Um Sozialregion zu erleichtern

Überzeugt Kanton die Gemeinde Dulliken doch noch von Asylzentrum?

Franziskushaus: Wird hier bald ein Durchgangs-Zentrumfür 100 Asylbewerber eingerichtet?

Franziskushaus: Wird hier bald ein Durchgangs-Zentrumfür 100 Asylbewerber eingerichtet?

Schon seit einiger Zeit will der Kanton im Franziskushaus in Dulliken ein Durchgangszentrum für Asylbewerber einrichten. Das Vorhaben begeistert die Gemeinde keineswegs. Da sie den Aufnahmesoll noch nicht erfüllt, könnte es aber durchgesetzt werden.

Der Dulliker Gemeinderat befasste sich an seiner letzten Sitzung mit dem Asylwesen. Vor geraumer Zeit war der Kanton mit seiner Absicht an die Gemeinde Dulliken herangetreten, im Franziskushaus ein Kantonales Durchgangszentrum für 100 Asylbewerberinnen und -bewerber einrichten und betreiben zu wollen.

Der Besitzer der Stiftung, Otto Wipfli, hatte vor einem Jahr die Idee eines anderen Geschäftsmodells. Als «International Campus Olten» sollte das Franziskushaus für ausländische Austauschstudierende der Fachhochschule zur Verfügung stehen. Zu den aktuellen Plänen und Vorhaben wollte sich Otto Wipfli nicht zu Wort melden.

Die Räumlichkeiten des Franziskushauses seien für ein Durchgangszentrum bestens geeignet, meinte David Kummer, Abteilungsleiter beim Amt für Soziale Sicherheit, gegenüber dem Gemeinderat. Betreibe der Kanton ein solches Zentrum, bringe dies für die Standortgemeinde grosse Vorteile mit sich.

Asylcenter bringt Vorteile

Dabei strich Kummer folgende Punkte heraus: Dulliken wäre von der Aufnahme weiterer Asylsuchender befreit, und die Sozialregion müsste keine weiteren Betreuungsaufgaben übernehmen.

Des Weitern hätte die Sozialregion keinen administrativen Aufwand und müsste keine Wohnungen anmieten und verwalten. Die Kinder von Asylsuchenden würden nicht in der Standortgemeinde eingeschult, was besonders für die Dulliker Schulen von grossem Nutzen wäre.

Bei allfälligen Problemen wäre die professionelle Leitung des Zentrums zuständig, die vom Kanton eingesetzt und bezahlt würde und rund um die Uhr für Ordnung zu sorgen hätte. Weiter würden Asylsuchende nach ihrem Aufenthalt im Durchgangszentrum als vorläufig Aufgenommene anderen Gemeinden zugewiesen.

Von Aufgaben entbunden

Somit wäre Dulliken von der definitiven Aufnahme von Asylsuchenden und von allen damit einhergehenden Integrationsaufgaben entbunden.

Der Rat setzte sich sehr intensiv mit diesem Vorhaben auseinander. Er zeigte sich quer durch alle Fraktionen alles andere als begeistert von der Idee eines Kantonalen Durchgangszentrums im Franziskushaus.

Dennoch war ebenso allseits klar, dass Dulliken und die ganze Sozialregion nicht darum herum kommen werden, mitzuhelfen die akuten Probleme im Asylwesen zu lösen.

Tatsächlich sieht sich die Sozialregion Oberes Niederamt mit Dulliken als Leitgemeinde seit geraumer Zeit mit einer unbefriedigenden und sich stetig verschärfenden Situation konfrontiert.

Inklusive Rückstand beim Aufnahmesoll aus dem Vorjahr müsste die Sozialregion, bestehend aus den Gemeinden Dulliken, Lostorf, Obergösgen, Starrkirch-Wil und Stüsslingen bis Ende dieses Jahres noch 46 Asylsuchende aufnehmen.

Hinzu kommt das Aufnahmesoll pro 2016 von weiteren wenigstens 40 Asylsuchenden. Hauptursache für diesen Rückstand ist die ausserordentlich schwierige Suche nach geeigneten Unterkünften.

Sollte sich das Vorhaben des Kantons tatsächlich konkretisieren, würde umgehend ein öffentlicher Informationsanlass durchgeführt und die Bevölkerung umfassend informiert.

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