Red Bull Alpenbrevet

Trimbacher «Töfflibueb» bezwingt die Alpen mit seinem Zweitakter

Der Trimbacher Taner «Tano» Dülek fährt dieses Jahr zum siebten Mal am Alpenbrevet mit.

Der Trimbacher Taner «Tano» Dülek fährt dieses Jahr zum siebten Mal am Alpenbrevet mit.

Taner Dülek fährt am Samstag mit seinem Alpa Chopper am Red Bull Alpenbrevet mit — dem Kult-Anlass unter Töfflifreunden.

«Weisch, e ha ou mou so eis gha», tönt es von vielen Seiten, wenn Taner Dülek von seinem Hobby dem Töfflifahren erzählt. Der 50-jährige Trimbacher ist leidenschaftlicher Töfflibueb. Sehr viele Menschen verbinden Erinnerungen mit den in die Jahre gekommenen Fahrzeugen. Das macht sie für Dülek schützenswert. Er sagt: «Töffli sind Kult.» Sie sollen nicht aussterben. Viele würden Töffli fahren, um das Rad der Zeit für wenige Stunden zurückzudrehen und das Kind im Mann (oder der Frau) ausleben zu können. Dülek findet zudem, dass die Mofas einen grösseren Spassfaktor bieten als die grösseren Motorräder. Man müsse sich weniger konzentrieren, weil die Geschwindigkeit tiefer ist. «Man kann sich auch mal einen Spass beim Fahren erlauben.»

Spass steht auch beim Alpenbrevet im Zentrum. Die von Red Bull organisierte Rundfahrt findet dieses Jahr bereits zum achten Mal statt. Von Sarnen aus geht es über mehrere Pässe der Zentralschweiz. Tano, wie Taner Dülek auch genannt wird, reist für die Veranstaltung am Samstag bereits am Freitagabend an, damit er Bekannte aus der Töffli-Szene treffen kann. Am Morgen werden dann die Fahrzeuge kontrolliert und die über 1000 Teilnehmer in Gruppen von 200 bis 250 Personen auf die Strecke geschickt. Am besten gefallen dem Trimbacher das gemeinsame Fahren in der Gruppe, die schöne Aussicht auf den Pässen und das Plaudern mit den Kollegen während den Pausen. Nur wenn es regnet, findet er es mühsam: «Dann gibt es mehr Pannen, wir mussten auch schon andere Abschleppen.» Grundsätzlich gebe es an diesen Rundfahrten nichts, dass es nicht gibt.

Red Bull Alpenbrevet 2016

Red Bull Alpenbrevet 2016

Zum Beispiel konnte Tano, der dieses Jahr zum siebten Mal am Alpenbrevet startet, feststellen, dass in den letzten zwei Jahren immer mehr Töfflimeitli anzutreffen waren. Wichtig findet er, dass alle einander helfen und eine friedliche Atmosphäre herrscht. Es geht nicht darum, möglichst schnell zu fahren, das wäre gar nicht möglich mit den alten Fahrzeugen. Es geht darum, die Rundfahrt zu beenden und «wenns nicht reicht, treten wir halt in die Pedale».

Mit dabei ist auch ein Servicewagen von Scooterama, wo Taner Dülek arbeitet. Sein Chef und ein Mechaniker helfen allen, denen unterwegs das Töffli versagt. Wenn es gar nicht mehr geht, werden die Fahrer und Fahrzeuge von einem Besenwagen von Red Bull eingesammelt. Mit seiner Arbeit bei Scooterama konnte Dülek sein Hobby zum Beruf machen. Alles begann damit, dass er einen Unfall hatte und seinen vorherigen Job verloren hat. Er konnte dann bei einem Kollegen in der Werkstatt aushelfen, der ihn schlussendlich angestellt hat. Heute arbeitet er im Lager und in der Werkstatt von Scooterama in Herzogenbuchsee, einem der grössten Ersatzteilanbieter für Töffli und Roller.

Mit Schweizer Moped am Start

Auch zu Hause schraubt Dülek gerne in seiner kleinen Werkstatt hinter dem Haus. Doch er hat nicht nur Töffli im Kopf: «Manchmal habe ich die Nase voll, dann arbeite ich im Garten.» Dass ihm die Gartenarbeit Spass macht, sieht man sofort, wenn man durch den Garten auf das Haus zuläuft.

Vor seinem Haus in Trimbach steht das Töffli, mit dem er am Samstag am Alpenbrevet teilnehmen wird. Es ist ein Alpa Chopper, das in den 80er-Jahren in Sirnach in der Schweiz produziert worden ist. Speziell daran ist die lange Gabel, es ist das einzige Mofa, das serienmässig so produziert worden ist. Es ist seit sieben Jahren im Besitz von Dülek und ist mit einem 49-Kubikzentimeter-Motor von Franco Morini Motori ausgestattet. Zum Fahren trägt Tano ein Gilet, das übersät ist mit Badges von verschiedenen Mofatreffen und –gruppen. Hinter jedem Badge steckt eine Geschichte.

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