Stüsslingen
«Und das am Hochziitsmorge» — eine hindernisreiche Hochzeit auf der Bühne

Seit knapp 40 Jahren studiert die Theatergruppe Stüsslingen jährlich ein Stück ein. Diesen Oktober treten die acht Schauspieler mit ihrem neuen Stück «Und das am Hochziitsmorge» auf.

Melina Aletti
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Remo Fröhlicher

«Und das am Hochziitsmorge» heisst die Komödie, welche die Theatergruppe Stüsslingen heuer zum Besten gibt. Bereits seit 1979 studiert die Gruppe jedes Jahr ein Stück ein. «Ausser ein einziges Mal, da ist die Turnhalle umgebaut worden» erinnert sich Raphael Schaad, einer der acht Schauspieler. Schon bald steht also ein Jubiläum an.

Das Jubiläum gerade hinter sich hat Regisseurin Brigitte Wyss, die zum elften Mal die Gruppe anleitet. Während den Proben notiert sie sich, was noch verbessert werden kann, um anschliessend den Schauspielern eine Rückmeldung zu geben oder ihre Anmerkungen sogleich in das laufende Spiel einzubringen. Sie sorgt auch dafür, dass die Schauspieler bereit für ihre Aufgaben sind, beispielsweise mit Bewegungs- und Koordinationsaufgaben zum Einwärmen.

Auch an der Stückwahl ist Wyss beteiligt. Sie sagt: «Das Auswählen des Stückes läuft meistens so ab, dass ich Vorschläge bringe, die dann in der Stückwahlkommission diskutiert werden. Den Entscheid fällen wir dann alle gemeinsam.»

Unterhaltung für das Publikum

Wie bisher immer ist die Wahl auch dieses Jahr auf eine Komödie gefallen. Eine bewusste Entscheidung: Ziel der Theatergruppe ist es nämlich, das Publikum zu unterhalten. Den Zuschauern soll ein lustiger Abend geboten werden, Ernstes gibt es im Alltag bereits genug.

So erklärt auch Heinz von Arx seine Motivation für das Schauspielern. Er will, dass das Publikum einen guten Abend hat und ein paar schöne Stunden verbringen kann. Ausserdem sei es «cool», etwas mit einer Gruppe zu erarbeiten. «Das ist nicht wie bei anderen Hobbys, man muss immer präsent sein und es gibt keine Einzelkämpfer», sagt von Arx, der aktuell eine der zwei grössten Rollen spielt.

Diese zwei grossen Rollen nennt Brigitte Wyss als eine der Spezialitäten des Stückes aus der Feder von Ray Cooney und John Chapmann. Sie fordern viel von den Schauspielern. Deshalb stehen einige von ihnen nur jedes zweite Jahr auf der Bühne.

Aufführungsdaten «Und das am Hochziitsmorge»

13./14./18./20./21. Oktober jeweils um 20 Uhr

15. Oktober um 14 Uhr

In der Mehrzweckhalle beim Schulhaus Stüsslingen

www.theaterstuesslingen.ch

In der Zwischenzeit bietet der Verein aber noch viele andere Aktivitäten, wie beispielsweise den Chlaushock oder das Winterweekend an. Die Proben für «Und das am Hochziitsmorge» laufen bereits seit Ende April, wurden immer häufiger und werden mit der Premiere am 13. Oktober ihr Ende finden.

Dann können alle Interessierten sehen, was so intensiv vorbereitet worden ist. Denn im Moment wird noch heftig gefeilt: da das Kostüm zurechtrücken, dort ein wenig weiter vorne stehen, mehr zum Publikum sprechen und noch vieles mehr.

Ein riesiges Theater

Wie der Name bereits sagt, spielt das Stück am Morgen vor einer Hochzeit. Die Gäste sind bereits in der Kirche, während Familie und Braut noch immer zu Hause in den Vorbereitungen stecken.

Potenzial für Irrungen und Wirrungen ist reichlich vorhanden: Der Grossvater der Braut hat nur rosa Socken dabei, die Grossmutter passt nicht in ihr Korsett. Als wäre das nicht genug, prallt der Brautvater in eine Türe und beginnt, zu halluzinieren.

Schliesslich ist der Vater des Bräutigams schon im Berner Münster, wo geheiratet werden soll, aber noch keine Braut zugegen ist. Diese sagt dann: «Pressieret, söscht chöme mer nie i das Münschter!» Ob sie es zum Schluss dann wirklich rechtzeitig schaffen, lässt sich wohl nur durch einen Theaterbesuch klären.