Diebstahl
Happy End in Trimbach: Hundewelpe und Halterin nach sechsstündiger Suchaktion wiedervereint

In Trimbach wurde letzte Woche ein zwei monatiger Welpe aus einem Haus entwendet – die Täterin ist der Geschädigten bekannt.

Cyrill Pürro
Drucken
Teilen
Seine Spielkameradinnen und Spielkameraden vermissten Rio (vorne) rund sechs Stunden lang.

Seine Spielkameradinnen und Spielkameraden vermissten Rio (vorne) rund sechs Stunden lang.

zvg

Für Mirella Cutroneo war es ein gewöhnlicher Mittwochmorgen, als sie ihre fünf Welpen der Rasse Toy-Pudel samt deren Mutter putzen, versorgen und in den Garten lassen wollte. Doch da kam der Schock. «Ich merkte, dass unser Welpe Rio fehlt», so Cutroneo auf Anfrage. Als ihr auffiel, dass die Türe zum Untergeschoss ihres Hauses Schäden aufwies, war der Fall klar: Jemand war in ihr Haus eingebrochen. Eine eigens organisierte Suchaktion zusammen mit ihrer Familie im ganzen Dorf brachte keinen Erfolg.

«Ich machte mir unglaubliche Sorgen und malte mir schon das Schlimmste aus»,

so Cutroneo. Sie informierte die Polizei über das plötzliche Verschwinden des Vierbeiners und startete einen Aufruf über Facebook. Im Facebook-Eintrag, welcher mittlerweile gelöscht wurde, aber der Redaktion vorliegt, kritisiert sie unteranderem das Vorgehen der Polizei. Diese «habe nichts machen wollen», wie sie auch am Telefon sagt. Die Beamtinnen und Beamten des Polizeipostens in Trimbach begründeten ihr gegenüber, dass wegen eines Hundes keine Suchaktion gestartet würde. Nach fünf erfolglosen Stunden der Suche schrieb sie den Welpen für sich ab. Ihr Mann vermutete eine Person hinter der Tat, die dem Ehepaar bestens bekannt war.

Mirella Cutroneo, Hundebesitzerin.

Mirella Cutroneo, Hundebesitzerin.

zvg

Für Cutroneo brach eine Welt zusammen

Die Person habe schon in der Migros im Sälipark Olten zwei Hunde gestohlen und diese für einen Tag im Keller eingesperrt. Das weiss Cutroneo, da sie die Familie schon lange kennt. So entschlossen sie sich, die Mutter der Person mit dem Diebstahl zu konfrontierten. Diese brachte den Welpen daraufhin auf einen Polizeiposten. Der Verdacht hatte sich bestätigt und die Suche nach dem Welpen war nach rund sechs Stunden beendet.

Doch auf dem Polizeiposten wurde es laut. «Die Person behauptete, ich hätte ihr den Hund geschenkt und brach in Tränen aus. Währenddessen drohte die Mutter mit Gewalt und versuchte auf mich loszugehen», schildert Cutroneo. Die Polizisten vor Ort konnten sie zurückhalten und hätten laut Cutroneo Anzeige erstattet.

Es ist sehr schwer für Cutroneo, die Ereignisse an diesem Tag zu verarbeiten. «Für mich brach eine Welt zusammen», sagt sie. Früher kamen sie gut miteinander aus. «Bis die Person anfing, mich zu stalken», so Cutroneo. Seit einiger Zeit taucht diese regelmässig vor ihrer Haustür auf oder eröffnet in den sozialen Medien Fakeprofile von ihr. Auf die Frage hin, wie die Person zu einem solchen Verhalten kommt, kann Cutroneo nur spekulieren:

«Ich nehme an, ich war eine Art Mutterersatz für sie, da sie Zuhause nicht genug Aufmerksamkeit erhält.»

Die fünf Welpen kamen diesen Juli zur Welt. Vier davon verkauft sie, einen möchte sie behalten. Der Welpe Rio sei schon reserviert. «Wäre ihm etwas zugestossen, hätte das den künftigen Besitzern das Herz gebrochen», sagt Cutroneo.

Aktuelle Nachrichten