Hug-Gruppe
Trimbacher Wernli macht mit weniger Personal mehr Umsatz

Die Biscuitfabrik Wernli blickt auf «ein positives Jahr 2016» zurück. Umsatz und Tonnage sind gestiegen. Trotzdem kommt es bei der Tochter der Luzerner Hug-Gruppe zu einem Personalabbau.

Franz Schaible
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Derzeit investiert Hug 10 Millionen Franken in die Wernli-Fabrik in Trimbach.

Derzeit investiert Hug 10 Millionen Franken in die Wernli-Fabrik in Trimbach.

ZVG

Die Backwarengruppe Hug mit Hauptsitz im luzernischen Malters hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 3,2 Prozent auf 113,5 Millionen Franken gesteigert, teilte das Unternehmen gestern mit. Die in der Schweiz produzierte Tonnage stieg um 2 Prozent auf 8800 Tonnen. Noch ein Jahr zuvor drückten der starke Franken und der Einkaufstourismus den Umsatz um 3,5 Prozent. Seither beobachte man eine positive Konsum-Entwicklung bei Biscuits und Crackers.

Zur Verbesserung 2016 habe konkret das Wachstum der Marken Darvida und eben Wernli beigetragen. Das 1905 in Trimbach gegründete Traditionsunternehmen Wernli gehört seit 2008 zur Hug-Gruppe. Der Relaunch der Marke mit dem neuen Slogan «de Wernli teilt me gernli» habe voll eingeschlagen.

«Umsatz und Tonnage konnten wesentlich gesteigert werden», erklärt auf Anfrage Andreas Hug, Geschäftsleiter der Hug AG. Es sei den Trimbachern gelungen, den Marktanteil in der Schweiz zu erhöhen. Auch im Export laufen die Geschäfte gut. «Der Fokus für Wernli liegt im Mittleren und Fernen Osten, wo ein stetiges Wachstum verzeichnet wird», so Andreas Hug.

Um auf dem umkämpften Markt mit Produktionsstandort Schweiz bestehen zu können, investiert das Familienunternehmen 20 Millionen Franken in die Automatisierung und Steigerung der Kapazität in den Fabriken.

«Rund die Hälfte davon wird derzeit bei Wernli in Trimbach für Rationalisierungsmassnahmen aufgewendet», so Andreas Hug. Eine eigene Produktion im Ausland sei kein Thema. «Wir konzentrieren uns auf laufende Produktivitätssteigerungen in der Schweiz», versichert Hug.

Kehrseite: Vorerst weniger Jobs

Rationalisieren führt in der Regel auch zu weniger Arbeitsplätzen. Das ist auch bei Wernli in Trimbach der Fall. «Der Anteil der Handarbeit nimmt ab und wir werden in den kommenden Monaten vier Stellen streichen», sagt Hug.

Das gehe im Hochkostenland Schweiz nicht anders. Allerdings vermindere das erwähnte Volumenwachstum den Stellenabbau, hält Hug fest. Bereits im vergangenen Jahr wurden in Trimbach fünf Stellen gestrichen. Insgesamt beschäftigte Hug Ende 2016 an drei Produktionsstandorten 336 Personen, davon 126 in Trimbach.