Im Schweizer Unihockey gibt es zwei Meisterschaften: auf dem Grossfeld mit fünf Feldspielern und Kleinfeld-Unihockey mit nur drei Feldspielern. Seit 2013 bietet der UHC Trimbach Grossfeld-Unihockey für Frauen an. Als einziger Verein im Kanton Solothurn. «Grossfeld-Unihockey ist das richtige Unihockey. Es ist viel attraktiver als auf dem kleinen Spielfeld», sagt Trainer Daniel Graber.

Er coachte die Trimbacherinnen anfangs zusammen mit Neil Anderes, mittlerweile wird Graber von Co-Trainer Roland Stettler unterstützt. Vor seinem Engagement im Niederamt war Graber Trainer bei den Frauen von Unihockey Mittelland. Doch bei UM stehen bis heute die Männer klar im Fokus. «Der UHC Trimbach hat uns die grosse Chance gegeben, eine Frauen-Abteilung aufzubauen», begründet Gerber seinen Wechsel. Aktuell führt der UHC Trimbach zwei Aktivmannschaften, daneben eine U21-Equipe, B- und C-Juniorinnen sowie Unihockey für Kids.

Aufsteiger sind Spitzenreiter

Das Fanionteam nahm in der Saison 2013/14 unter Trainer Daniel Graber erstmals am Meisterschaftsbetrieb teil. Der Verein musste ganz unten in der 2. Liga einsteigen. Nach zwei zweiten Schlussrängen in den Saisons 13/14 und 14/15 schafften die Trimbacherinnen in der vergangenen Spielzeit den Aufstieg in die 1. Liga. Nur eine Niederlage musste das Team in der gesamten Saison hinnehmen. Und der Lauf des UHC Trimbach hält auch eine Liga höher an: Nach sechs Siegen in ebenso vielen Spielen führt Grabers Equipe die 1. Liga an.

«Der Kern des Teams besteht aus Ur-Trimbacherinnen», schildert Graber. «Die grosse Mehrheit der Spielerinnen stammt aus der Region Olten, Zofingen, Aarau, aber auch Vereinzelte aus Zürich und Zug sind dabei.» Zwischen 1985 und 1997 sind praktisch alle Jahrgänge vertreten. «Es ist ein sehr dankbares Team zum Trainieren», sagt Graber. Er streicht insbesondere den Trainingsfleiss hervor. Den Zusammenhalt sieht er als die grosse Stärke seiner Equipe. «Auf dem Spielfeld selbst ist die Defensive sicher einer unserer grössten Trümpfe», führt Graber weiter aus.

«Jede Spielerin weiss, was sie in der Abwehr zu tun hat. In der Offensive geniessen die Spielerinnen dagegen viele Freiheiten. Das macht uns unberechenbar für jeden Gegner.» Die einfachste Art, im Unihockey Tore zu erzielen, sei das schnelle Umschalten von Defensive auf Angriff. Dies habe sein Team in den letzten knapp vier Jahren perfektioniert: «Mit unseren schnellen Angriffsauslösungen waren wir auch in der laufenden Saison in der 1. Liga schon oft erfolgreich.»

«Schweizerisch bescheiden»

Dass die 1. Liga wohl nur ein kurzer Zwischenhalt ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Trimbach hat nach sechs Spielen bereits drei Punkte Vorsprung, am meisten Tore erzielt und am wenigsten Gegentore zugelassen. «Unser Ziel war, dass wir uns als Aufsteiger nicht verstecken und von Anfang an mit jedem Gegner mithalten können.» Dies die Erwartungen von Daniel Graber vor der Meisterschaft. Das offizielle Saisonziel lautete Nicht-Abstieg und sich als Team weiter zu verbessern. «Wir sind typisch schweizerisch bescheiden», lacht der Coach. Vom Aufstieg in die NLB wird partout nicht gesprochen, trotz der Leaderposition. Wenn die Trimbacherinnen den Spitzenplatz in den kommenden acht Partien halten können, steigen sie direkt in die NLB auf, der Zweite muss in der Barrage. «Wenn man zuoberst steht, ist man natürlich schon der Favorit, aber es kann noch so viele Überraschungen geben in den kommenden Spielen. Der Spot ist schnelllebig», mahnt Gerber.

Bis jetzt habe sein Team in jedem Meisterschaftsspiel sehr gute, aber auch schwächere Phasen gehabt. Der schlechteste Auftritt war in Grabers Augen das Auswärtsspiel in Yverdon in der dritten Runde: «Wir fanden einfach nie richtig ins Spiel und rannten praktisch die ganze Zeit einem Rückstand hinterher», blickt Graber zurück. Dank dem späten Ausgleich mit einer zusätzlichen Feldspielerin statt Torfrau rettete sich Trimbach trotzdem in die Verlängerung und gewann schliesslich doch noch mit 4:3. Der zweite Punktverlust war dagegen unglücklich. Trimbach führte am letzten Wochenende im Spitzenkampf gegen Bern Burgdorf bereits souverän mit 4:0, musste die Hauptstädterinnen im letzten Drittel aber noch gleichziehen lassen. In der Overtime zeigten die Trimbacherinnen dann erneut die besseren Nerven.

«Wir dürfen nicht nachlassen und anfangen, Geschenke zu verteilen», fordert Graber deshalb. Morgen Sonntag trifft Trimbach zum Abschluss der Vorrunde auswärts auf das Schlusslicht Lejon Zäziwil. «Der Erste gegen den Letzten, das sind immer heikle Spiele», weiss Gerber aus Erfahrung. «Wir müssen über die gesamten 60 Minuten eine konstant gute Leistung abliefern. Das ist auch das Ziel für die folgenden Spiele. Gelingt dies, geht es auch mit den Ergebnissen so weiter wie bis jetzt.» Und die NLB würde dann eben doch zum Thema …