Sie sind dunkelblau, silbern, petrolgrün, grau oder schwarz. Eine Nummer haben sie keine. Einen Besitzer vermutlich auch nicht mehr. Denn diese fünf Autos stehen seit Monaten auf dem Parkplatz in der Rankwog in Trimbach. Das schwarze Cabrio in der Mitte des Kiesplatzes ist nicht abgeschlossen. Doch die Autotüren lassen sich kaum mehr öffnen. Zu viel Rost, Moos und Dreck hat sich darin angesetzt.

Anfang Oktober wurde im Amtsblatt des Kantons Solothurn die Aufforderung zur Beseitigung der fünf Fahrzeuge veröffentlicht: «Die unbekannten Halter haben die ausgedienten Fahrzeuge, abgestellt auf dem Parkplatz (...), bis am 26. Oktober 2018 zu beseitigen.» Namentlich geht es um Autos, deren Inverkehrsetzung im letzten Jahrhundert stattgefunden hatte.

SBB prüft Massnahmen

Ein Augenschein vor Ort in der Rankwog zeigt: Die fünf im Amtsblatt aufgelisteten Autos sind längst nicht die einzigen Fahrzeuge, die dort seit Monaten oder Jahren verrotten. Da stehen etwa ein ehemals weisses Wohnmobil, zwei LKW-Anhänger und mindestens drei weitere Personenwagen. Moos und Rost sind ebenfalls bereits am Werk.

In der Rankwog in Trimbach wurden auf einem SBB-Parkplatz mehrere Fahrzeuge abgestellt. Sie verrotten nun dort. Mittlerweile hat der Kanton sie entfernen lassen.

Auch ein LKW-Anhänger ist auf dem Parkplatz.

In der Rankwog in Trimbach wurden auf einem SBB-Parkplatz mehrere Fahrzeuge abgestellt. Sie verrotten nun dort. Mittlerweile hat der Kanton sie entfernen lassen.

Ein Schild bei der Parkplatzeinfahrt gibt den Besitzer des Grundstücks bekannt: die SBB Immobilien AG. SBB-Sprecher Marc Dischoe teilt auf Anfrage mit: «Die Publikation im Amtsblatt wurde seitens der Behörden in enger Absprache mit der SBB geschalten. Die Aufforderung des Kantons ist ganz in unserem Interesse.» Wem die abgestellten Autos gehören, wissen aber auch die SBB nicht.

Die Parkplätze könnten von allen Interessierten gemietet werden, dies könnten auch Anwohner sein, so Dischoe. Wie viele Plätze vermietet sind, das geben die SBB nicht bekannt. «Über Mietverhältnisse geben wir keine Auskunft.» Die SBB seien auch wegen den anderen, abgestellten Fahrzeugen mit der Polizei in Kontakt. Dischoe: «Weitere Angaben können wir derzeit nicht machen.»

Bei der Einfahrt des SBB-Parkplatzes sind die Überreste einer Schrankenanlage zu sehen. Wären die Barrieren bei der Ein- und Ausfahrt noch intakt, könnten nur Berechtigte mit dem passenden Schlüssel auf den Parkplatz fahren. Jedoch sind beide Schranken defekt. Dischoe sagt auf Anfrage: «Das kann mit ein Grund sein, warum die herrenlosen Autos abgestellt wurden. Wir prüfen entsprechende Massnahmen.»

Autos wurden abgeholt

Der Trimbacher Theo Niklaus führt seit längerem eine Besenbeiz in der Rankwog. Über längere Zeit hat er für die SBB den Parkplatz verwaltet. Damals seien noch keine kaputten Autos herumgestanden. Niklaus: «Am Dienstag waren die vom Kanton nochmals da. Jetzt hat ein Abschleppdienst die meisten Autos abgeholt.» Die Barrieren bei der Zufahrt seien schon seit zwei Jahren defekt. Neben den Autos würde auch immer wieder Abfall auf dem Parkplatz deponiert. «Die SBB sagten schon lange, sie würden es reparieren», so Niklaus, der direkt nebenan wohnt. Bis jetzt habe sich nichts getan.