beide Male waren eine unbekannte Täterschaft am Werk. Anwohner wollen laut Gemeindepräsident Autos mit Zürcher und St. Galler Nummernschilder beim Schachenbad gesehen haben.

Nun ist Handeln angesagt. «Der Wunsch nach der Schliessung des Rastplatzes wurde schon mehrmals an mich herangetragen», erklärt Kurt Henzmann. «Doch wir vom Gemeinderat lehnen dies ab. Wir möchten nicht einen tollen Rückzugsort für gross und klein wegen ein paar Leuten, die sich nicht zu benehmen wissen, schliessen.» Also muss nach anderen Lösungen gesucht werden. Eine davon wäre laut Henzmann, dass die Parkplätze nur noch für Anwohner verfügbar sind; eine Andere ein richterliches Verbot.

Des Weiteren sollen im Rahmen der Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt und dem kürzlich gestarteten Projekt «Öisi Aare» Lösungsansätze für das Problem gefunden werden. Henzmanns Idee: «Die Unruhestifter sollen möglichst einfach durch die Polizei weggewiesen werden können.»

Wie dies umsetzbar sei, werde abgeklärt. Als erster Schritt, um die Problematik anzugehen, sollen nun alle Beteiligten, also Einwohnergemeinde (die das Schachenbad unterhält) und Bürgergemeinde (der das Land gehört), Polizei und Anwohner an einen Tisch gebracht werden.