Niedergösgen
Trotz Steuererhöhung bleibt ein Defizit

Die Rechnung 2015 schliesst besser ab als das Budget: Statt rund einer halben Milllion beträgt das Defizit jetzt 226 361 Franken.

Antonietta Liloia
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380'000 Franken Mehreinnahmen: So viel brachte im Rechnungsjahr 2015 die Erhöhung des Niedergösger Gemeindesteuerfusses um 5 Prozentpunkte, von 100 auf 105 Prozent, ein.

380'000 Franken Mehreinnahmen: So viel brachte im Rechnungsjahr 2015 die Erhöhung des Niedergösger Gemeindesteuerfusses um 5 Prozentpunkte, von 100 auf 105 Prozent, ein.

Keystone

Finanzverwalter Beat Fuchs informierte den Gemeinderat Niedergösgen über den Rechnungsabschluss 2015. Bei einem Gesamtaufwand von 16,074 Mio. Franken und einem Ertrag von 15,848 Mio. Franken schliesst die Rechnung mit einem Aufwandüberschuss von 226 361 Franken ab. Gegenüber dem Voranschlag ist dies eine Verbesserung um 276 011 Franken.

Die Besserstellung gegenüber dem Rechnungsjahr 2014, im Umfang von 672 277 Franken, ist vor allem auf die beschlossenen Sparmassnahmen und die Steuererhöhung um 5 Prozentpunkte zurückzuführen. Die einzelnen Bereiche schliessen fast alle wie budgetiert ab – ein Zeichen dafür, dass die Verantwortlichen die Sparanstrengungen mitgetragen haben. Ein positives Zeichen ist bei der Sozialhilfe festzustellen: 2015 liegen die Kosten tiefer als im Rechnungsjahr 2014.

Als einzige Spezialfinanzierung schliesst die Feuerwehr mit einem Aufwandüberschuss von 35 594 Franken ab. Die Wasserversorgung, die Abwasserbeseitigung und auch die Abfallbeseitigung schliessen allesamt mit einem Ertragsüberschuss ab.

Geplant waren Nettoinvestitionen von 1,55 Mio. Franken. Nun schliesst die Rechnung mit 983 525 Franken deutlich unter diesem Wert ab. Einzelne geplante Investitionen wurden noch nicht umgesetzt und andere konnten noch nicht abgeschlossen werden. Bei einem Cash Flow von 325 327 Franken resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag von 658 198 Franken. Das Nettovermögen der Gemeinde hat sich weiter reduziert und beläuft sich auf 3,85 Mio. Franken.
Der Rat genehmigte die Nachtragskredite und verabschiedete die Rechnung 2015 zu Handen der Gemeindeversammlung.

Gebühren für Anlassbewilligungen

Seit Anfang Jahr ist die Gemeinde zuständig für das Erstellen von Anlassbewilligungen in der Gemeinde. Für die Anlassbewilligungen sollen Gebühren erhoben werden. Der Gemeinderat hat die Infrastrukturkommission beauftragt, entsprechende Vorschläge auszuarbeiten. Anlässlich der letzten Sitzung wurde der Rat durch die Infrastrukturkommissionsmitglieder Rolf Annaheim und Martin Kern informiert.

Der vorgeschlagene Gebührenrahmen wurde vom Gemeinderat massiv «gestutzt», denn er soll in der Anwendung möglichst klar und einfach sein. Vorab kann gesagt werden, dass die Niedergösger Veranstalter von den Gebühren befreit werden. Auswärtige Veranstalter haben einen kleinen Obolus zu bezahlen. Der Vorschlag wird nun der Gemeindeversammlung vom Dienstag, 7. Juni, unterbreitet.

«Unkompliziert in den Gemeinderat»

Der Gemeinderat von Niedergösgen hat den Parteileitungen von SP und SVP eine Nachfrist bis Mitte August gewährt, um ihre insgesamt drei vakanten Sitze im Gemeinderat wieder zu besetzen (wir berichteten). Dies in der Meinung, dass so genügend Zeit verbleiben sollte, um Interessierte für das Amt als Gemeinderat zu gewinnen. Die Neuwahlen für die nächste Amtsperiode erfolgen voraussichtlich im Mai 2017. «Politisch interessierte Personen könnten nun also ziemlich unkompliziert bis zum Ende der laufenden Amtsperiode Einsitz im Gemeinderat erhalten und sich so mit den Aufgaben dieses ehrenvollen Amtes vertraut machen», schreibt der Gemeinderat.

Die CVP indes konnte ein weiteres Mitglied nominieren, das sich als zweites Ersatzmitglied im Gemeinderat zur Verfügung stellt. Es handelt sich dabei um Jasmin Bolliger, Jahrgang 1989, von Beruf eidg. Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen, sowie Treuhänderin. Jasmin Bolliger übernimmt auch den vakanten Sitz in der Finanzkommission. Sie wird in beiden Gremien als parteilos geführt. Der Rat wählte sie einstimmig. (aln)

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