Flyeraktion

Trimbach warnt vor Multibag – wird der Recycling-Dienst bald verboten?

Heute heisst der Anbieter Multibag. Der Name hat sich geändert, das Prinzip blieb das gleiche.

Heute heisst der Anbieter Multibag. Der Name hat sich geändert, das Prinzip blieb das gleiche.

Trimbach warnt seine Einwohner davor, ein Abonnement mit dem Recycling-Unternehmen abzuschliessen.

Wie im letzten Monat in Starrkirch-Wil hat Multibag nun auch in den Trimbacher Briefkästen mit Flyern ihr Angebot beworben. Die Firma bietet einen Recycling-Abholservice an. Er soll den Abonnenten den Weg zu einem Recyclingcenter ersparen und die verschiedenen Materialien können ungetrennt in einem Sack abgegeben werden. Die Firma trennt und entsorgt die Wertsoffe in Zofingen.

Wie Starrkirch-Wil reagiert auch Trimbach auf diese Werbeaktion. In einer Gemeindemitteilung wird vor einem Abonnementsabschluss mit dem Abfallentsorgungsunternehmen gewarnt. Denn im Oktober wird der Gemeinderat entscheiden, ob er die Geschäftstätigkeit des Zofinger Unternehmens verbieten will. Die Warnung soll die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass es möglicherweise eine Gesetzesänderung geben wird. «Wir wollen nicht, dass Trimbacher nächsten Monat mit einem wertlosen Abonnement dastehen, falls wir die Geschäftstätigkeit dieser Firma verbieten werden», erklärt Gemeindepräsident Martin Bühler. Er vermutet, dass dieser Anbieter in Trimbach verboten wird.

Der Werkhof Olten hat diesen Schritt schon gemacht. Am 11. September hat er die Geschäftstätigkeit von Multibag in seinem Gebiet untersagt. Mit dieser Massnahme will der Werkhof reagieren, bevor die Firma in der Region Olten Fuss fassen kann. Von diesem Verbot ist auch Starrkirch-Wil betroffen, da der Werkhof Olten auch dieses Gebiet bedient.

«Für die öffentliche Hand bleibt nur noch der Güsel»

Gemäss Werkhof Olten ist die Abfallentsorgung eine öffentliche Aufgabe und es sei stossend, dass eine private Firma nur den profitablen, recycelbaren Müll einsammeln will. Zu diesem Schluss kam die Gemeinde Trimbach nach ersten juristischen Abklärungen auch.

Die Gemeinde betont, dass die Unterscheidung zwischen Hauskehricht und recycelbaren Werkstoffen wichtig sei. Das Einsammeln und Entsorgen des Hauskehrichts verursachte Kosten. Mit den recycelbaren Werkstoffen könne man hingegen Geld verdienen. Dies würde – wie es in der Gemeindemitteilung heisst – in letzter Konsequenz bedeuten, dass die Abfallentsorgung verteuert wird. «Es kann nicht sein, dass das profitable Geschäft privatisiert und das Minusgeschäft sozialisiert wird», erklärt Bühler. «Für die öffentliche Hand bleibt dann nur noch der Güsel.»

Dies ist bei den «Collectors» anders. Diese Firma holt Werkstoffe in den Privathaushalten ab und entsorgt sie im Werkhof Trimbach. Dadurch wird der wertvolle, recycelbare Werkstoff immer noch durch die Gemeinde entsorgt. «Diesen Abfall-Taxidienst wollen wir nicht verbieten», so der Gemeindepräsident.

Ob nun die Firma Multibag auch ein Verbot auf Trimbacher Gemeindeboden erhalten wird, entscheidet der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 22. Oktober.

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