Am kommenden Montag werden die Postverantwortlichen den Dulliker Gemeinderat über die Zukunft der Poststelle informieren. Zur Erinnerung: Dulliken gehört zu den nicht gesicherten Standorten im Poststellen-Netz, welches von rund 1200 auf etwa 800 bis 900 Filialen schrumpfen soll.

Im letzten Sommer lancierte die Dulliker SP eine Petition mit dem Ziel, dem Gemeinderat beim Kampf um die Post den Rücken zu stärken. 1442 Unterschriften wurden gesammelt. Der Dulliker Gemeinderat hat sich daraufhin mit einer Eingabe an die eidgenössische Postkommission gewandt. An einem Protestmarsch von Dulliken nach Däniken forderten schliesslich auch die Gewerkschaften ein Moratorium für den Poststellenabbau.

Mobilisierung per Flugblatt

Ein Zeichen des Widerstands sollen am kommenden Montag auch die Einwohnerinnen und Einwohner von Dulliken setzen. Mittels Flugblatt und Inserat rufen mehrere Dulliker Gemeinderäte zu einer Kundgebung auf.

Die Forderung lautet: «Unsere Post muss bleiben!» Die Idee dahinter: «Die Postverantwortlichen müssen spüren, dass wir unsere Post unterstützen und für deren Erhalt kämpfen», heisst es auf dem Flyer, der diese Woche in die Dulliker Haushalte flattert.

Präsenz markieren

Die Petition habe gezeigt, dass die Dulliker ihre Post unbedingt behalten wollen, sagt Andrea Bolliger, Präsidentin der SP Dulliken auf Anfrage. Auch aus Obergösgen und Starrkirch-Wil seien viele Unterschriften eingegangen. Über alle Parteigrenzen hinweg habe die Sorge um die Poststelle enorm viele Rückmeldungen erzeugt.

Deshalb wolle man auch am kommenden Montag Präsenz markieren. «Es macht Eindruck, zu sehen, dass ein Dorf hinter seiner Post steht», ist Bolliger überzeugt. Man hoffe, mindestens 50 Teilnehmer mobilisieren zu können. Die Gewerkschaft Syndicom hat ihre Unterstützung zugesagt.

Die Kundgebungsteilnehmer treffen sich um 18.30 Uhr vor dem Gemeindehaus, um die Delegation der Post zu «empfangen», bevor diese im Rahmen der Gemeinderatssitzung über die Pläne der Poststelle informiert.

Mit Speckzopf und warmem Punsch wird der Aufmarsch bei Laune gehalten. «Einige Teilnehmer werden sicher auch an der Gemeinderatssitzung teilnehmen wollen, um zu hören, wie es mit der Post weitergeht», vermutet die SP-Präsidentin.

Fünf von sieben Gemeinderäten

Der Aufruf zur Kundgebung erfolgt im Namen von fünf Dulliker Gemeinderäten: Shirkou Moradi (SP), Konrad Schenker (CVP), Patrik Strahm (SVP), Sabrina Sutter (SVP) und Martin Wyss (SP). Nicht unterzeichnet haben Gemeindepräsident Walter Rhiner und Susy Roth-Schwarzer (beide FDP).

Laut Bolliger kam der Vorschlag aus den Reihen der SP. Doch die anderen Parteien seien ebenso an der Erhaltung der Poststelle interessiert, weshalb man als «unabhängiges Komitee Pro Post Dulliken» auftrete.

Der Unmut gegen die geplanten Poststellenschliessungen wächst und nach dem Skandal um die Postauto-Finanzen werden nun auch Fragen nach der Berechnung bei der Rentabilität der Poststellen laut. Die Post sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Poststellen künstlich «schlechtzurechnen». Die zuständige Fernmeldekommission will noch diesen Monat mit der Post über die 2016 eingeführte neue Rechnungslegung diskutieren.

Andrea Bolliger hat jedenfalls nicht das Gefühl, dass es der Poststelle in Dulliken an Kundschaft mangelt. «Wie kann das sein?», fragt sie. «Man muss immer anstehen. Alle benutzen diese Post.»

Nach Einschätzung des Dulliker Gemeinderates umfasst das Einzugsgebiet rund 8000 Personen aus Dulliken, Starrkirch-Wil und Teilen von Obergösgen. Hinzu kommen das lokale Gewerbe und die Industrie. Ob diese Menschen auch in Zukunft vom vollständigen Postservice in Dulliken profitieren, wird sich bald zeigen.