G. wollte die Feder seltener und exotischer Vögel besitzen. Unbedingt. 2002 entwickelte sich aus dem Sammeln eine Sucht. Der Lostorfer begann in der Schweiz, Österreich und Deutschland Federn zu klauen. 10'000 Federn sind da seit 2002 zusammengekommen. Der Schaden beträgt mindestens 6 Millionen Franken, wie es laut «Blick» in der Anklageschrift heisst. Anfang 2013 war noch die Rede von 5 Millionen

In der Schweiz war G. im Naturhistorischen Museum Basel und in Neuenburg auf Federnjagd. International schlug er in Stuttgart, Frankfurt am Main, Wien, München und Berlin zu.

G. gab sich jeweils als Forschender aus, der ein Buch schreibe oder an einer Website arbeite. So verschaffte er sich Zugang zu den abgeschlossenen Räumen, wo die seltenen Vögel aufbewahrt wurden. G. sei rabiat vorgegangen, schreiben die Untersuchungsbehörden in der Anklage. War er unbeaufsichtigt, riss er den Tieren einzelne Federn oder Flügel aus.

In Berlin flog er Ende 2012 auf. Der Kurator des Museums für Naturheilkunde verschickte eine Warnmeldung, woraufhin der Federdieb in Frankfurt am Main seinen letzten Versuch unternahm.

Insgesamt 100 Sätze, bestehend aus einem Flügel und einer Seite des Schwanzes, bewahrte G. in seiner Wohnung in Lostorf auf. Im November 2012 wurden sie bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmt. Der Mann beteuert, nicht aus Habgier gehandelt zu haben.

Am Dienstag findet der Prozess gegen ihn vor dem Strafgericht Basel-Stadt statt. (ldu)