Infoveranstaltung
Trimbach will sparen – und dafür 16 Millionen ausgeben

An der Infoveranstaltung «Trimbach plant den Aufbruch» wurden sechs Projekte präsentiert, wie die Gemeinde ihre Finanzen wieder aufbessern will. Die Meinungen dazu sind gespalten.

Gülpinar Günes
Drucken
Teilen
Eines der vorgestellten Sparprojekte ist der Umzug des Werkhofs. Er soll neben die Sportanlagen «verschoben» werden.

Eines der vorgestellten Sparprojekte ist der Umzug des Werkhofs. Er soll neben die Sportanlagen «verschoben» werden.

Bruno Kissling

«Nichts machen kostet auch.» Der Trimbacher Gemeindepräsident Martin Bühler versucht seinen Zuhörern die schwierige Lage, in der sich ihre Gemeinde befindet, klar zu machen: Es steht seit Jahren schlecht um die Finanzen des Dorfes: Die Einnahmen fliessen in Form von Dienstleistungen wieder aus der Kasse.

Dieser scheinbar ausweglosen Situation möchte der Gemeinderat in den nächsten Jahren ein Ende setzen und hat in Zusammenarbeit mit Leiter Hansjörg Frey einige Projekte geplant, die der Bevölkerung im Rahmen eines Informationsabends am Montagabend im Mühlemattsaal präsentiert wurden.

Werkhof soll umziehen

Insgesamt wurden sechs Projekte ausgearbeitet, die in Zukunft Geld sparen sollen. Die zwei grössten Projekte betreffen die Sportanlagen und den Werkhof im Dorf: Man plant für rund zwei Millionen Franken neue Sport-, insbesondere aber neue sanitäre Anlagen Franken im Grossfeld, da die 50 Jahre alten Anlagen im Leinfeld nicht mehr öffentlichkeitstauglich seien. «Man möchte schliesslich auch ein gutes Bild gegen aussen abgeben», ergänzt Bühler. Ausserdem ist ein Aufenthaltsraum mit einem kleinen Restaurant geplant, der für diverse Anlässe verwendet werden kann.

Gleichzeitig soll der schlecht isolierte Werkhof für 2,8 Millionen Franken an eine zentrale Lage neben die Sportanlage «verschoben» werden, um dort von den entstehenden Synergien, wie Wasser und Elektrizität, profitieren zu können. Die weiteren vier Projekte betreffen vor allem den Bedarf an neuen Schulräumen für die wachsende Zahl neuer Schüler: So soll zum Beispiel mit einem Anbau an das Schulhaus Gerbrunnen Platz für Werkräume und Schulküchen geschaffen werden, die sich bis heute im Primarschulhaus befunden haben. Der Haken: Alle Projekte zusammen bedürfen einer Investition von rund 16,3 Millionen Franken und sind teilweise noch nicht komplett ausgearbeitet.

Die Veranstaltung sorgte deswegen beim Plenum für mehr Verwirrung als für Klarheit: Welche Projekte seien nun ausgearbeitet und warum wolle man nun über 16 Millionen in ungewisse Projekte investieren, wenn das Geld sonst schon knapp sei? «Es ist ein sehr grosses Projekt, das wir noch nicht ganz überblicken können. Daher können wir auch nicht alle Fragen beantworten, die im Raum stehen», gibt der Gemeindepräsident zu. Er sei sich bewusst, dass die Projekte nicht einfach umzusetzen seien.

Viele der Anwesenden forderten einen konkreten Finanzplan: «Nicht dass der Aufbruch noch zu einem Abbruch führt», kommentierte ein verärgerter Bürger. Gemeinderätin Silvia Lehmann versuchte, Klarheit und Ruhe zu schaffen: «Der Abend dient nur der Information. Erst in einem Monat wird abgestimmt.» Sie bat die Trimbacher, die Information vorerst auf sich wirken zu lassen.

Mehrmals betonte der Gemeindepräsident die Tatsache, dass Tatenlosigkeit ebenso teuer zu stehen komme, wie die Investition. Zudem würde ein «Nein» Auswirkungen auf die Steuern und Dienstleistungen haben.

Auf längere Sicht würden laut der Projektleitung die vorgeschlagenen Massnahmen nämlich zu wesentlichen Einsparungen führen. Zusätzlich wolle man durch die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden neue Einnahmen kreieren.

Der Souverän entscheidet

«Die erste natürliche Reaktion ist immer Angst», meinte ein Zuhörer, der die Projekte befürwortet und weiter: «Wenn man am Boden ist, muss man ja irgendwie wieder hoch.» Das Risiko bestehe so oder so, meinte Silvia Lehmann: «Auch Sanierungen würden sich auf Millionen belaufen – eine absolute Sicherheit gibt es nicht.»

Wie sich die Gemeinde schlussendlich entscheidet, wird sich an der Gemeindeversammlung am 10. Dezember zeigen.

Aktuelle Nachrichten