Trimbach
Urnengang ersetzt die Gemeindeversammlung

Die Trimbacher Stimmbevölkerung ist am Sonntag zu einer kommunalen Abstimmung aufgerufen.

Lorenz Degen
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Durch die Abstimmung entstanden auf der Gemeindeverwaltung Mehrkosten und Mehraufwand.

Durch die Abstimmung entstanden auf der Gemeindeverwaltung Mehrkosten und Mehraufwand.

Bruno Kissling

Gemeindepräsident Martin Bühler (SP) fiebert der Abstimmung mit Spannung entgegen. «Wir haben entweder gar nie oder seit ganz langer Zeit nicht mehr einen solchen Urnengang durch geführt.» Zusammen mit Gemeindeverwalter Philipp Felber sass er Anfang November ein Wochenende lang in der Verwaltung, um alle Botschaften zu verfassen. Die Rechnung 2019, das Budget 2020 und der Anschluss von Winznau an den Feuerwehrverbund Unterer Hauenstein müssen abgesegnet werden. Für das Drucken und Verschicken rechnet Bühler etwa mit Mehrkosten von gut 3000 Franken, ohne die zusätzlichen Arbeitsstunden.

Bereits sind einige hundert Couverts im Gemeindehaus eingetroffen. «Es beteiligen sich sicher viel mehr Leute als an einer Gemeindeversammlung», stellt Bühler fest. In welche Richtung das Stimmvolk tendiere, kann er nicht sagen. «Wenn der Souverän sich aber ganz anders äussert als vorgesehen, müsste der Gemeinderat über die Bücher.»

Bei den Parteien präsentiert sich die Lage unterschiedlich. Die SP wirbt für ein dreifaches Ja. Die CVP hat Stimmfreigabe beschlossen, teilt Daniel Mackuth mit. Persönlich unterstütze er aber alle drei Vorlagen: «Der Gemeinderat hat super Arbeit geleistet.»

Hans Marti von der FDP sieht die direkte Demokratie durch eine Urnenabstimmung eingeschränkt: «Wir sind mit dem Vorgehen nicht einverstanden. Eine Budget-Gemeindeversammlung muss visuell stattfinden. Es gibt sicher Fragen und Diskussionen zum einen oder anderen Posten. Mit einer Urnenabstimmung hat man keine Möglichkeit dazu.» Die FDP lehnt das Budget 2020 daher ab. «Die Rechnung ist unbestritten, auch die beiden Feuerwehren zusammenzulegen, ist sinnvoll.» Die SVP Trimbach bejaht alle drei Vorlagen, wie Dieter Altherr erklärt. Die Grünliberalen haben keine Parolen gefasst, so Vorstand Andreas Rippstein.

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